Letztes Update am 06.07.2012, 11:53
Kritik: Auf Burg Perchtoldsdorf spielen Burgschauspieler Shakespeare "Macbeth". An diesem Abend ist alles perfekt.
Regisseur Hirzenberger überrascht mit einer Fülle von Ideen. überrascht mit einer Fülle von Ideen. Die oft unfreiwillig komischen Hexenszenen lässt er in Nebel und mit Stimmen aus dem Off aufgehen. Mittels Videoprojektion melden sich bereits Gemeuchelte zu Wort.
Gruselig, wie Banquos (Sven Sorring) Geistergesicht überlebensgroß auf dem Turm erscheint und zwei Riesenhände scheinbar nach Macbeth greifen. Frau und Kinder Macduff, allesamt Macbeths Mordopfer, zeigt Puppenbauer Nikolaus Habjan als Figuren.
Sonst ist die auf zwei Ebenen angelegte Bühne von herausragenden Schauspielern befüllt. Das Burgtheater-Ehepaar Dietmar König und Alexandra Henkel ist fabelhaft als Lord und Lady Macbeth. Er ein verzweifelter Zweifler, sie ein Machtmensch, der in der Männerrunde eindeutig den "Längsten" hat. Subtile Miniaturen machen ihr Spiel aus.
Etwa, wenn Macbeth König Duncan (Eduard Wildner) umarmt und "zufällig" einen Dolch in der Hand hat. Stefano Bernardin gibt den Macduff mit viel Verve und ein wenig Hang zur Hysterie. Max Mayer ist ein gefährlicher, verkrüppelter, vertrottelter Malcolm. Perchtoldsdorf at its best. Bravo!
KURIER-Wertung: ***** von *****
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