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KURIER
Foto: dapd

Letztes Update am 16.06.2012, 20:16

Syrien: UNO stoppt Mission. Das Leben des UN-Personals sei zunehmend in Gefahr, sagt Leiter Mood - Damaskus zeigt Verständnis für diesen Schritt.

Das Risiko ist einfach zu groß: Nach zwei Monaten haben die UN-Beobachter in Syrien ihre Mission abgebrochen. Der Einsatz werde ausgesetzt, teilte der Missionsleiter, der norwegische General Robert Mood, am Samstag mit. Mood hatte den Konfliktparteien am Freitag vorgeworfen, zur Eskalation der Lage beizutragen, wodurch das Leben der unbewaffneten Beobachter zunehmend in Gefahr gerate.

Die Aussetzung des Einsatz zwei Monate nach Beginn der Mission erfolge wegen "der Verstärkung der Gewalt" und der damit verbundenen Risiken für die Beobachter, teilte der Mood am Samstag mit. "Die Beobachter stellen ihre Patrouillen bis auf weiteres ein." Die Mission werde wieder aufgenommen, wenn es die Situation erlaube.

Verständnis

Syrien
Ein syrischer Rebell in Idlib - Foto: ap

Die Führung in Damaskus hat Verständnis für die Entscheidung geäußert. Das Außenministerium verstehe die Entscheidung, "die Sicherheit der Beobachter zu schützen", hieß es in einer am Samstag von der amtlichen Nachrichtenagentur Sana veröffentlichten Erklärung. Erneut machte die Regierung "terroristische Gruppierungen" für die Gewalt verantwortlich. "Bewaffnete Terroristen" hätten ihre Angriffe, vor allem gegen UN-Beobachter, ausgeweitet.

Das Weiße Haus sprach am Samstag von einem "kritischen Zeitpunkt" für die Entwicklungen in Syrien und rief den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad erneut zum Rücktritt auf. Umso schneller es in Syrien zu einer "politischen Transition" komme, umso größer seien die Chancen einen langen und blutigen Bürgerkrieg zu vermeiden, erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses.

300 Beobachter

 Der UN-Sicherheitsrat hatte am 14. April die Entsendung von Beobachtern nach Syrien beschlossen. Tags darauf traf das erste Vorausteam in Syrien ein, nach und nach wurde die Mission auf 300 Beobachter aufgestockt. Ihre Aufgabe war es, die Einhaltung einer Waffenruhe zwischen den Aufständischen und den Sicherheitskräften von Präsident Bashar al-Assad zu überwachen. Die Mission konnte jedoch nicht verhindern, dass das Blutvergießen weiterging.

Assad lässt seit März 2011 die Protestbewegung in seinem Land blutig niederschlagen. Seitdem sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten insgesamt mehr als 14.400 Menschen getötet worden. Am Samstag wurden der syrischen Opposition zufolge mindestens 36 Menschen getötet.

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(apa/mn, ep) Erstellt am 16.06.2012, 14:30

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