Weihnachten mit den Opernstars

So feiern Netrebko, Ushakova, Fally & Co.

Obwohl die gebürtige Russin mit österreichischem Pass nicht katholisch ist, feiert Anna Netrebko mit Lebensgefährte Erwin Schrott und Tiago dennoch ganz traditionell den Heiligen Abend, aber ohne Christbaum. „Wir kommen erst am 24. Dezember aus New York zurück und fliegen am nächsten Tag gleich weiter, also komme ich nicht mehr dazu, einen Baum aufzustellen.“ Ob ihr vierjähriger Sohn schon den Sinn von Weihnachten versteht? "Oh ja, er weiß alles. Er kennt Santa Claus und Deduschka Moros (Väterchen Frost), der die Geschenke bringt. Tiago fährt voll auf Eisenbahnen ab und auf ‚Angry Birds‘. Das ist sein Lieblings-Computerspiel, das darf ich nicht einmal angreifen." Rolando Villazon hat Geschenke zu besorgen. „Meine zwei Söhne durften vor Weihnachten zwei Wünsche deponieren, damit das Christkind noch eine Wahl hat.“ Die österreichischen Sopranistinnen Daniela Fally und Alexandra Reinprecht freuen sich über einen spielfreien Tag und ihre Liebsten. Alexandra: „Bei uns gibt es Lachs, denn meine Tante würde nie eine amerikanische Sitte wie Truthahn oder so verstehen. Mein Mann und ich freuen uns auf unsere Omis, die wir aus dem Altersheim holen.“ Daniela Fally muss an heilig Abend nicht auf der Bühen stehen. „Wenn ich Glück habe, so wie heuer, arbeite ich am 24. Dezember nicht und kann im Kreis meiner Liebsten feiern.“ Ramón Vargas sieht nicht viel Unterschied zwischen Weihnachten in seinem Heimatland und Österreich. "Weihnachten feiert man in Mexiko wie hier in Wien. Es ist nur eigenartig, den Baum mit Kunstschnee zu überziehen.“ Natalia Ushakova zog es nach St. Petersburg, obwohl in Russland erst am 6. Jänner Väterchen Frost die Geschenke bringt: "Dort ist es wie hier, wir essen zusammen, beschenken uns, aber danach ziehen wir mit Priestern singend um eine Kirche. Hier kommt nicht nur die eigene, sondern viele Familien aus der Nachbarschaft zusammen.“ Bariton Clemens Unterreiner hat sein eigenes Ritual: „Seit der Schulzeit treffe ich immer am 24. 12. mittags meine Freunde im Café Mozart auf einen Punsch.“

Andere Länder, aber nicht immer andere Sitten. Auch wenn viele Opernstars, die an österreichischen Häusern brillieren, so manche Traditionen aus ihrer Heimat übernehmen, frönen sie dennoch gerne auch unserem Brauchtum.

(KURIER) Erstellt am
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