Leer ausgegangen: Hannes Reichelt und seine ÖSV-Kollegen.
Alpine Weltcup-Premiere in Rosa Chutor - wenig überraschend kam am Samstagmorgen die Kunde, dass Staatspräsident Dimitri Medwedew vor Ort sein würde. Und weil dem obersten Russen natürlich auch das Wetter Untertan ist, schien die Sonne im nobel werdenden Skiresort im Westkaukasus.
Und sie schien auch einem Emmentaler: Beat Feuz feierte seinen 25er mit dem vierten Weltcupsieg und sorgte damit für mehrerlei: Erstens ist der Gesamtweltcup nun ein Dreikampf (Kostelic, Feuz, Hirscher); zweitens ist das jetzt auch im Abfahrtsweltcup so (Cuche, Klaus Kröll, Feuz). Und schließlich gab es den zweiten Tag in Folge auch in Tirol etwas zu feiern, denn Feuz-Freundin Katrin Triendl hat am Freitag das erste Semester ihres Physiotherapie-Studiums beendet.
Braver Bub
Neben Feuz, der von Medwedew geehrt wurde, freute sich Benjamin Thomsen: Der 24-jährige Kanadier, zuletzt in der Abfahrt von Chamonix Fünfter, stand erstmals auf dem Podest. Hatte sein Vater also doch recht, als er dem Junior vor elf Jahren seine Pläne ausgeredet hat: Der wollte Eishockey-Profi werden.
Die Österreicher standen erstmals in diesem Winter nicht auf dem Abfahrtspodium. Weil Joachim Puchner (6.) ein Loch erwischte, weil Klaus Kröll (8.) nach Materialproblemen vor den Augen dreier angereister Fanclubmitglieder Schadensbegrenzung betrieb- und weil Hannes Reichelt (9.) nach einem groben Fehler statt acht Zehntelsekunden vor 1,11 Sekunden nach Feuz ins Ziel kam.
Am Sonntag wird das Weltcup-Doppel mit einer Superkombination fortgesetzt (Abfahrt 8 Uhr, Slalom 11 Uhr MEZ, live ORFeins), Beat Feuz auf dem Stockerl wäre keine Überraschung.
Dagegen hat nicht nur Romed Baumann etwas. Dem Hochfilzener, vor Wochenfrist Sieger in Chamonix und am Samstag enttäuschter 14. ("ich hab’ zu wenig Zug auf die Skier bekommen"), dürfte zugutekommen, dass auf verkürzter Strecke abgefahren wird.
Und Dimitri Medwedew? Der konnte zwar für schönes Wetter sorgen - doch der beste Russe fand sich trotzdem erst auf Platz 44: Alek Glebow verlor 6,34 Sekunden auf Sieger Feuz.