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KURIER
Cleopatra Cecilia Bartoli mit Christophe Dumaux (ihr Bruder Tolomeo) - Foto: APA

Letztes Update am 24.08.2012, 17:23

Erneuter Erfolg für "Giulio Cesare in Egitto". Kritik: Händels Oper wurde erwartungsgemäß zum Erfolg in Salzburg. Cecilia Bartoli begeisterte wie schon bei den Pfingstfestspielen als Cleopatra.

Die erste Übernahme der Salzburger Festspiele 2012 ging daneben: Bizets "Carmen", von den Osterfestspielen ins Sommerprogramm gewandert.

Die zweite Übernahme einer bereits im Vorfeld zur Premiere gelangten Opernproduktion wurde hingegen – ebenso erwartungsgemäß – zum Erfolg: Händels "Giulio Cesare in Egitto", eine Aufführung der Pfingstfestspiele, ist nun wieder im Haus für Mozart zu erleben.

Cecilia Bartoli, die künstlerische Leiterin des Pfingstfestivals, begeistert neuerlich als Cleopatra, die dank Cäsars Gnaden auf den Thron kommt – und auch in seine Arme. Eine Krönung auf der Bühne. Und wieder einmal eine gesangliche. Bartoli singt sensibel, berührend, teils im zartesten Piano, mit feinen Verzierungen. Ihr Spiel ist leidenschaftlich und auch selbstironisch. Ihre Gesangspartner stehen ihr kaum nach: Anne Sofie von Otter als Cornelia, Ruben Drole als Achilla und Peter Kálmán als Curio. Dazu gibt es ein Fest für Countertenöre und den renommierten Altisten Jochen Kowalski (Nirena): Philippe Jaroussky (Sesto) überzeugt mit phänomenaler Höhe und Klarheit, Christophe Dumaux (Tolomeo) mit Präzision und feinem Timbre, von Andreas Scholl (Giulio Cesare) würde man sich eine kraftvollere Gestaltung der Titelpartie wünschen.

Fest für Countertenöre

Das Dirigat von Giovanni Antonini am Pult des exzellenten Ensembles Il Giardino Armonico ist dramaturgisch überzeugend. Er kostet gerade die langsamen Tempi, im kongenialen Zusammenspiel mit Bartoli, voll aus. Die transparenten, farbenprächtigen Klänge sind trotz kleiner Besetzung akustisch hinreißend.

Die Regie von Moshe Leiser und Patrice Caurier changiert zwischen Komik und tiefgründiger Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg. Cäsar tritt als mächtigster Mann der EU auf, seine Soldaten tanzen verführerisch, sind aber brutal. Am Ende fährt sogar ein Panzer auf, Frieden ist nicht möglich. Die Aufführung dauert fünf Stunden – das war vielen Besuchern zu lang.

2013 wird Bartoli zu Pfingsten und im Sommer "Norma" singen.

KURIER-Wertung: ***** von *****

(kurier) Erstellt am 24.08.2012, 14:41

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