Letztes Update am 09.07.2012, 09:49
Streik könnte Norwegens Ölbranche lahmlegen.
Die Skandinavier gehören zu den weltgrößten Ölexporteuren und sind zweitgrößter Gaslieferant für Europa. Doch 7000 Ölarbeiter sind im Arbeitskampf, Stillstand droht.
Eine Verschärfung des Arbeitskampfes droht die norwegische Ölbranche vollends lahmzulegen. (Bild: Statfjord-Plattform in der Nordsee)
Die Öl- und Gasproduktion könne ab Dienstag zum Erliegen kommen, erklärten sowohl Gewerkschaften als auch Arbeitgeber.
Denn am Sonntag waren die Tarifgespräche für die rund 7000 Beschäftigten auf den Bohrplattformen vor der Küste nach 13 Stunden zum dritten Mal gescheitert.
Der seit gut zwei Wochen andauernde Arbeitskampf war am Donnerstag mit der Arbeitgeber-Drohung eskaliert, ab Dienstag alle Beschäftigten auszusperren. (Bild: Arbeiter am Oseberg Ölfeld, Nordsee)
Der zum größten Teil dem Staat gehörende Ölkonzern Statoil (Bild: Statoil-Boss Helge Lund) will die Produktion dann einstellen. Hauptstreitpunkt ist die Gewerkschaftsforderung nach einer Vorruhestandsmöglichkeit ab einem Alter von 62 Jahren. Die Arbeitnehmervertreter riefen die Regierung auf, nicht in den Konflikt einzugreifen.
Händler befürchten weitere Auswirkungen am Ölmarkt. Schon in der vergangenen Woche schob der Arbeitskampf den Preis kräftig an. (Bild: Statfjord Plattform in der Nordsee)
Händler am Ölmarkt hoffen dennoch auf ein Eingreifen des Staates, wie es vor acht Jahren die damals konservative Regierung tat. Die nun regierenden Sozialdemokraten halten sich bislang aber zurück und dürften dabei auch die Wahl im nächsten Jahr im Auge haben. Das Ölministerium, erklärte, es habe keine Pläne für eine Intervention.
Norwegen (Bild: Lofoten) ist der weltweit achtgrößte Ölexporteur. Der Streik hat die Produktion bereits um 13 Prozent geschmälert. Norwegens Gasproduktion ging um vier Prozent zurück.
Das Land (Bild: Offshore-Gasanlage, Insel Melkoya vor Hammerfest) ist auch der zweitgrößte Gaslieferant für Europa. Größte Abnehmer sind Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
(APA/sho)
Erstellt am 09.07.2012, 07:52