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KURIER
Auch wenn zur Staffel vier gehören: Der größte Star im Olympic Stadium war, ist und bleibt Usain Bolt. - Foto: REUTERS

Letztes Update am 11.08.2012, 23:31

Jamaika holt Staffel-Gold mit Weltrekord. Superstar Usain Bolt und seine Kollegen lassen die USA hinter sich und durchbrechen die 37-Sekunden-Marke.

Beim Sieg von Usain Bolt über die 200 Meter am Donnerstag war der Herminator Augenzeuge. Der Terminator bewunderte am Samstag die jamaikanische 4x100-Meter-Staffel: Arnold Schwarzenegger nahm um 19.15 Uhr Platz im Olympic Stadium, begleitet vom britischen Premierminister David Cameron.

Doch der größte Star im Olympic Stadium war, ist und bleibt Usain Bolt, der als Schlussläufer in der Weltrekordzeit von 36,84 Sekunden über die Ziellinie sprintete. Als Adjutanten fungierten Nesta Carter, Michael Frater und Yohan Blake. Silber eroberten die USA, Bronze ging an Trinidad & Tobago, weil die armen Teufel aus Kanada disqualifiziert wurden. Auch harte Männer können weinen.

Auf der Ehrenrunde wurden die Jamaikaner zurückgepfiffen. Der Grund: Bolt wollte sich das Staffelholz als Erinnerungsstück mitnehmen – doch die strengen Kampfrichter wurden einmal mehr jenem seltsamen Ruf gerecht, den sie sich schon an den letzten Tagen bei den Leichtathletikbewerben erworben hatten. Bolt akzeptierte kopfschüttelnd, die Ehrenrunde ging unter tosendem Jubel weiter. Immerhin: Mit den zu erwartenden Prämien kann sich der Sprint-Superstar ja ein Duplikat schnitzen lassen.

Weltrekordentwicklung

37,86 Sek.USA10.08.1983Helsinki
37,83USA11.08.1984Los Angeles
37,79Frankreich01.09.1990Split
37,67USA07.08.1991Zürich
37,50USA01.09.1991Tokio
37,40USA08.08.1992Barcelona
37,40USA21.08.1993Stuttgart
37,10Jamaika22.08.2008Peking
37,04Jamaika04.09.2011Daegu
36,84Jamaika11.08.2012London

Sixpack

REUTERSJamaicas Usain Bolt (R) celebrates with Britains Mo Farah on the podium after each receiving gold medals, Bolt for mens 4x100m relay and Farah for mens 5000m at the victory ceremony at the London 2012 Olympic Games at the Olympic Stadium August 11,
Olympiasieger unter sich: Mo Farah (l.) und Usain Bolt kopieren sich gegenseitig. - Foto: REUTERS

Sechs Sprintrennen in Folge und die damit verbundenen Goldmedaillen hat Bolt somit gewonnen. Einzigartig? Nicht ganz. Zwei Sportler in der Olympia-Geschichte haben die selbe Bilanz wie Usain Bolt: Der ungarische Säbelfechter Rudolf Kárpáti holte zwischen 1948 und 1960 sechs Goldene im Einzel und mit der Mannschaft. Die ostdeutsche Schwimmerin Kristin Otto gewann 1988 alle ihre sechs Bewerbe, allerdings zur Hochblüte der staatlich organisierten Dopingpraxis in der DDR.

Über allen steht aber ein Amerikaner: Ray Ewry trat von 1900 bis 1908 bei acht Bewerben an, die er alle gewann. Zudem holte er bei den Zwischenspielen 1906 in Athen zwei weitere Goldmedaillen. Der brillante Standhoch, -weit, und - dreispringer bekam von seinen Fans einen Künstlernamen verpasst: "Der Frosch". Heute würde man ihn vermutlich Froschinator rufen.

Semenya Zweite

Olympiasiegerin über 800 Meter wurde die russische Weltmeisterin Marija Sawinowa in der Jahresweltbestzeit von 1:56,19 Minuten. Silber ging an Caster Semenya aus Südafrika, Bronze an die Russin Jekaterina Poistogowa. Die Debatte um die Überprüfung des Geschlechts von Semenya durch den Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Bei der WM 2009 in Berlin hatte sie Gold über 800 Meter gewonnen. Wegen ihres männlichen Aussehens und Auftretens kamen Zweifel an ihrem Geschlecht auf. Erst ein Jahr später gab die IAAF bekannt, dass Semenya wieder bei den Frauen starten dürfe.

Die 4x400-Meter-Staffel der Damen ging an die USA. Den größten Jubel gab bei den 5000 Metern, wo erneut Local Hero Mo Farah gewann . Bester Speerwerfer ist Keshorn Walcott aus Trinidad & Tobago mit 84,58 Metern, beste Hochspringerin die Russin Anna Tschitscherowa (2,05).

Die Besten: Bolt pirscht sich heran

Goldhamster Der finnische Langstreckenläufer Paavo Nurmi war der erfolgreichste Leichtathlet bei Olympia (1920 bis 1928) mit neun Gold- und drei Silbermedaillen. Der Amerikaner Carl Lewis gewann 1984 bis 1996 über 100 und 200 Meter, in der Staffel und im Weitsprung neun Goldene und eine Silberne, Landsmann Ray Ewry von 1900 bis 1908 acht Goldene. Usain Bolt blieb nur bei seinem ersten Start 2004 in Athen wegen einer Verletzung nicht erfolgreich. Danach gewann er in jedem Bewerb Gold, in dem er antrat – gestern folgte der sechste Streich. Damit ist er schon die Nummer vier der Leichtathleten.

(kurier/Florian Plavec, Harald Schume, London) Erstellt am 11.08.2012, 22:05

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