Letztes Update am 30.07.2012, 07:43
Nach dem Olympia-Eklat der nächste Fehlschlag des Republikaners Mitt Romney: Er hat Jerusalem als "Israels Hauptstadt" bezeichnet.
In London hat sich der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney erst kürzlich den Unmut der Briten zugezogen, als er die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Olympischen Spiele als nicht ausreichend bezeichnete - jetzt der erneute Tritt ins Fettnäpfchen: Der Republikaner hat Jerusalem am Sonntag als "Israels Hauptstadt" bezeichnet. Bei einem Besuch in Jerusalem sagte Romney an der Seite von Bürgermeister Nir Barkat, er sei "sehr bewegt", sich in "Jerusalem, Israels Hauptstadt" aufzuhalten.
Romney hielt auf Einladung der Jerusalem-Stiftung vor der Kulisse der Jerusalemer Stadtmauer einen Vortrag. Die USA erkennen Jerusalem offiziell nicht als Hauptstadt Israels an. Ebenso wie die meisten anderen Staaten haben die USA ihre Botschaft in Tel Aviv.
"Inakzeptabel"
Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat bezeichnete Romneys Worte als "inakzeptabel". Mit der Erklärung zum Status Jerusalems schade Romney "den US-Interessen in der Region" und den Bemühungen um Frieden, Sicherheit und Stabilität, fügte Erakat hinzu. Mit seinen Erklärungen unterstütze der Präsidentschaftsbewerber die israelische Besatzung des Ostteils der Stadt und die Siedlungspolitik.
Als der aktuelle US-Präsident Barack Obama sich 2008 in Israel aufhielt, hatte er ebenfalls von Jerusalem als Hauptstadt gesprochen, allerdings für die Zukunft. Obama verknüpfte die Aussage, Jerusalem werde die Hauptstadt Israels sein, mit einem Hinweis darauf, dass zunächst eine abschließende Einigung zwischen Israel und den Palästinensern über die umstrittenen Gebiete gefunden werden müsse. Der Ostteil Jerusalems wurde von Israel 1967 erobert. Seither siedelten sich dort mehr als 200.000 jüdische Siedler an. Die Palästinenser wollen im Ostteil Jerusalems die Hauptstadt ihres eigenen Staates einrichten.
Hauptartikel
Romney in Israel erneut im Fettnäpfchen
Hintergrund
Mitt Romney: Gehversuche auf der Weltbühne
Hintergrund
Romney im Olympia-Fettnäpfchen
Diskussion
US-Wahl 2012
Mitt Romney: Gehversuche auf der Weltbühne
US-Wahl 2012
Romney: Rückendeckung für Iran-Angriff
US-Wahl
US-Experte: "Wie bei einem Trainerwechsel"
Experte Reinhard Heinisch sieht im Interview mit dem KURIER noch Siegeschancen für Mitt Romney.
US-Wahl 2012