Exoten ist nichts verboten
Es gibt sie noch: die Athleten, für die bei Olympia dabei sein wirklich alles ist.
Robel Teklemariam trainierte in seiner Heimat Äthiopien.
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Sie haben mit den Medaillenentscheidungen nichts zu tun. Sie kommen ins Ziel, wenn die Sieger im Hotel sind. Doch sie haben sich ihren Traum verwirklicht. Sie sind bei den Olympischen Spielen. Es sind die sogenannten Exoten, die bei den Zuschauern oft größere Bewunderung hervorrufen als so mancher Superstar.
Etwa Robel Teklemariam, der 2006 als erster Äthiopier bei Olympischen Winterspielen teilgenommen hat und auch heuer wieder im Langlauf am Start ist. Dafür musste der 35-Jährige mit den Rastalocken erst einen Ski-Verband gründen.
Als Präsident des Ein-Mann-Teams steht auch fest, wer die Fahne bei der Eröffnungsfeier tragen wird. "Ich will den Abstand zur Weltspitze weiter verkleinern", sagt Teklemariam, der 2006 in Turin über 15 Kilometer 84. von 100 Teilnehmern wurde. "Ich werde alles geben und mir die Seele aus dem Leib rennen."
Der Kontrahent
Ein Olympia-Routinier ist Philip Boit. Der Kenianer wird bereits zum vierten Mal in Folge seit 1998 bei Winterspielen in die Loipe gehen. 2006 landete er knapp hinter Teklemariam auf Rang 91. "Auch wenn ich nicht gewinnen kann, ist meine Teilnahme ein Gewinn", sagt der 38-Jährige. "Für mich und für mein Land."
Schon vor Olympia-Beginn ein Star ist der ehemalige Safari-Guide Kwame Nkrumah-Acheampong. Der Skifahrer aus Ghana fällt weniger durch außergewöhnliche Leistungen auf, sondern vielmehr mit seinem Rennanzug im Leoparden-Look.
Der "Schnee-Leopard", wie er genannt wird, sammelte bei FIS-Rennen die nötigen Punkte, um sich als erster Ghanaer für Olympische Winterspiele zu qualifizieren. Seine sportlichen Ziele bleiben trotz aller Euphorie realistisch: "Nicht Letzter werden."





