Eurokrise Spaniens marode Regionen Diskussion Weitere Artikel Letztes Update am 24.07.2012, 08:40 Bildergallerie drucken An Instapaper senden Spaniens marode Regionen. Die 17 autonomen Regionen Spaniens brauchen heuer mehr als 50 Mrd. Euro um Schulden zu zahlen und Budgetlöcher zu stopfen. Vollbild Zurück Bild von / Weiter Schliessen Vollbild Erst die maroden Banken, nun die pleitebedrohten Regionen: Spanien kommt nicht zur Ruhe. Kaum, dass das bis Hilfspaket für den Finanzsektor geschnürt ist, versetzen Sorgen um die Finanzlage der 17 autonomen Regionen die Märkte in Panik. Im Folgenden ein Überblick über die Schuldenlage der Regionen. Im Bild: Börse in Madrid MURCIA: Der Präsident der Provinz an der südöstlichen Küste signalisierte ein Hilfegesuch an die Zentralregierung. "Wir würden um 200 bis 300 Mio. Euro bitten", sagte Ramon Luis Valcarcel. In der zweiten Jahreshälfte muss die Provinz 430 Mio. Euro an frischem Geld einsammeln. Sie steht mit insgesamt 2,8 Mrd. Euro in der Kreide. Im Bild: Rathaus von Murcia VALENCIA: Die östliche Provinz hat als erste und bisher einzige die Regierung um Finanzhilfe gebeten. Vorausgegangen war der Zusammenbruch regionaler Banken, vor allem wegen einer geplatzten Immobilienblase. Der Refinanzierungsbedarf beläuft sich im zweiten Halbjahr auf 2,882 Mrd. Euro. Insgesamt ist Valencia mit 20,8 Mrd. Euro verschuldet. Im Bild: Rathaus von Valencia KATALONIEN: Die wirtschaftlich stärkste Region hat auch den höchsten Schuldenberg. Laut der Webseite El Confidencial beläuft sich der Schuldenstand Kataloniens insgesamt auf rund 48 Mrd. Euro. Davon müssen im Laufe des Jahres 2012 fast 13,5 Mrd. Euro refinanziert werden. Im Bild: Barcelona KASTILLIEN-LA MANCHA: Die Zentralregion hat bereits Zahlungsschwierigkeiten angedeutet. Sie ist für einen Finanzierungsmechanismus, der die Regionen stabilisieren soll. 704 Mio. Euro muss Castilla bis Ende des Jahres auftreiben. Der Schuldenstand beträgt 6,6 Mrd. Euro. Im Bild: Statuen von Don Quijote und Dulcinea in El Toboso KANARISCHE INSELN: Die Urlaubsregion muss sich in der zweiten Jahreshälfte doppelt so viel Geld leihen wie im ersten Halbjahr - insgesamt 522 Millionen Euro. Die Inselgruppe ist mit 3,7 Mrd. Euro verschuldet. ANDALUSIEN: Die größte Region hat eine der höchsten Arbeitslosenquoten Spaniens. Nach den Worten seines Vizepremiers ist Andalusien derzeit nicht auf Hilfsgelder angewiesen und hat eine vergleichsweise geringe Pro-Kopf-Verschuldung. Im dritten und viertel Quartal muss sich Andalusien 1,61 Mrd. Euro leihen. Die Gesamtverschuldung beträgt 14,3 Mrd. Euro. Im Bild: Fischhafen in Algeciras. BALEAREN: Bisher ist die Regionalregierung gegen Hilfsgelder. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Balearen ist eine der höchsten Spaniens. Bis Jahresende muss die Region 212 Millionen Euro auftreiben. Die Schulden belaufen sich auf 4,4 Milliarden Euro. Im Bild: Ibiza EXTREMADURA: Die Region im Südwesten gehört zu den ärmsten Gegenden Spaniens. Ihr Präsident lehnt Finanzspritzen ab. In der zweiten Jahreshälfte benötigt Extremadura 115,5 Millionen Euro an frischem Geld. Die Schulden summieren sich auf mehr als zwei Milliarden Euro. Im Bild: Innenstadt von Cáceres ASTURIEN: Die kleine nördliche Region, in der die Bergarbeiter kürzlich gegen die Sparpläne der Regierung streikten, will sich allein finanzieren. 74,4 Millionen Euro benötigt Asturien bis zum 31. Dezember. Die Schulden belaufen sich auf 2,1 Milliarden Euro. Im Bild: Basilika von Covadonga LA RIOJA: 940 Millionen Euro muss die Region bis Jahresende auftreiben. Der Schuldenstand ist mit 900 Millionen Euro der niedrigste aller Regionen. Im Bild: Arnedo KASTILIEN UND LEON: Gemeinsam mit Extremadura hat die Region gegen die neuen Defizitziele der Regierung aufbegehrt. 248 Millionen Euro benötigt sie bis Jahresende, bei einem Schuldenstand von 5,5 Milliarden Euro. Im Bild: Salamanca MADRID: Die Hauptstadt hat nach Angaben ihres Sprechers den gesamten Finanzbedarf für heuer bereits gedeckt. Die nach Katalonien wirtschaftlich zweitstärkste Region hat Schulden in Höhe von 15,5 Milliarden Euro. ANDERE: Navarra, Galicien, Kantabrien, Aragonien und das Baskenland müssen sich in diesem Jahr kaum noch frisches Geld besorgen. Ihre Finanzen sich vergleichsweise gesund. Im Bild: Navarra (rts/jt) Erstellt am 24.07.2012, 08:32 Stichworte: › Der Euro in der Krise › Europäische Union › Eurozone › Immobilienkrise › Schuldenkrise › Spanien Diskussion Kommentare aktualisieren Weitere Artikel zum Thema Eurokrise Anleger flüchten aus Spanien Die Angst, dass auch Spanien Geld vom Euro-Rettungsschirm braucht, wächst. Börsen und Anleihekurse stürzen ab. Auch Athen hat neue Sorgen. Eurokrise Spaniens Regionen wollen nicht sparen Einige spanische Regionen – darunter Andalusien und Katalonien – wollen den Sparkurs der Regierung in Madrid nicht mittragen. 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