Letztes Update am 09.08.2012, 12:17
Chick-fil-A: Küssen gegen Schwulenhass.
Dan Cathy, Chef der US-Fastfood-Kette Chick-Fil-A, ist gegen die Schwulen-Ehe. Homosexuelle protestierten am Freitag mit einer Kuss-Aktion.
Die bekannte US-Fastfood-Kette Chick-fil-A hat einen beispiellosen Ansturm von Gegnern und Befürwortern der Homo-Ehe erlebt, nachdem ihr Präsident Dan Cathy eine Kontroverse zu dem Thema ausgelöst hatte (mehr dazu: HIER.) Er lehnt die Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen ab.
Am Freitagabend organisierten Homosexuelle in den USA vor den Filialen der Fastfood-Kette Chick-fil-A eine Protestaktion.
Auf sozialen Netzwerken wurde für den Abend zu einer Kuss-Aktion vor den 1600 Schnellrestaurants aufgerufen, um gegen umstrittene Äußerungen von Chef Dan Cathy zu protestieren.
Der 59-Jährige Cathy (links im Bild mit seinem Vater und Chick-fil-a Gründer Truett) meinte Mitte Juli, die USA zögen mit der Anerkennung der Homoehe das "Urteil Gottes" auf sich.
"Ich glaube, dass wir Gott dazu einladen, über uns zu richten, wenn wir unsere Faust ihm gegenüber schütteln und sagen `Wir wissen besser als du, was eine Ehe ausmacht´", so der Vater zweier Söhne in einem Interview.
Gegenüber einer Nachrichtenagentur unterstrich Cathy, dass seine Firma schon immer nach "der biblischen Definition der Familie" ausgerichtet gewesen sei.
Generell ist die Fastfood-Kette für ihre Brathähnchen ebenso bekannt wie das Eintreten für christliche Werte.
Homosexuellen-Aktivisten werfen Chick-fil-A vor, konservativ christlichen Gruppen Millionen von Dollar für Kampagnen gegen die Homoehe gespendet zu haben.
Dan Cathy trat mit seinen Äußerungen eine Kontroverse mitten im US-Wahlkampf los. In zahlreichen Städten bildeten sich lange Schlangen vor den Chick-fil-A–Filialen, die überwiegend im Süden der USA liegen.
Tausende waren Mitte vergangener Woche gekommen, um dem konservativen Cathy mit ihrer Essenbestellung symbolisch den Rücken zu stärken.
Der frühere republikanische Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, ging sogar soweit, jenen besagten Mittwoch zu einem "Chick-fil-A-Anerkennungs-Tag" aufrufen zu lassen.
Doch Cathy erntete für seinen Sager auch eine Menge Kritik. So äußerten sich unter anderem die Bürgermeister von San Francisco, Boston und Chicago zu dem Vorfall und deuteten an, die Kette an der Öffnung neuer Filialen hindern zu wollen.
Das Restaurant selbst hatte sich von den Aussagen seines Chefs zu distanzieren versucht.
Es würde weiterhin "jeden Menschen mit Ehre, Würde und Respekt zu behandeln - ungeachtet seines Glaubens, seiner Herkunft, seiner sexuellen Orientierung oder seines Geschlechts", hieß es in einer Mitteilung.
"Wir wollen die Debatte über die Homo-Ehe der Regierung und der Politik überlassen."
Die gleichgeschlechtliche Partnerschaft ist in sechs US-Bundesstaaten (Connecticut, Iowa, Massachusetts, New Hampshire, New York und Vermont) erlaubt.
(apa, dpa, afp)
Erstellt am 04.08.2012, 15:17