Letztes Update am 08.08.2012, 17:20
"Ein normaler Mensch hätte das nicht überlebt", sagt Inge Steiner, die Frau des verunglückten Gewichthebers.
Der Schock war auch am Tag danach noch nicht ganz verdaut. Eine 196 kg schwere Hantel hatte Deutschlands Gewichtheber-Helden Matthias Steiner am Dienstagabend in London bei seinem Kampf um eine Olympia-Medaille im Nacken getroffen.
Steiner taumelte, er fiel - aber er stand selbstständig wieder auf. Genauere Untersuchungen im Krankenhaus im olympischen Dorf ergaben keine schwereren Verletzungen. Der gebürtige Niederösterreicher kann seine Karriere fortsetzen.
Steiner war noch während des Bewerbes im Superschwergewicht ins Krankenhaus gebracht worden. Bei einer MRT-Untersuchung wurden Verletzungen an der Wirbelsäule ausgeschlossen, am Mittwoch in der Früh war Steiner noch einmal im Spital - Kernspintomographie.
"Die Ärzte haben nichts Akutes gefunden", beruhigte Deutschlands Bundestrainer Frank Mantek. "Er hat keine Ausfälle. Aber er hat Schmerzen, ihm tut alles weh." Schwellungen hatten auf gröbere Muskelverletzungen hingedeutet.
"Normaler Mensch hätte nicht überlebt"
Die 196 kg brachte er im Reißen zwar zur Hochstrecke, verlor dann aber die Kontrolle. Die fast 10.000 Fans in der ExCel Arena, viele davon im Lager des Wahl-Deutschen, waren fassungslos. "So etwas passiert in unserer Sportart leider, das kann man nicht ausschließen", erklärte Mantek. "Es gab auch schon schlimmere Ausgänge."
Steiners Frau Inge bangte sogar um das Leben des 29-Jährigen. "Für Außenstehende ist das vielleicht so nicht erkennbar, aber es war ganz eng", wurde die TV-Moderatorin in deutschen Medien zitiert.
"Das hätte auch anders ausgehen können. Wenn 196 Kilo in den Nacken gehen, hätte das ein normaler Mensch nicht überlebt. Da muss man schon eine gute Muskulatur haben."
Die hat der 140-Kilo-Koloss aus Obersulz im Weinviertel zum Glück. "Es geht ihm den Umständen entsprechend gut", sagte Inge Steiner.
"Die Nacht war schmerzhaft. Die Schmerzen sind stärker als die Diagnose ist", sagte Steiner am Mittwoch der ARD, bei dem nach eingehenden Untersuchungen eine Bandverletzung an der Halswirbelsäule, eine Prellung des Brustbeins und eine Muskelzerrung im Bereich der Brustwirbelsäule festgestellt worden war. Seine Karriere will er fortsetzen: "Es gibt keinen Grund aufzuhören."
Steiner war 2008 in Peking zum Star aufgestiegen, als er sich bei seinem ersten Olympia-Auftritt für Deutschland zum stärksten Mann der Welt krönte - und mit einem Foto seiner ein Jahr davor bei einem Autounfall verstorbenen Frau Susann in der Hand weinte.
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