Letztes Update am 20.10.2012, 13:10
Der US-Präsident macht sich erneut über seinen Rivalen lustig: Der Republikaner leide unter einer Krankheit namens "Romnesie".
Gut zwei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl hat Präsident Obama offenbar seine Lust an der Provokation wiedergefunden. Am Freitag versuchte er mit einem neuen Namensspiel, seinen Wahlkampf-Kontrahenten Mitt Romney lächerlich zu machen. Sein Widersacher müsse an einer Krankheit namens "Romnesia" leiden, durch die er seine früheren politischen Aussagen vergesse, scherzte Obama bei einem Wahlkampfauftritt in Fairfax im US-Staat Virginia.
Der Präsident setzte dabei das Kunstwort aus Romney und Amnesia zusammen. Der medizinische Begriff beschreibt eine Art der Gedächtnisstörung. Obama zählte mehrere Themen auf, bei denen Romney in den vergangenen Wochen angeblich seine Meinung geändert habe. "Wenn Du einen Fall von `Romnesia` hast, kannst Du anscheinend nicht einmal die Vorschläge erinnern, die immer noch auf Deiner Internetseite stehen", sagte der Amtsinhaber. Das sei aber eine "kurierbare Krankheit" - man müsse am 6. November nur Obama wählen.
Im Wahlkampfbüro von Mitt Romney löste Obamas Wortwitz natürlich kein Gelächter aus. In einer Erklärung hieß es: "Obama hat keinen Plan für eine zweite Amtszeit. Und wenn man keinen Plan hat, greift man eben auf Angstmacherei zurück." Der Präsident bediene sich "kleinkarierter Angriffe und dümmlicher Wortspiele", gab sich ein Wahlkampfmanager des Republikaners recht dünnhäutig.
Gags als Wahlkampfmunition
Bereits im August hatte Obama ein Namensspielchen mit seinem Kontrahenten betrieben. Damals nannte er ihn "Romney Hood", weil der Republikaner mit seinen Steuerplänen das Geld von den Armen nehmen und den Reichen geben wolle. "Das ist wie Robin Hood im Rückwärtsgang." Auch am Donnerstag hatte der US-Präsident seinen Widersacher ordentlich auf die Schippe genommen (mehr dazu hier).
Das Rennen um die US-Präsidenschaft bleibt indes weiter spannend. In der Beliebtheitsskala konnte der Präsident nach der zweiten TV-Debatte am Dienstag um fünf Punkte auf 55 Prozent zulegen. Romney verlor zwei Punkte auf 48 Prozent, ergab eine Umfrage von Reuters/Ipsos. Die dritte und letzte Debatte soll in der kommenden Woche in Florida stattfinden.
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