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Sonntag, 14. März 2010

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Apples neuester Coup heißt "iPad"

Steve Jobs, Chef des Computer-Riesen Apple, hat sein neuestes Baby vorgestellt. Mit dem "iPad" will er die Konkurrenz unter Druck setzen.

Apple Jobs hat vor wenigen Minuten sein neues Produkt "iPad", ein eBook-ähnliches, multifunktionales Gerät vorgestellt. DruckenSendenLeserbrief
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Apple-Chef Steve Jobs hat am Mittwoch seinen mit Spannung erwarteten neuartigen Computer vorgestellt, der als iPad bezeichnet wird und die Lücke schließt zwischen Handy und Laptop. "Wir wollen 2010 beginnen, indem wir heute ein magisches und revolutionäres Produkt einführen", sagte Jobs in San Francisco. Das Gerät hat einen Touchscreen mit einer Größe von 9,7 Zoll - das entspricht etwa den kleinen Netbooks.

"Es ist viel besser als ein Laptop und viel besser als ein Handy", sagte Jobs. Ähnlich wie beim iPhone von Apple passt sich die Bildschirmdarstellung daran an, wie das Gerät gerade gehalten wird. Der iPad integriert einen Web-Browser, E-Mail, Fernsehen und Video sowie das Lesen von digitalen Büchern, den E-Books. Auch Computerspiele sind damit möglich, auch wenn das nicht der Hauptzweck sein wird. Schließlich unterstützt der iPad auch alle Anwendungen für das iPhone, die in den vergangenen Monaten immer vielfältiger geworden sind.

Der flache Computer (1,25 Zentimeter hoch und 680 Gramm leicht) wird von einem neuen Prozessor mit einer Taktrate von einem Gigahertz betrieben und hat eine Akkulaufzeit von zehn Stunden im Vollbetrieb. Die Daten werden auf einem Flash-Speicher - ähnlich der Speichertechnik eines USB-Sticks abgelegt, der je nach Modell einen Umfang von 16 bis 64 Gigabyte hat. Als Verbindungstechniken stehen WLAN und Bluetooth zur Verfügung.

eBooks

Anders als bisherige E-Book-Geräte hat es einen hochauflösenden Farbbildschirm, der über einen Touchscreen, also eine berührungsempfindliche Oberfläche, bedient wird. Branchenexperten hatten vor der Präsentation die Vermutung geäußert, dass das neue Apple-Produkt den Tablet-Computern zum Durchbruch auf dem Markt verhelfen könnte.
Ähnlich wie das iPhone kann das iPad aus dem iTunes Store von Apple mit Videos, Musik und kleinen Programmen ("Apps") bestückt werden. Für das iPhone sind nach den Worten von Jobs inzwischen über 140.000 Anwendungen verfügbar. Die iPhone-Apps sollen alle auch auf dem iPad laufen. "Das wird einen neuen Goldrausch für Entwickler auslösen", sagte Jobs. Die "New York Times" kündigte in San Francisco eine eigens für das iPad optimierte Anwendung an.


3G-Modus

Apple verlangt für die Version mit 16 Gigabyte ab 499 Dollar - umgerechnet etwa 355 Euro. Wer das 32 oder 64 Gigabyte-Gerät besitzen will muss umgerechnet etwa 426 oder 497 Euro bezahlen. Zudem hat Apple ein iPad mit einem 3G-Mobilfunk-Modus präsentiert, für den man nochmals etwa 130 Dollar oder etwa 92 Euro berappen muss. Für das extra starke Gerät mit 64 Gigabyte muss der Kunde deutlich tiefer in die Tasche greifen und 820 Dollar (589 Euro) zahlen. Die ersten Gerät will der Computer-Riese schon im April ausliefern.

Einen direkten Konkurrenzkampf will Apple offensichtlich mit Amazons Kindle & Co. aufnehmen. Über den "iBook Store" sollen etliche Werke von großen Verlagen auf das iPad übertragen werden. Apple wird einen wirtschaftlichen Kampf vor allem mit Amazons eBook-Shop führen. Bei der Präsentation des "iBook Store" wurde dies anhand einer iPad-App der New York Times demonstriert, bei dem das Gerät die Zeitung in Farbe und printähnlich darstellen kann. Im Gegensatz dazu können die Zeitungen bei Amazons Kindle nur in Schwarz/Weiß angezeigt werden. Die eBooks werden laut Unternehmen im weit verbreiteten ePub-Standard, der auch von Sony und anderen Herstellern bevorzugt wird, vertrieben. Nur Amazon verwendet einen eigenen eBook-Standard.

iWork

Nicht nur zum Lesen oder Spielen ist das iPad ausgelegt, sondern auch zum Arbeiten, wie Projektmanager Phil Schiller zeigte. Er präsentierte die Bürosoftware iWork für das iPad. Für das kleine Gerät musste die Benutzeroberfläche komplett überarbeitet werden. Über die Menüleiste, die beim iPhone nicht vorhanden ist, bekommt der Nutzer mehrere Zusatzfunktionen. Bei einer Tabellenkalkulation verändert sich das Software-Keyboard, womit leichte Zahlen- und Datumseingaben möglich werden. Die für das iPad zugeschnittene iWork-Anwendungen werden für je zehn Dollar zu haben sein.

Artikel vom 27.01.2010 21:18 | apa | jz


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