Letztes Update am 30.07.2012, 08:20
So holt Österreich zehn Mal Gold.
Fehlstart, na und? Der KURIER-Computer hat die rot-weiß-rote Brille
aufgesetzt und errechnet, dass es für Österreich besser wird.
Ein Auftakt nach Maß, wie es in der Sportjournalisten-Sprache so unschön heißt, sieht anders aus. Die Olympischen Spiele begannen für Österreich mit einem Bauchfleck nach dem anderen. Die prominentesten Sportler, die ihre Hoffnung auf Medaillen gleich am ersten Tag begraben mussten, waren der Judoka Ludwig Paischer und die Tennisspielerin Tamira Paszek.Weil Flinten nicht dazu da sind, ins Korn geworfen zu werden, möchten wir die geschätzte Leserin, den verehrten Leser, mit einem Schuss Optimismus in die kommenden zwei Wochen begleiten. Deshalb haben wir den KURIER-Computer mit Geburtsdaten, Schuhnummern und einem Schuss Ironie gefüttert, damit er ausrechnen kann, wie viele Medaillen die rot-weiß-roten Sportler in London machen werden. Das Ergebnis ist sensationell, alles wird besser als gut!
Donnerstag, 2. August, GOLD im Tischtennis. Sensation durch Chen Weixing. Nach dem Sieg gegen Werner Schlager im Semifinale demütigt Chen nazionale den Top-Chinesen Jike Zhang und gibt keinen Satz ab. Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung.
Samstag, 4. August, GOLD im Tennis (Doppel). "Wir haben sie einfach rausgenommen, die sind nur links-rechts gegangen" sagen Jürgen Melzer und Alexander Peya auf ihrem Weg ins Finale. Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung.
Sonntag, 6. August, GOLD im griech.-röm. Ringen bis 84 kg.Der Mann mit der revolutionären Technik, die keiner kannte, verblüfft seine behaarten Kontrahenten. Amer Hrustanovic befreit sich aus jeder heiklen Bestrafungsposition. Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung.
Dienstag, 7. August, GOLD im Synchronschwimmen. Die gefinkelten Nixen Nadine Brandl und Livia Lang hüpfen mit der Startnummer 1 ins Becken und lassen nach der Kür das Wasser aus. Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung.
Dienstag, 7. August, GOLD im Hürdenlauf (100 m). Die zündende Idee kommt Beate Schrott kurz vor dem Finale: Warum hüpfen, wenn’s geradeaus schneller geht? Sie räumt die Hürden aus dem Weg und läuft Weltrekord. Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung.
Donnerstag, 9. August, GOLD im Kanu-Sprint.Wer, wenn nicht sie? Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz vergolden ihr WM-Gold. Schwarz weiß: "Wir haben sich nichts anderes erwartet." Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung.
Donnerstag, 9. August, GOLD in der Dressur. Gold liegt in den Genen: 32 Jahre nach Mutter Elisabeth sitzt Victoria Max-Theurer ganz oben. Mama gewann 1980 in Moskau auf Mon Cherie. Bevor der zum Wallach wurde, hatte er für Nachwuchs gesorgt – Augustin ist sein Enkerl. Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung.
Samstag, 11. August, GOLD in der Rhythmischen Gymnastik. Ein Dirndl-Kleid und Musik von Hubert von Goisern: Caroline Weber begeistert die Punkterichter. Dass Briten einen Sinn für Folklore haben, zeigten die Schaulustigen bei der Eröffnung des Österreich-Hauses: Sie bestaunten den lederbehosten Schützenverein aus dem Zillertal. Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung.
Samstag, 11. August, GOLD im Modernen Fünfkampf. Boshafte Menschen behaupten, der Moderne Fünfkampf sei für jene Sportler gut, die nichts besonders gut können. Thomas Daniel ist der beste der Wenigkönner, er schwimmt, reitet und läuft allen davon. Dazwischen ficht und schießt er ein bissl. Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung.
Sonntag, 12. August GOLD im Marathon. Stürze pflasterten den Weg des Günther Weidlinger, bis er beschloss, von der Hindernis- auf die Marathonstrecke zu wechseln. Der "weiße Kenianer", wie er von den Fans genannt wird, bittet die echten Kenianer zum Sprint und stürzt zum Sieg ins Ziel. Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung.
Der KURIER-Computer wurde nach seiner Expertise der Verschrottung zugeführt.
(LONDON/Florian Plavec, Harald Schume)
Erstellt am 29.07.2012, 19:28