Letztes Update am 15.08.2012, 23:06
Frequency startet ganz "easy".
Pandarapper Cro eröffnete am Nachmittag das FM4-Frequency Festival. Die Black Keys sorgten später für einen ersten musikalischen Höhepunkt.
Auf nach St. Pölten, beladen mit allem, was man so braucht für den Kurzurlaub unter (und neben) der Autobahnbrücke: Am Mittwoch startete das FM4 Frequency-Festival, und die Pauschaltouristen des Rockfestival-Zirkus waren professionell vorbereitet.Impressionen vom Anreisetag und Bilder der ersten Konzerte von Cro, Ed Sheeran, den Black Keys und natürlich The Killers, den Headlinern des ersten Abends finden Sie hier.
Keine Palette Bier wird im Auto vergessen, kein Stück Oberbekleidung zuviel eingesteckt und keine Sonnencreme aufgetragen. Ohne gröbere Anreiseprobleme füllten die Besucher das Campinggelände mit dem besonderen Charme zwischen Traisen und Westautobahn.
Knapp nach 16 Uhr war es dann auch musikalisch soweit: Entspannungsrapper Cro geleitete sanft wie ein Schlafphasenwecker in erstmals vier (statt wie bisher drei) Tage Festival.
In Rapper-Manier erklärte Cro recht ausführlich, wie er heißt ("Cro") und wer er ist ("unübertroffen").
Dann ist gleich nach der ersten Nummer irgendein Stecker rausgeflogen. "Gebt mir mal ein ,Buh’ für die Technik", sagte Cro, dann ging es schon weiter.
Unter seiner Pandamaske war es wohl weniger "Easy" als die gleichnamige Hitsingle suggeriert.
Sommerlich heiß gab sich der Auftakt, und das ist beim ehemals in Salzburg beheimateten Frequency-Festival immer noch gewöhnungsbedürftig.
Früher gab es Pflichtregen, heute hingegen soll eine Schneekanone am Gelände die auf Feiertouren kommenden Besucher kühlen.
Für Schnee hat zwar sicher keiner gepackt. Dafür aber ja nicht den Helm mit dem Bierdosenhalter vergessen!
Jedenfalls: Auch die ersten Acts kamen in Urlaubsstimmung nach St. Pölten.
Brandon Flowers von den Killers (Hauptact am Mittwoch) ging am Montag auf die Rax wandern – und brachte die Gipfelatmosphäre auch mit nach St. Pölten:
Ein stilisiertes Bergmassiv zog sich über den Bühnenhintergrund, als die Killers mit „Runaways“ (vom neuen Album „Battle Born“) den hervorragend ankommenden Auftritt eröffneten.
Zuvor gab es Faszinierendes zu beobachten: Der in England vierfach Platin-ausgezeichnete Ed Sheeran spielt vor Konzerten stundenlang Tischtennis.
Dass er überhaupt nach St. Pölten gekommen ist, ist übrigens Elton John zu verdanken: "Ich habe ihn angerufen und gefragt, ob ich auf Tour gehen soll", so Sheeran zum KURIER.
Und Elton John hat richtig entschieden: Sheeran lieferte einen ebenso starken wie emotionalen Auftritt ab. Nur mit der Akustikgitarre bewaffnet, kam er auf die Bühne, aber da darf man sich nicht täuschen lassen.
Sheeran schichtete Soundebene auf Soundebene.
Er nahm sich live auf der Bühne auf, ließ diese musikalischen Puzzleteile im Kreis spielen und begleitete sich so selber, mit Rhythmen, mehreren Gitarrentracks und Backgroundgesang. Das war ganz wunderbar.
Und dann spielten die Black Keys, dabei gediegen melancholisch dreinschauend, lässigen Post-Retro-Rock in Richtung Abendsonne. Knarzig, ruppig und irgendwo tief drinnen überaus sanft.
Ein Höhepunkt an einem „Anreisetag“, der sich letztlich als einer der stimmigsten Festivalnachmittage des Jahres entpuppte.
Vorerst war am Mittwoch nur die Space Stage (mit Cro, Sheeran, den Black Keys und den Killers hochwertig bespielt) in Betrieb. Das sollte sich am Donnerstag ändern: Auf acht Bühnen spielen bis Samstag 109 Acts, es gibt Programm bis in die frühen Morgenstunden.
Einige Highlights: Oasis-Exhälfte Noel Gallagher mit seinem ersten Soloauftritt in Österreich und Placebo am Donnerstag.
Die schwedischen Anzugträger The Hives und Hartes von Korn am Freitag.
Die Indie-Hoffnung The xx, die Rückkehr von Bloc Party und ganz unsommerlich-düstere 80er-Nostalgie mit The Cure zum Finale am Samstag.
(kurier/Brigitte Schokarth, Georg Leyrer)
Erstellt am 15.08.2012, 16:37