Letztes Update am 28.07.2012, 16:00
Popfest: Open Air ohne Kabinenparty.
Tag zwei brachte am Freitag groß aufspielende M185 und die Linzer HipHop-Formation Texta, die auch ohne Kabinenparty-Hit von Skero für Stimmung sorgte
Tag zwei des Popfestes am Wiener Karlsplatz hatte wieder ein abwechslungsreiches Programm zu bieten: Mit den Lonely Drifter Karen eröffnete am Freitag eine Pop-Formation mit Wurzeln in Wien, Spanien und Frankreich, mit M185 folgten aktuelle Amadeus-Award-Gewinner und zum Abschluss gab es auf der Seebühne HipHop von Texta aus Linz.
Wie schon am ersten Tag, an dem kolportierte 15.000 Besucher die dritte Auflage des Popfestes besucht hatten, waren auch am Freitag wieder jede Menge gut gelaunter Menschen zur Seebühne vor der Karlskirche geströmt.
Um 18.30 Uhr eröffneten mit Lonely Drifter Karen, eine Band, deren "interplanetarischer Dream Pop (© "The Line of Best Fit") gerade über den grünen Klee gelobt wird. Auf der Bühne wie in der Musik dabei im Mittelpunkt:
Sängerin Tanja Frinta. Ihre Stimme trug Nummern wie "Three Colors Red" oder "Velvet Rope". Der Zuschauerandrang war, wohl da aber noch überschaubar.
Um 20.00 Uhr enterte dann M185 die Seebühne. Die fünfköpfige Band rund um Sänger Wolfram Leitner begeisterte mit ihrer Mischung aus Indie-Anklängen, poppigen Melodien und Post-Rock.
Bereits 2011 hatten die Band auf dem Popfest gespielt. Damals zwar noch in der kleinen Kunsthalle, aber immerhin. Nachdem M185 2011 den Amadeus FM4 Alternative Award gewannen, waren die Veranstalter dieses Jahr ja geradezu verpflichtet die M185 zu engagieren.
M185 (übrigens gesprochen) dankten es mit einem begeisternden, fast hypnotisierenden Set.
Die Band-typischen Saxophon Parts unterstützten live den psychedelischen Sound - der großen Anklang beim Publikum fand.
Sogar etwas früher als geplant begannen dann um kurz vor 21.30 die HipHop-Veteranen von Texta mit ihrer Best Of-Show aus bald 20 Jahren Bandgeschichte.
Routiniert und trotzdem nicht langweilig: In ihrem Elan wollten Texta auch all jene vor die Bühne – und damit Boxen - holen, die es sich auf den Stiegen vor der Karlskirche und rund um den kleinen See gemütlich gemacht hatten.
Doch entweder es wollte sie keiner verstehen, oder der Sound hinter der Bühne ist tatsächlich so schlecht, dass sie niemand hörte. Auf jeden Fall verhallte die Aufforderung ohne jegliche Reaktion.
In diesem Fall war das egal – denn Platz vor der Bühne war sowieso kaum mehr vorhanden. Grundsätzlich ist der schlechte Sound hinter der Bühne aber ein echtes Problem.
Daran hat sich trotz neuen Termins, an dem der benachbarte Musikverein nicht mehr gestört werden soll, auch heuer nichts geändert. Im Juli hat dieser nämlich Spielpause und man würde meinen, dass somit die Lautstärkeregler etwas hochgedreht werden könnten – aber leider falsch gedacht.
Texta ließen sich davon nicht beirren und legten mit ihrem ersten Lied "So oder So" dann auch gleich die richtige Einstellung an den Tag. "So schnö kaust gor net) schaun!", "Hediwari" und "So könnt’s gehen" sorgten für Stimmungshighlights.
Auf den größten Hit aus dem Texta-Umfeld wurde aber verzichtet. Mit "Kabinenparty" hatte Skero den Sommerhit 2009. Seit der Song auf jeder Matura- und Freibadparty zwischen Neusiedler- und Bodensee gespielt wurde, eignet er sich aber offensichtlich nicht mehr für das Popfest. Eigentlich also eine gute Entscheidung.
Das Publikum hätte sich aber wohl trotzdem gefreut den Refrain mitsingen zu dürfen. Als hätten Texta geahnt, dass sie nicht nur hinter der Bühne, sondern insbesondere die Ansagen auch vor der Bühne schwer zu verstehen waren, gab es als Zugabe dann noch "Sprachbarrieren".
"Wir wollen nichts von euch, nur verstanden werden.", heißt es da im Refrain. Auch wenn dieser Wunsch an diesem Abend nicht ganz in Erfüllung ging – immerhin die Stimmung passte.
(kurier)
Erstellt am 28.07.2012, 14:42