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KURIER Romy 2014
Sechser-Runde in Kärnten: Köfer, Holub, Kaiser, Dörfler, Obernosterer, Bucher (v.li.; mit Moderator Bieche)
Sechser-Runde in Kärnten: Köfer, Holub, Kaiser, Dörfler, Obernosterer, Bucher (v.li.; mit Moderator Bieche) - Foto: APA/GERT EGGENBERGER

Letztes Update am 24.02.2013, 17:27

TV-Duell: Dörfler isoliert, Kaiser akzeptiert. Große Übereinstimmung für Politik-Wechsel in Kärnten.

Kärnten wählt am kommenden Sonntag nicht planmäßig, sondern wegen einer beispiellosen Skandalwelle um ein Jahr früher. Daran wurde zu Beginn der Spitzenkandidaten-Konfrontation gestern im ORF erinnert. Dazu der erste Schlagabtausch zwischen den Landeshauptmann-Kandidaten Gerhard Dörfler (FPK) und Peter Kaiser (SPÖ): Dörfler lenkte von eigenen Verfehlungen ab und meinte, die Staatsanwaltschaft würde ja auch gegen Werner Faymann, Josef Ostermayer und Doris Bures ermitteln, aber im Bund gebe es deswegen keine Neuwahlen.

Peter Kaiser replizierte, es gehe in Kärnten nicht nur um Konsequenzen aus Korruptionsfällen, sondern auch um ein bitteres Triple A, das die FPK-geführte Regierung Kärnten verpasst habe: Arbeitslosigkeit, Armutsgefährdung und Abwanderung.


Die anderen vier Diskussionsteilnehmer teilten den düsteren Befund weitgehend. „In Kärnten gibt es 34.000 Arbeitslose, aber nur 1000 offene Stellen“, sagte BZÖ-Chef Josef Bucher. „In Kärnten muss das populistische Geldverschwenden ein Ende haben. Wir brauchen nachhaltige Investitionen, um die Abwanderung zu stoppen“, meinte Gabriel Obernosterer (ÖVP).

Kassasturz

Als Basis für die fällige Politik-Änderung schlug Rolf Holub (Grüne) einen Kassasturz und einen Kärnten-Konvent vor, mit dem Ziel, die Proporzregierung abzuschaffen und eine wirksame Kontrolle der Regierung durch den Landtag herbeizuführen. Merkwürdig mutete eine Aussage Gerhard Köfers (Team Stronach) zur Zukunft Kärntens an: „Es gibt die Möglichkeit, am Abend in Puls 4 etwas von Frank Stronach dazu zu hören“ (Puls 4 brachte gestern ein Porträt).

Landeshauptmann Dörfler reagierte mit der üblichen Gegenstrategie, indem er die Kritik an seiner Regierungspolitik mit Kritik am Land gleichsetzte: „Hier sitzen lauter Politiker, die das Land schlechtreden.“ Man bekomme den Eindruck, hier werde über Albanien geredet.

Dörflers Isolation wurde auch bei anderen Themen offenkundig: Fünf Parteichefs sprachen sich gegen die Absicht der FPK aus, die letzten Reserven des mit drei Milliarden verschuldeten Landes auszugeben: Der Zukunftsfonds müsse bestehen bleiben, die Veranlagungserträge aus den 500 Millionen seien nachhaltig zu investieren.

Ein ähnliches Bild ergab die Koalitionsfrage: Bis auf Josef Bucher will keine Partei Dörfler wieder zum Landeshauptmann wählen. Köfer will gar niemanden wählen, Bucher kann sich jede Koalition vorstellen, präferiert aber „Mitte-rechts“. Die Wahl Peter Kaisers zum Landeshauptmann können sich hingegen Holub, Obernosterer, Bucher und sogar Dörfler vorstellen. Dörfler: „Ich denke, ich werde Nummer 1 sein. Ich wähle aber Peter Kaiser, wenn er Stärkster wird.“

(kurier) Erstellt am 24.02.2013, 17:27


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