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KURIER
Goldtorschütze Dan Carcillo.
Goldtorschütze Dan Carcillo. - Foto: AP/Charles Rex Arbogast

Letztes Update am 07.03.2013, 09:50

Blackhawks-Erfolg für die Geschichtsbücher. Chicago hat in der ersten Hälfte der Saison kein einziges Spiel in der regulären Spielzeit verloren.

Dan Carcillo sinkt auf die Knie und reißt die Arme in die Höhe. Der Blick gen Hallendecke gerichtet. Seine Mitspieler umringen in zur Jubeltraube.

Im Hintergrund tönt zunächst die ohrenbetäubende Tor-Sirene durch das United Center von Chicago, bevor "Chelsea Dagger“ zur Feier eines Blackhawks-Treffers anläuft.


Carcillo, sonst eher Coach Joel Quennevilles Mann fürs Grobe, hat seine Chicago Blackhawks soeben per Backhander zur 3:2-Führung über die Colorado Avalanche geschossen. Der gigantische Videowürfel über dem Eis zeigt eine Restspielzeit von nur noch 49 Sekunden an. Die Blackhawks bringen den Vorsprung über die Zeit.

Seit die NHL-Saison vor 24 Spielen für die Truppe um ihre Stars Jonathan Toews, Patrick Kane und Co. begonnen hat,  haben sie nicht ein einziges Spiel nach 60 Minuten verloren, nur drei nach Overtime: NHL-Rekord.

(Kein) gutes Vorzeichen

Mit 45 Punkten führen die Hawks dementsprechend klar die Tabelle an. Das letzte Team das ähnlich gut in die Saison gestartet war – die Anaheim Ducks mussten in der Saison 2006/07 über 16 Spiele lang nicht als Verlierer vom Platz – holte im Anschluss auch den Stanley Cup.

Den Allzeit Rekord für eine Punkte-Serie halten dagegen die Philadelphia Flyers. Ganze 35 Spiele – allerdings nicht vom Beginn der Saison weg, das zweite Spiel verlor man mit 2:9 gegen Atlanta – blieben die „Broadstreet Bullies“ in der Saison 1979/1980 ohne Niederlage in der regulären Spielzeit, nur um dann das Stanley-Cup-Finale in sechs Spielen gegen die New York Islanders zu verlieren.

Titel-Rezept

Nach zuletzt elf Siegen en suite sind sich wohl alle Blackhawks-Spieler dieser und anderer vergangener „Serien“ bewusst, mussten unzählige Fragen dazu beantworten und wurden an den Helden vergangener Tage gemessen.

„Es existiert keine spezielle Gleichung. Da steckt keine Magie dahinter. Es ist nur unsere ‚Arbeitsmoral’ und die große Kadertiefe die sich jetzt bezahlt macht“, versucht Kapitän Jonathan Toews den Lauf seines Teams zu erklären. Eine durchaus realistische Einschätzung.

Die Blackhawks wissen wie man den Titel holt. 2010 setzte man sich im Finale gegen die Philadelphia Flyers in sechs Partien durch. Der Stamm der Meistermannschaft ist beisammen geblieben.

Chicago Blackhawks' Marian Hossa stands with his w
Marian Hossa (hier mit seiner Tochter) ist einer der Stars in Chicago. - Foto: Reuters/JIM YOUNG
Neben Kane und Toews sind vor allem der endlich wieder völlig genesene slowakische Stürmer Marian Hossa, Routinier Patrick Sharp, sowie die Verteidigung um Duncan Keith,  Brent Seabrook und den gerade wieder fitten Goalie Corey Crawford wichtige Bausteine des Erfolgs. Doch auch Spieler aus der zweiten Reihe wie etwa Center Dave Bolland, die Winger Bryan Bickell, Michael Frolik oder Viktor Stalberg, wie auch Ersatzkeeper Ray Emery sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Das einzige was der verschworenen Truppe jedoch gewiss ist, ist dass jede Serie ein Ende findet.

Offizielle NHL-Website

Tabelle Western Conference


Hintergrund

Traditionssportstätte

Am Lake Michigan ist man, was Sport betrifft, erfolgsverwöhnt.

Chicago ist eine der Sport-Hauptstädte der USA. So zählen etwa die 1926 gegründeten Chicago Blackhawks zu den Original Six, sprich jenen sechs Teams, die von Anfang an fester Bestandteil der National Hockey League sind. Vier Mal gewann man den Lord Stanleys Cup.

Doch in der Windy City wird nicht nur Eishockey gespielt. In den 1990ern waren die Chicago Bulls um ihre Superstars Michael Jordan und Scottie Pippen fast eine Dekade lang das dominierende Team der NBA und holten in dieser Zeit nicht weniger als sechs Meistertitel.

Die längste Tradition haben allerdings die Chicago Bears. Von George Halas 1920 als Decatur Staleys gegründet, sind die Bears für viele der Inbegriff von American Football. Neben acht Meisterschaften in der Pre-Super-Bowl-Ära, wanderte auch die Vince-Lombardi-Trophy einmal ins örtliche Soldier Field.

(KURIER/lm) Erstellt am 07.03.2013, 09:50

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