Letztes Update am 11.07.2012, 11:53
Gold wird wieder glänzen.
Der Goldpreis werde die 2.000 Dollar-Marke binnen einem Jahr wieder übersteigen – das zumindest prophezeit der neue Goldbericht der Erste Group.
Niedrige Realzinsen und der Wunsch nach einer stabilen Anlageform lassen den Goldpreises künftig wieder anziehen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Bericht der Erste Group "In Gold we trust".
Mit seiner letzten Analyse vor einem Jahr hatte sich Ronald Stöferle, Goldexperte der Erste Bank, geirrt: Bei rund 2.000 Dollar sah er den Goldpreis, bei knapp 1.600 Dollar liegt er derzeit.
Und das obwohl verunsicherte Anleger den Preis im vergangenen September schon auf 1.920 Dollar getrieben hatten.
Diesmal aber wirklich, ist sich der Analyst sicher: Beim nächsten Report im Juli 2013 wird der Preis für das Edelmetall die 2.000er Marke überschritten haben. Als langfristiges Ziel sieht Stöferle "zumindest 2.300Dollar am Ende des Zyklus."
Zwei Gründe gibt Stöferle dafür an: "Erstens ist die Stimmung so bearish (schlecht, Anm.) wie seit 2008 nicht mehr - das ist ein guter `Kontraindikator`."
Und zweitens wird in den Sommer- und Herbstmonaten das Metall erfahrungsgemäß teurer ("Saisonalität").
Seit dem letzten Erste Group Goldreport im Juli 2011 stieg der Goldpreis auf Euro-Basis um 26%.
Zwar ist die Stimmung bei privaten Anlegern getrübt, doch seien die Notenbanken als Käufer auf den Markt zurückgekehrt. "Im Vorjahr kauften Zentralbanken so viel Gold wie zuletzt im Jahr 1964."
Laut einer Umfrage unter 54 Zentralbankern, die insgesamt für Portfolios im Wert von 6.000 Mrd. Dollar verantwortlich sind, sagten 71% der Befragten, dass Gold im Zuge der Eurokrise klar an Attraktivität gewonnen hätte.
Was dem Analysten bei seiner Prognose in die Karten spielt, ist die Erwartung der Marktteilnehmer, dass Notenbanken in Zukunft wohl eine lockere Geldpolitik weiterfahren werden.
Jüngst erst hatte die Europäische Zentralbank den Leitzins auf historisch niedrige 0,75 Prozent gesenkt. (mehr dazu)
Auch die US-Notenbank Fed könnte Analysten zufolge noch ein drittes Anleihe-Kaufprogramm auflegen.
Mit dieser Politik des billigen Geldes steigen die Inflationsrisiken, was Gold als Sicherheit gegen den Preisverfall attraktiv werden lässt.
Und auch der Goldhunger der Schwellenländer ist für den steigenden Preis mitverantwortlich. Während 1980 Europa und die USA noch 70% des weltweiten Goldes nachgefragt haben, sind es mittlerweile nur noch knapp 20%. Binnen der letzten 5 Jahre stieg der Anteil der Emerging Markets an der gesamten Goldnachfrage auf 70%.
(apa, KURIER)
Erstellt am 11.07.2012, 11:51