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Kurier Fotowettbewerb 2014
Auf Achse: Skisprung-Olympiasieger Ernst Vettori ist Sportdirektor der erfolgreichen ÖSV-Springer und Kombinierer.
Auf Achse: Skisprung-Olympiasieger Ernst Vettori ist Sportdirektor der erfolgreichen ÖSV-Springer und Kombinierer. - Foto: APA/ROBERT PARIGGERunbegrenzt verfügbar

Letztes Update am 12.02.2012, 08:56

Was wurde aus den Medaillengewin­nern?. Mütter, Polizisten, Schmuckdesigner und ein Knotenlöser

6 GOLDMEDAILLEN

- Petra Kronberger jubelte am 13. Februar über Kombi-Gold.

- Petra Kronberger siegte auch im Slalom, am 20. Februar, einen Tag vor ihrem 23. Geburtstag. Am 28. Dezember 1992 gab sie ihren Rücktritt bekannt. Die Salzburgerin holte die Matura nach, studierte Germanistik und Kunstgeschichte und arbeitete als Uni-Assistentin. Sie lebte in Berlin und Hamburg, wohnt nach der Scheidung in Salzburg und ist in der Erwachsenenbildung und als Kunstführerin tätig.

- Patrick Ortlieb holte sich mit 24 Jahren am 9. Februar den Sieg in der Abfahrt. Nach einem Abstecher in die Politik (Nationalratsabgeordneter der FPÖ) ist der Vorarlberger inzwischen Hotelier in Lech am Arlberg und fungiert als Präsident des Vorarlberger Skiverbandes. Tochter Nina ist eine vielversprechende Nachwuchsläuferin.

- Ernst Vettori krönte sich am 9. Februar mit 27 Jahren zum Olympiasieger auf der Kleinschanze. Der Tiroler ist heute ÖSV-Chef der Skispringer und Kombinierer. Er ist mit der Ex-Abfahrerin Sieglinde Winkler verheiratet und hat zwei Kinder. Sohn Nils war talentierter Kombinierer, Vettoris Tochter ist Sprungrichterin.

- Doris Neuner sorgte am 12. Februar mit Rodel-Gold für die große Überraschung. Nach einem Verkehrsunfall musste sie 1995 ihre Karriere beenden. Heute ist sie täglich im Kontakt mit Spitzensportlern, die 40-Jährige arbeitet in der Innsbrucker Sporttherapie Huber, die etliche Stars betreut.

- Viererbob Am 22. Februar schlug die goldene Stunde. Lenker Ingo Appelt beendete nach Olympia die Karriere. Von 1994 bis 2003 saß er für die FPÖ im Tiroler Landtag, der gelernte Goldschmied und Schmuckdesigner (50) besitzt heute ein Juweliergeschäft in Innsbruck.

Harald Winkler arbeitet inzwischen in Graz als Polizist in der Mordkommission. Der heute 49-jährige Grazer ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn, der im alpinen steirischen Landeskader steht.

Gerhard Haidacher wechselte nach Albertville den Schlitten und holte noch mit Hubert Schösser Medaillen. Nach dem Karriereende eröffnete er in Innsbruck ein Lokal, über dessen Eingang ein riesiger Bob prangte. Der 48-Jährige trainierte die Bob-Juniorenweltmeisterin Christina Hengster und ist heute selbstständig.

Auch Thomas Schroll saß nach Olympia weiter im Bob und feierte als Anschieber Erfolge. Der 46-Jährige ist inzwischen Geschäftsführer der Innsbrucker Nordkettenbahnen.

7 SILBERMEDAILLEN

- Anita Wachter
holte Silber in der Kombination aus Abfahrt (am 12. Februar, ihrem 25. Geburtstag) und Slalom (am 13. Februar).

- Anita Wachter wurde am 19. Februar hinter Pernilla Wiberg Zweite im Riesentorlauf. Die Vorarlbergerin ist mit Rainer Salzgeber verheiratet und hat zwei Kinder.

- Martin Höllwarth wurde am 9. Februar hinter Ernst Vettori Zweiter auf der Normalschanze – er war damals gerade einmal 17 Jahre alt. Der Zillertaler war noch bis 2008 als Springer aktiv, war danach Teamchef der estnischen Springer. Mittlerweile hat sich Höllwarth vom Spitzensport zurückgezogen, der dreifache Familienvater arbeitet als Energetiker.

- Martin Höllwarth gewann am 16. Februar auch auf der Großschanze Silber.

- Springer-Team Höllwarth, Vettori sowie Andreas Felder und Heinz Kuttin verpassten nur um 1,5 Punkte Gold, das an Finnland ging. Felder, der auf seine alten Tage noch auf den V-Stil umstellte, beendete nach den Spielen seine Karriere und arbeitete als Cheftrainer der ÖSV-Springer sowie als Trainer der deutschen und österreichischen Kombinierer. Mittlerweile kümmert sich der 49-Jährige um den Tiroler Nachwuchs. Sohn Björn war im Nachwuchs ein erfolgreicher Nordischer Kombinierer.

Heinz Kuttin hat sich Zeit seiner Karriere dem Sprunglauf verschrieben. Nach seinem Karriereende (1995) leitete er das Nordische Zentrum in Villach ehe er von 2004 bis 2006 Adam Malysz und die polnischen Springer betreute. Heute ist der 41-Jährige Stützpunkt-Trainer in Kärnten und der "Privatcoach" von Thomas Morgenstern und Martin Koch.

- Markus Prock holte am 10. Februar Silber im Kunstbahnrodeln. Heute fungiert der 47-jährige Tiroler als Sportdirektor bei Österreichs Rennrodlern und ist Manager und Mentor seines Neffen Gregor Schlierenzauer. Tochter Nina (16) sitzt ebenfalls auf der Rodel und war zuletzt bereits bei den Olympischen Jugendspielen in Innsbruck am Start.

- Angelika Neuner sorgte hinter ihrer jüngeren Schwester Doris für einen Doppelsieg im Rodeln. Die 42-jährige Innsbruckerin ist dem Sport erhalten geblieben und arbeitet als Trainerin beim österreichischen Rodelverband. Bei der WM in Altenberg war sie als TV-Expertin für den ORF im Einsatz.

8 BRONZEMEDAILLEN

- Günther Mader wurde am 9. Februar Dritter in der Abfahrt. Nur zwei Wochen nach seinem Karriereende 1998 erlitt der Tiroler einen Schlaganfall, von dem er sich allerdings gut erholte. Mader (47) begleitet heute den Skiweltcup als Rennsportchef der Firma Salomon und durfte sich im Vorjahr über spätes Vaterglück freuen.

- Michael Tritscher holte am 22. Februar mit 26 Jahren Bronze hinter dem Norweger Jagge und dem Italiener Tomba. Tritscher betreibt eine Skischule und ein Sportgeschäft in Rohrmoos und Schladming.

- Heinz Kuttin holte am 16. Februar auf der Großschanze eine weitere Medaille.

- Klaus Sulzenbacher musste sich am 11. Februar im Einzel nur den französischen Lokalmatadoren Guy und Guillaume geschlagen geben. Der 47-jährige Kitzbüheler war der Vorreiter von Gottwald, Stecher & Co. und hat eine Physiotherapie-Praxis. Aufgrund seiner Fähigkeiten im Bereich der Osteopathie wird Sulzenbacher auch der "Knotenlöser" genannt.

- Nordische Kombination Team Klaus Sulzenbacher, Klaus Ofner und Stefan Kreiner sorgten am 17. Februar für die zweite Medaille der Kombinierer. Der Steirer Ofner gab nach seinem Karriereende sein Wissen noch als Trainer an die Talente weiter, heute arbeitet der 43-jährige Vater zweier Kinder als Polizist in Klagenfurt. Stefan Kreiner erlebte mit dem Gewinn der Bronzemedaille den Höhepunkt seiner Karriere. Bereits 1995 beendete der Vorarlberger im Alter von 22 Jahren die Kombinierer-Laufbahn. Heute ist Kreiner im Bankwesen tätig.

- Veronika Wallinger beendete am 15. Februar die Abfahrt auf dem dritten Platz. Heute kennt man die Salzburgerin nur mehr unter den Namen Veronika Stallmaier, die 45-Jährige hat mit Volleyballtrainer Martin Stallmaier drei Kinder und arbeitet im Gesundheits-, Fitness- und Reha-Bereich.

- Markus Schmidt war im Rodel-Zweikampf der Dauerrivalen Georg Hackl und Markus Prock der lachende Dritte. Bronze war das Karriere-Highlight des Tirolers, der sich auch heute noch im Rodelsport engagiert. Schmidt ist Vizepräsident des österreichischen Verbandes, sitzt in der Jury des internationalen Rodelverbandes und arbeitet im Zivilberuf bei der Polizei in Kufstein.

- Emese Hunyady lief am 9. Februar über 3000 Meter mit 25 Jahren zu Bronze im Eisschnelllauf. Gunda Niemann holte die erste Goldmedaille für das wiedervereinte deutsche Team. Die gebürtige Ungarin hat an der Sportuniversität in Budapest ihr Studium in Rekreations-Management abgeschlossen, sucht momentan nach einem Job. "Olympiasieger im Zivilleben" - so lautet der Titel ihrer Diplomarbeit.

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(kurier) Erstellt am 11.02.2012, 22:30

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