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KURIER
Foto: Copyright 2012, Austria Presse Agentur, Wien, Österreich, alle Rechte vorbehalten

Letztes Update am 14.07.2012, 16:45

Paszek freut sich bei Einkleidung über Olympia. Als Letzte des ÖOC-Teams ist Tamira Paszek nach einer Entscheidung des Tennis-Weltverbandes noch auf den Olympiazug aufgesprungen, am Samstag war ihr die Freude darüber deutlich anzumerken.

"Es ist ein tolles Gefühl, einfach unbeschreiblich", sagte die Wimbledon-Viertelfinalistin, die 2008 trotz Quotenplatzes nicht nominiert worden war. "Jetzt ist es umso schöner, die Kleidung zu bekommen."

Paszek kam gemeinsam mit ÖTV-Sportdirektor Clemens Trimmel und ÖTV-Präsident Ronald Leitgeb. Nachgebessert werden musste beim Anzug von Clemens Doppler. Der Beach-Volleyballer ist mit 2,00 Metern der Größte im ÖOC-Aufgebot. Taillierung, Ärmel- und Hosenlänge mussten von der Schneiderei in kürzester Zeit geändert werden. "Er hat einfach einen unmöglichen Körper", meinte Partner Alexander Horst. Seine Dimensionen machen Doppler auch das Einkaufen schwierig. "Stangenware zu kaufen, ist praktisch unmöglich", gestand der 31-Jährige.

Ob seiner Größe macht sich Doppler auch Sorgen um die Betten im Olympischen Dorf. Diese sollen laut Medienberichten lediglich 1,73 m lang sein, können aber ausgezogen werden. "Ich hoffe, die 1,73 sind nur ein Gerücht. Bei Olympia auf einer Matratze am Boden zu schlafen, wäre schon eine Niederlage", sagte der Oberösterreicher, der am Montag in einer Woche direkt nach dem Grand Slam in Klagenfurt nach London reist.

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Das Olympia-Wetter wirft seine Schatten auch bei der Einkleidung voraus. Regenjacke und Regenhose waren zwei der am häufigsten begutachteten Stücke. Die Großwetterlage deutet bei den Spielen auf britische Bedingungen hin. Vor allem Outdoor-Sportarten machen sich ihre Gedanken. "Solange es nur regnet und nicht allzu kalt wird, geht es so halbwegs", meinte Beach-Volleyballer Alexander Horst. Gummistiefel waren bei den 55 ausgehändigten Stücken aber keine dabei.

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Gleich vier randvolle Taschen mit Olympia-Utensilien musste Schützin Stephanie Obermoser mit nach Tirol nehmen. Neben ihrem Trainer und Schützenbund-Koordinatorin Margit Melmer, die bei der Junioren-EM in Bologna weilt, bekam die 23-Jährige auch die Outfits für ihren Stiefbruder Christian Planer mit. Der Olympia-Dritte von Athen 2004 sagte den Termin in Wien wegen einer anhaltenden Verkühlung ab. "Ich muss erst schauen, wie ich das alles in mein kleines Auto bekomme", scherzte Obermoser. Ihre Fracht erreichte einen Verkaufswert von fast 16.000 Euro.

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ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel lud die Olympia-Mannschaft am Samstagabend ins Kino ein. Im Artis stand "Invictus" auf dem Programm. In diesem Drama geht es um das südafrikanische Rugby-Team, das im WM-Finale 1995 im eigenen Land den haushohen Favoriten Neuseeland schlägt. Nelson Mandela, dem ersten schwarzen Präsidenten des Landes, gelingt es, diesen Erfolg als historischen Moment für die neue Einheit des Landes darzustellen.

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In Rot-Weiß-Rot gewandet wurde am Samstag auch ein Malaysier. Tan Chung Seang ist als Sparringpartner für das Badminton-Team akkreditiert. Der Weltklasse-Spieler trainiert seit Winter in Wien mit den Olympia-Startern Michael Lahnsteiner und Simone Prutsch. "Er ist in der Vorbereitung sehr, sehr wichtig", sagte Nationaltrainer John Dinesen über den 26-Jährigen. Tan war bereits 2008 in Peking bei den Olympischen Spielen - als Ersatzmann seines Heimatlandes Malaysia, in dem Badminton als Nationalsport gilt.

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Der Einkleidungsdurchlauf hat bei Birgit Koschischek und Corinna Kuhnle etwas länger gedauert. Beide verfügen über einen schmalen Unterkörper und breite Schultern, da gibt es kein Einheitsmaß. "Ich habe oben Größe 40 und unten 36", verriet Schwimmerin Koschischek, wie sie zu kombinieren hatte. Bei Kanu-Doppel-Weltmeisterin Kuhnle klaffen die Kleiderangaben noch ein wenig weiter auseinander. "Oben 44 und unten 38", erklärte Österreichs Medaillen-Hoffnung.

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Für Nina Dittrich ist es trotz ihrer erst 21 Jahre ihr schon zweites Olympia, also auch die zweite Einkleidung. "Von meinem Peking-Outfit habe ich noch alles", berichtete die Wienerin. "Aber die Leibchen jetzt für London mag ich lieber, die sind weiter geschnitten. Auch der aktuelle Trainingsanzug gefällt ihr besser. Die Langstrecken-Kraulerin durfte schließlich vor der Kamera den Inhalt ihres Riesenkoffers mit eigenen Worten präsentieren, was ihr sichtlich Spaß gemacht hat.

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Ringer Amer Hrustanovic kam mit Coach Peter Kosmata von einem Madrid-Trainingslager zur Einkleidung. Das Camp war wegen der Anwesenheit eines für seine Klasse qualifizierten Tunesiers zum Versteckspiel geworden. "Ich durfte im Kampf mit ihm meine Spezialtechnik nicht zeigen, um nichts zu verraten." Mit Florian Marchl fährt ein Wals-Kollege als Trainingspartner nach London mit. "Das ist für uns lebensnotwendig", kommentierte Kosmata die ÖOC-Entscheidung.

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Die Synchronschwimmerinnen Nadine Brandl und Livia Lang haben in den vergangenen zwei Wochen noch einmal kräftig an ihrem Duett-Programm gefeilt. "Wir sind jetzt noch optimistischer", sagte die 22-jährige Brandl. "Es sieht gut aus. Wir haben alle Figuren noch einmal überarbeitet, da geht es um jede kleinste Bewegung." Bei der 18-jährigen Lang war die Aufregung vor ihren ersten Spielen merkbar. "Jetzt wird alles noch realistischer", meinte sie mit strahlenden Augen.

(KURIER/APA) Erstellt am 14.07.2012, 16:45

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