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Erwischt: Andreas Kofler tappte in die Anzugfalle.
Erwischt: Andreas Kofler tappte in die Anzugfalle. - Foto: AP/Kerstin Joensson

Letztes Update am 31.12.2012, 15:09

Koflers Anzug-Ohrfeige. Nach den Flops in Oberstdorf ist Gregor Schlierenzauer die letzte Hoffnung auf den Tourneesieg.

Der eine Tourneesieger ging k.o. (Thomas Morgenstern). Der andere Tourneesieger hielt sich nicht an die Kleiderordnung (Andreas Kofler). Dazu zwei weitere Springer, die sich nicht für den Finaldurchgang qualifizieren konnten (Martin Koch, Michael Hayböck) – die österreichischen Adler flogen beim Tourneeauftakt in Oberstdorf aus allen Wolken.

Vier gewinnt, das war vor dieser Tournee noch als Devise ausgegeben worden, immerhin schickten die Österreicher gleich vier ehemalige Tourneesieger ins Rennen. Vor dem Neujahrsspringen in Garmisch (14 Uhr, live in ORF1) heißt das Motto: Es kann nur einen geben. Gregor Schlierenzauer, der Zweite von Oberstdorf, ist der letzte Hoffnungsträger auf den fünften österreichischen Tourneesieg in Folge. „Mir ist bewusst, dass jetzt der Druck größer ist“, meint der 22-Jährige, „die Stimmung war ein bisschen geknickt.“


Ohrfeige

Vor allem die Disqualifikation von Andreas Kofler ist eine schallende Ohrfeige für das beste Skisprung-Team der Welt. Da verweist man im ÖSV-Adlerhorst stets auf die große Professionalität; da reist die Mannschaft im Luxusbus durch die Gegend; da leisten sich die Österreicher ein riesiges Team an Experten (Physiotherapeuten, Mediziner, Materialcrew); da wird praktisch nichts dem Zufall überlassen – und dann scheitert man an den Kleidervorschriften. Nicht zum ersten Mal übrigens, denn Kofler ist ein Wiederholungstäter. In dieser Saison war der Tiroler bereits drei Mal mit einem zu großen Anzug aus dem Verkehr gezogen worden. In Oberstdorf soll Koflers Anzug gleich um 6 Zentimeter zu weit gewesen sein. „Der Andi hat das sicher nicht absichtlich gemacht“, versichert Cheftrainer Alexander Pointner. Er ist nicht der einzige Kritiker der engeren Anzüge. Zu schnell würde sich der Stoff ausdehnen, zu groß wäre die Grauzone bei den Kontrollen. „Natürlich ist da auch einiges an Subjektivität dabei“, erklärte Sepp Gratzer, der offizielle Material-Hüter der FIS, im ORF.

Für Kofler ist die Tournee damit Geschichte. „Das ist keine feine Situation, ich muss da eine Lösung finden“, erklärte der zweifache Saisonsieger. „Lieber beschäftige ich mich mit meinen Sprüngen als mit dem Anzug.“

Andreas Kofler scheint übrigens mit seinem Problem ziemlich alleine da zu stehen. In Oberstdorf wurde außer ihm nur noch ein Springer disqualifiziert. Ein Koreaner.

(KURIER) Erstellt am 31.12.2012, 15:09


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