Letztes Update am 07.08.2012, 15:46
Der US-Präsident hat einen neuen Spitznamen für den Republikaner gefunden. Der Wettstreit um Spenden nimmt unterdessen beispiellose Ausmaße an.
Der Kampf um die US-Präsidentschaft wird jeden Tag mit härteren Bandagen geführt. Markante Wortwitze dürfen dabei natürlich nicht fehlen: Bei einem Fundraiser in Connecticut zerpflückte US-Präsident Barack Obama genüsslich die Steuerpläne seines republikanischen Kontrahenten Mitt Romney: "Das ist wie Robin Hood - nur andersrum. Das ist Romney Hood", sagte Obama. Von den Armen nehmen und den Reichen geben, das sei das Motto der Republikaner, meint der US-Präsident.
Obama zitierte bei dem Abendessen in Stamford eine Studie des unabhängigen Forschungsinstituts Tax Policy Center. Demnach dürften sich Millionäre über Steuererleichterungen von annäherend 250.000 US-Dollar pro Jahr freuen, sollte Romney ins Amt kommen. Der Republikaner tritt generell für neue Steuersenkungen und eine Verschlankung des Staats ein. Zu Details seines Steuerplans hat sich Romney allerdings noch nicht geäußert.
Lieber Zeit mit Spendern als mit Wählern
Die Wahl zum US-Präsidenten in 90 Tagen wird unterdessen immer mehr zur Frage des Geldbeutels der Kandidaten - die zahllosen Fernseh- und Radiospots müssen sich schließlich irgendwie finanzieren.
Wie die Washington Post berichtet, hat der heurige Spendenmarathon der Präsidentschaftskandidaten ein bisher nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Im Juli hätten sowohl Obama als auch Romney mehr Zeit auf privaten Spenden-Dinnern als bei öffentlichen Auftritten vor Wählern verbracht. Demnach besuchte Obama im Juli 21 Fundraiser und absolvierte im Gegenzug nur 18 Wahlkampfauftritte. Bei Herausforderer Romney fällt dieses Ungleichgewicht mit 22:11 noch gravierender aus, berichtet die Zeitung.
Im Wettstreit um Spendengelder hat Romney momentan die Nase vorn: Trotz der verbalen Ohrfeigen und der Pleiten der jüngsten Zeit sammelte der desiginierte republikanische Präsidentschaftskandidat im Juli Spenden in Höhe von mehr als 101 Millionen Dollar (85,6 Mio. Euro) ein. Die Juli-Erträge liegen damit nur knapp unter Romneys bisher bestem Sammelergebnis von über 106 Millionen Dollar im Juni. Die gemeinsame Kriegskasse des Kandidaten und des Republican National Committee, der nationalen Wahlkampfzentrale der Republikaner, ist nun mit knapp 186 Millionen Dollar gefüllt.
Zum Vergleich: Amtsinhaber Barack Obama, dessen Lager die Zahlen für Juli noch nicht veröffentlicht hat, kam im Juni nur auf 71 Millionen Dollar.
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