ÖSV-Debakel beim Nacht-Slalom in Flachau

SLALOM DER DAMEN IN FLACHAU: VELEZ ZUZULOVA (SVK)
Foto: APA/BARBARA GINDL Siegreich: Veronika Velez Zuzulova

Bernadette Schild wird als beste Österreicherin 18. Der Sieg geht an die Slowakin Veronika Velez-Zuzulova.

Es gibt bessere Ideen als  feuchten Neuschnee für eine Slalom-Piste. Veronika Velez-Zuzulova  wird diese Theorie freilich  eher nicht unterschreiben, denn  die  Slowakin gewann den Nachtslalom von Flachau. Und ihr Ehemann, der französische Technik-Cheftrainer Romain Velez, setzte den zweiten Lauf, an dessen Ende die 31-Jährige  am Dienstagabend 68.942 Euro und den Titel Snow Space Princess gewann. Auf den Plätzen: Sarka Strachova aus Tschechien und Frida Hansdotter aus Schweden.

Schlimmste Niederlage seit 2009

Viele andere waren nicht gerade glücklich beim Flutlicht-Spektakel vor 13.500  Zuschauern – speziell die Österreicherinnen, die  weiter auf den nächsten Flachau-Sieg seit jenem von Marlies Schild im Dezember 2011  warten müssen und die die größte Schlappe seit dem Slalom von Garmisch-Partenkirchen im Jänner 2009 einstecken mussten. Damals kam Alexandra Daum als Beste auf den 24. Rang.

Carmen Thalmann, in diesem Winter schon Vierte, konnte sich  nach einem  Fehler am letzten Geländeübergang  zwar noch akrobatisch ins Ziel retten,  war mit 5,52 Sekunden Rückstand aber chancenlos, was die Qualifikation für den zweiten Lauf angeht  – und  fassungslos. „Ich bin mir  selber auf die Skier gestiegen“, sagte die 26-jährige Kärntnerin  und haderte: „Ich kann nicht gut fahren, wenn es so weich ist.“ Wie tief der Schreck saß, verriet die Antwort auf den  Hinweis darauf, dass Thalmann erstmals in der Gruppe der besten sieben starten durfte: „Das war das erste und letzte Mal.“

Aufmunterung dürfte sie von  Zimmerkollegin Katharina Truppe erfahren: Die 19-Jährige Frohnatur leistete sich zwar im ersten Teil der Prüfung einen Einfädler („Ich hab’ den Schwung zu früh angesetzt, das kann passieren“), weiß aber um ihre gute Form und Grundgeschwindigkeit und sieht daher auch keinen Grund, sich nicht auf den nächsten Nachtslalom zu freuen – der steigt nämlich schon am Freitag und erneut in Flachau, dann wird aber bereits um 15.30 Uhr und 18.30 Uhr gestartet.  Vorteil   Truppe: Just am Freitag hat der begeisterte Eishockey-Fan (KAC!) seinen  20. Geburtstag.

Pleiten, Pech, Pannen

Zwölf Österreicherinnen wollten gestern den Fans zeigen, was sie können, doch nur  vier  schafften es ins Finale. Einen Schritt nach vorn machte Bernadette Schild, die endlich einmal wieder jene Lockerheit verspürte, die sie so lange vermisst hatte. „Es geht in die richtige Richtung“, sagte die 26-jährige Saalfeldnerin, die in der Slalom-Weltrangliste in den letzten beiden Jahren vom siebenten Rang  auf Platz 20 abgerutscht ist und die nun als Beste in Rot-Weiß-Rot einen 18. Platz holte.

Julia Grünwald, geborene Dygruber, fabrizierte nach dem 19. Rang bei Halbzeit einen  Bauchfleck und schied ebenso aus wie Michaela Kirchgasser, die nach ihrem achten Zwischenrang noch Chancen aufs Podest hatte. Und Riesenslalom-Spezialistin Eva-Maria Brem setzte ihr „schwieriges Slalom-Projekt“ mit Platz 26 fort.

Offizieller Endstand:

1.

Veronika Velez-Zuzulova (SVK)

1:46,58

Min.

52,15

54,43

2.

Sarka Strachova (CZE)

1:46,89

+00,31

52,99

53,90

3.

Frida Hansdotter (SWE)

1:47,63

+01,05

53,47

54,16

4.

Wendy Holdener (SUI)

1:47,71

+01,13

52,69

55,02

5.

Nina Löseth (NOR)

1:47,86

+01,28

53,23

54,63

6.

Petra Vlhova (SVK)

1:48,00

+01,42

54,19

53,81

7.

Anna Swenn-Larsson (SWE)

1:48,08

+01,50

53,38

54,70

8.

Nastasia Noens (FRA)

1:48,21

+01,63

53,89

54,32

9.

Irene Curtoni (ITA)

1:48,61

+02,03

54,23

54,38

10.

Michelle Gisin (SUI)

1:48,68

+02,10

53,50

55,18

11.

Emelie Wikström (SWE)

1:49,26

+02,68

54,33

54,93

12.

Anne-Sophie Barthet (FRA)

1:49,73

+03,15

54,67

55,06

13.

Chiara Costazza (ITA)

1:49,76

+03,18

54,47

55,29

14.

Lena Dürr (GER)

1:49,97

+03,39

54,71

55,26

15.

Resi Stiegler (USA)

1:49,98

+03,40

54,53

55,45

16.

Charlotte Chable (SUI)

1:50,01

+03,43

55,72

54,29

17.

Maren Wiesler (GER)

1:50,07

+03,49

55,24

54,83

18.

Bernadette Schild (AUT)

1:50,08

+03,50

54,47

55,61

19.

Christina Geiger (GER)

1:50,52

+03,94

55,17

55,35

20.

Manuela Mölgg (ITA)

1:50,64

+04,06

55,65

54,99

21.

Maria Pietilä-Holmner (SWE)

1:50,67

+04,09

54,60

56,07

22.

Taina Barioz (FRA)

1:50,78

+04,20

55,10

55,68

23.

Lila Lapanja (USA)

1:51,11

+04,53

55,08

56,03

24.

Emi Hasegawa (JPN)

1:51,50

+04,92

55,76

55,74

25.

Paula Moltzan (USA)

1:51,69

+05,11

55,30

56,39

26.

Eva-Maria Brem (AUT)

1:51,73

+05,15

55,58

56,15

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Katharina Truppe (AUT), Denise Feierabend (SUI), Laurie Mougel (FRA)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Michaela Kirchgasser (AUT), Julia Grünwald (AUT), Marie-Michele Gagnon (CAN), Erin Mielzynski (CAN)

U.a. nicht für den 2. Lauf qualifiziert: Ricarda Haaser, Katharina Gallhuber (beide 35.), Stephanie Brunner (39.), Katharina Huber (40.), Lisa-Maria Zeller (42.), Katharina Liensberger (43.), Carmen Thalmann (51./alle AUT)

(Kurier) Erstellt am
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