Letztes Update am 19.08.2012, 19:44
Der Vizekanzler kontaktierte den Euro-Gruppen-Chef, der ihm "martialische Rhetorik" vorgeworfen hatte.
Jean-Claude Juncker ist gerade auf Urlaub in Tirol. Als er dort von Journalisten auf die Aussagen von Vizekanzler Michael Spindelegger zur Euro-Krise angesprochen wurde, sagte der Euro-Gruppen-Chef: Es mache keinen Sinn, über Euro-Austrittsszenarien zu fabulieren. Juncker verurteilte die "martialische Rhetorik".
Das wollte Spindelegger nicht auf sich sitzen lassen. Der ÖVP-Chef rief den Luxemburger Premier in dessen Urlaubsdomizil an, um ihm seine Sicht der reportierten Dinge zu erklären.
Spindelegger hatte im Freitag-KURIER erklärt: Für Euro-Länder, die sich langfristig nicht an die vereinbarten Verpflichtungen halten, sollte die Möglichkeit geschaffen werden, sie aus der Währungsunion auszuschließen. Dafür sei aber eine Vertragsänderung nötig.
Das hat Spindelegger am Samstag auch Juncker in einem ausführlichen Telefonat so erklärt. "Es war ein sehr freundschaftliches Gespräch. Die beiden verstehen sich sehr gut. Alle Missverständnisse sind ausgeräumt", heißt es im Umfeld des ÖVP-Chefs. Spindelegger bleibe dabei, dass die EU Zähne zeigen müsse. Für Juncker sei dies nachvollziehbar.
Der Euro-Gruppen-Chef wird sich am Mittwoch in Athen übrigens selbst ein Bild von den Sparanstrengungen der Griechen machen.
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