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Hannes Reichelt auf dem Weg zu seinem ersten Abfahrtssieg im Weltcup.
Hannes Reichelt auf dem Weg zu seinem ersten Abfahrtssieg im Weltcup. - Foto: Reuters/STEFANO RELLANDINI

Letztes Update am 29.12.2012, 12:45

Bormio: Reichelt gewinnt Hundertstelkrimi. Reichelt siegt ex aequo, Klaus Kröll wird mit zwei Hundertsteln Rückstand Vierter

Dominik Paris (Italien, 23) und Hannes Reichelt (Österreich, 32) hatten bisher noch nie eine Weltcup-Abfahrt gewonnen. In Bormio aber dominierten die beiden ein spektakuläres Rennen, dessen Entscheidung so knapp ausfiel wie noch nie seit Einführung der elektronischen Zeitnehmung.

Der Südtiroler Paris und der mit einer Südtirolerin liierte Reichelt winkten nach der letzten alpinen Veranstaltung des Jahres 2012 gemeinsam von der obersten Stufe des Podiums. Ihre Siegerzeit werden die beiden wohl nie vergessen: 1:58,62.


Nur eine Hundertstel dahinter landete der Weltcup-Gesamtführende Aksel Lund Svindal. Für Klaus Kröll hingegen blieb kein Platz auf dem Podium. Und das, obwohl der Steirer nur um zwei Hundertstel langsamer gefahren war als die Ex-aequo-Sieger Reichelt und Paris.

„Da fühlt man sich a bissel wie der Depp vom Tag“, brummte Kröll. Sein Ärger schien verständlich: Wie schon 2010 und 2011 war Kröll auch diesmal in Bormio beim Abschlusstraining Bestzeit gefahren. Doch trotz aller guten Dinge, die bekanntlich drei sind, reichte es nur zu Platz vier.

Die Trainer Mathias Berthold (Chef) und Burkhart Schaffer (Abfahrt) hingegen konnten befreit aufatmen. Sie hatten zwar gewusst, dass ihr Team in Gröden (kein ÖSV-Fahrer unter den Top Ten) unter Wert geschlagen worden war. Dass aber gerade Reichelt die Erfolglosigkeit im Speed-Bereich beenden sollte, das überraschte auch sie. Selbst Reichelt gestand: „Ich wäre mit einem Platz unter den ersten Zehn zufrieden gewesen.“

Möglich, dass Tüfteleien am Material Reichelt zurück in die Erfolgsspur gebracht haben. Möglich auch, dass sich das Training vor Weihnachten bezahlt machte. Genau begründen konnte auch Reichelt seinen Erfolg nicht.

Wie Reichelt verließ Romed Baumann Bormio überglücklich. Im Gegensatz zu Reichelt hatte Baumann die Firma Salomon, wo Kröll als Nummer-1-Pilot gilt, verlassen müssen. Mit Rang acht gelang Baumann auf Blizzard erstmals in diesem Winter ein zählbares Resultat.

Der als stabiler geltende Joachim Puchner hingegen wurde von der Piste Stelvio, die von den Läufern „Bestie“ genannt wird, unsanft abgeworfen. Der Salzburger wusste zu schätzen, dass er glimpflich davongekommen war.

Für die Italiener brachte Bormio den bereits dritten Speed-Sieg. Mit Dominik Paris, Werner Heel, Christof Innerhofer und Peter Fill (plus dem Römer Marsaglia im Super-G) wird bei der WM in Schladming zu rechnen sein. Ebenso mit den Norwegern, den Franzosen und Kanadas Titelverteidiger Erik Guay. Die Schweizer hingegen fanden auch in Bormio nicht aus ihrem Tief. Vorjahrssieger Didier Défago landete als ihr Bester auf Rang 20. Immerhin kommt von Beat Feuz, der mit 25 schon sein Karriereende befürchtete, eine positive Meldung: Seine Blutwerte stimmen wieder.

(KURIER) Erstellt am 29.12.2012, 12:45

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