Letztes Update am 22.08.2012, 11:38
Paul Ryan: Acht Fakten über den "Anti-Obama" .
Mitt Romneys Vize-Kandidat gilt als extrem konservativ. Seine umstrittensten Standpunkte im KURIER-Überblick.
Paul Ryan hat eine klare Agenda: Steuersenkungen, Sozialkürzungen und mehr Militärausgaben. Deshalb hat ihn Mitt Romney ins Boot geholt. Er möchte mit dem 42-jährigen Chef des Haushaltsausschusses im Repräsentantenhaus sein bisher blasses Profil schärfen.
Die Pläne Ryans sind damit auch Programm für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Das könnte allerdings auch ein Risiko sein, denn Ryan sei ein "Ideologe vom rechten Flügel". Das stellte Barack Obamas Chefstratege David Axelrod auf CNN fest. Vor allem in Sozial- und Frauenfragen gibt sich Ryan radikal. Medien bezeichnen ihn bereits als "Anti-Obama". Doch wie extrem ist der Vize-Kandidat tatsächlich? Die wichtigsten Facts im Überblick.
Abtreibung – Ryan ist ein entschiedener Gegner der Abtreibung. Selbst in Fällen von Vergewaltigung, Inzest und bei Gefährdung der Mutter soll die Frau kein Recht auf Abtreibung haben. Er unterstützt den "Sanctity of Human Life Act" von Jänner 2011, welcher den Bundesstaaten Abtreibungsverbote ermöglicht. Dieser Vorschlag wurde aber sogar vom höchst konservativen Staat Mississippi abgelehnt.
Kürzung der Medicaid - Ryan will die Medicaid, die staatliche Gesundheitsversorgung für Ärmere, kürzen. Geht es nach den Plänen von Ryan, sollen die Einzelstaaten die Kontrolle übernehmen und pauschale Zuweisungen vom Bund erhalten. Damit will er 770 Milliarden Dollar über die nächsten zehn Jahre einsparen. (Im Bild: Buttons gegen Obamas Gesundheitsreform)
Kürzung der Medicare - Nicht nur die Ärmeren, auch die Älteren sollen für die Gesundheitsversorgung mehr zahlen. Unter 55-Jährige sollen auf eine private Variante umsteigen, die vom Staat teilfinanziert wird.
Religious Freedom Tax Repeal Act - Ryan unterstützte und co-finanzierte den Gesetzesvorschlag des Repräsentanten James Sensenbrenner. Jeder Arbeitgeber könnte aufgrund dieser Bestimmung ablehnen, Geburtenkontrolle in die Gesundheitsvorsorge der angestellten Frauen zu inkludieren, wenn seine religiöse Überzeugung dagegen spricht.
Auch andere frauenspezifische Gesundheitsangelegenheiten wie Mammographie könnten vom Arbeitgeber gekürzt werden. "Das tritt Frauenrechte mit Füßen", sagen Kritiker.
Ehe für Homosexuelle – Der Republikaner tritt offen für einen Verfassungszusatz ein, der gleichgeschlechtliche Eheschließungen verbietet. Heiraten könnten nur ein Mann und eine Frau, sagt Ryan.
Waffen – Eine Verschärfung der bestehenden Waffengesetze kommt für Ryan nicht in Frage. Er gilt als leidenschaftlicher Hobbyjäger.
Militärausgaben – Obama hat die Ausgaben deutlich gekürzt (487 Milliarden Dollar über die nächsten zehn Jahre). Dies will Ryan rückgängig machen.
Steuern - Die Unternehmenssteuern sollen von 35 auf 25 Prozent sinken. Gleiches gilt für die Einkommensteuer, die Reichen sollen massiv entlastet werden.
(kurier)
Erstellt am 15.08.2012, 14:03