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KURIER
In einer Rotlicht-Box wird Marie misshandelt. 3 SAT zeigt am Sonntag um 21.55 Uhr die Oper aus Salzburg. - Foto: APA/BARBARA GINDL

Letztes Update am 21.08.2012, 16:54

Erfolg für "Die Soldaten" in Salzburg. Mit (nicht mehr ganz) neuer Musik war die letzte große Opernpremiere "Die Soldaten" in der Salzburger Felsenreitschule ein voller Erfolg.

Die Felsenreitschule, 1683 errichtet, ist wieder eine echte Reitschule. Zahlreiche Pferde spielen auf der Bühne mit – das ist nur einer von vielen Effekten, die Alvis Hermanis bei der Produktion von Bernd Alois Zimmermanns "Soldaten" raffiniert setzt.

Der Regisseur, der die Premiere "Pussy Riot" widmete, schafft eine lange nicht mehr gesehene Bilderflut. Er hat die Arkaden vorne auf der Bühne nachgebaut, lässt aber den eindrucksvollen Raum auch wirken. Dahinter sind die Schlafstätten der Soldaten und der Pferde, davor spielen sich die (teils parallel) ablaufenden Szenen ab. Ein Spektakel, das die Geschichte von Marie (nach Jakob Michael Reinhold Lenz) intensiv erzählt. Sie, verlobt mit dem Tuchhändler Stolzius, lässt sich mit dem Offizier und Baron Desportes ein, wird mehr und mehr zur Hure gemacht und landet in der Gosse.

Erstklassige Besetzung

Ebenso gewaltig ist die musikalische Umsetzung der 1965 uraufgeführten Oper, die auf riesiges Orchester, großes Schlagwerk, drei Bühnenorchester, Jazz-Combos etc. setzt. Ingo Metzmacher beherrscht die komplexe, nicht nur rhythmisch anspruchsvolle Partitur geradezu perfekt und setzt sie mit den Wiener Philharmonikern dramatisch, höchst dynamisch und präzise um. Man wird als Zuhörer von dieser seriellen Musik nicht nur gefordert, sondern teils auch überwältigt.

Die Besetzung bei diesem Erfolg der Festspiele ist erstklassig. Laura Aikin macht sich die Extrem-Partie der Marie mit großen Intervallsprüngen und heftigen Ausbrüchen zu eigen. Sie liefert ebenso wie Alfred Muff als ihr Vater, Tomas Konieczny als Stolzius, Boaz Daniel als Eisenhardt, Daniel Brenna als Deportes, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke als Pirzel, Matthias Klink als Graf de la Roche eine meisterliche Gesangs- und Darstellungsleistung. Gabriela Beňačková, fast schon eine Legende, besticht als Gräfin de la Roche.

Dass dieses Werk wirklich in einer Reihe mit "Wozzeck" oder "Lulu" steht, die immer wieder zum Vergleich herangezogen werden, muss aber bezweifelt werden.

KURIER-Wertung: ***** von *****

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(kurier) Erstellt am 21.08.2012, 16:30

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