Letztes Update am 03.06.2012, 11:13
Der Unterboden des Weltmeister-Teams wurde für illegal erklärt. In wenigen Tagen muss umgebaut werden.
Die rennfreie Woche in der Formel 1 endete mit einem Knalleffekt. Nach einer neuerlichen Untersuchung vonseiten des Internationalen Automobil-Verbandes FIA muss das österreichische Red-Bull-Team den Unterboden seines Boliden neu entwerfen.
Bereits am Freitag kreist die bedeutendste Rennserie der Welt im kanadischen Montreal, viele wichtige Teile der Rennställe sind daher längst auf dem Weg zum Grand Prix in Übersee (Sonntag, 20 Uhr MESZ).
Konkret geht es um einen Luftschlitz nahe der Hinterreifen. Erstmals am Start mit dieser Unterboden-Variante stand Red Bull beim Rennen in Bahrain. Im Wüstenstaat feierte Titelverteidiger Sebastian Vettel prompt den ersten Saisonsieg für das Weltmeister-Team. Nach Webbers Triumph in Monaco war erneut Kritik aufgekommen, allerdings verzichteten Ferrari, Mercedes und McLaren auf einen offiziellen Protest. Die FIA hinderte das freilich nicht an einer weiteren Untersuchung. "Im Zuge der Diskussionen in Monaco ist klar geworden, dass einige Missverständnisse bestanden haben. Deshalb sind wir zu der Ansicht gekommen, dass wir klar Stellung beziehen müssen", heißt es in der Stellungnahme der FIA. Demnach muss der Unterboden ohne Unterbrechung verlaufen. Im Vorfeld hatte Christian Horner von einer Grauzone im Reglement gesprochen. Nun hat es der Red-Bull-Teamchef schwarz auf weiß.
Inwieweit der Umbau das Team bremsen wird, ist nicht abzusehen. In den 80er-Jahren hieß es, der beste Motor gewinnt, in den 90ern die beste Elektronik. Seit der Jahrtausendwende macht die Aerodynamik den Unterschied. Der Unterboden spielt ein zentrale Rolle.
Die Lage verschärft der bisherige WM-Verlauf. In einer Saison, die in sechs Rennen sechs verschiedene Sieger gesehen hat, können ein, zwei Rennen ohne Big Points bereits eine kleine Vorentscheidung bedeuten.
Weiterführende Links
Nächste Rennen: Montreal (10. Juni), Valencia (24. Juni) und Silverstone (8. Juli).
Hauptartikel
FIA-Verbot: Red Bull reagiert gelassen
Hintergrund
Red Bull muss Unterboden modifizieren
Diskussion
Formel 1
Neue Reifen: Viel Lärm um wenig
Die Änderungen bei den Reifen fällt weniger deutlich aus, als von manchen Teams erhofft.
Grand-Prix-Klassiker
Wenn Monaco der Geschwindigkeit verfällt
Zum 60. Mal dreht sich die Formel 1 in Monaco im Kreis. Ein faszinierendes Stück gegen jede Logik.
Formel 1
Pirelli wehrt sich im Reifenstreit
Der Hersteller der umstrittenen Reifen schießt gegen McLaren und Mercedes zurück.
Motorsport