Elektro-Racing auf dem Vormarsch

A man looks around Tesla Motors' Model S P85 at it
Foto: REUTERS/KIM KYUNG-HOON Der Tesla Model S P85 wird 2017 sein Rennstrecken-Debüt feiern.

GT-Serie mit Tesla: Sauberer, elektrischer Motorsport wird Schritt für Schritt salonfähig.

Der Motorsport steht an der Kippe zu einer Revolution. Den ersten Schritt dazu hat die 2014 gestartete Formel E bereits mit bemerkenswertem Erfolg getan. Nun folgt der nächste Schritt in einen neuen Motorsport-Bereich: Ab dem Jahr 2017 soll mit der Electric GT World Series nach dem Formel-Segment nun auch der GT-Sport unter Strom gesetzt werden.

Der schottische Unternehmer Mark Gemmell und der spanische Rennfahrer Agustín Payá haben die Serie gemeinsam ins Leben gerufen. Auch ein geeignetes Fahrzeug für die Serie ist bereits gefunden: Der Tesla Model S GT. Einen Vorgeschmack auf den neuen Boliden gibt es bereits auf Twitter:

"Alles begann mit unserem Wunsch, den Übergang zu nachhaltiger Mobilität zu beschleunigen, um endlich das Zeitalter fossiler Brennstoffe zu beenden", erklärt Gemmell. Beim Monaco-ePrix des vergangenen Jahres sei dann die Entscheidung gefallen, "sich ernsthaft mit der Möglichkeit zu beschäftigen, eine neue, emissionsfreie Motorsportkategorie ins Leben zu rufen."

Die Formel E als Vorreiter und Vorbild

Gemmell outete sich mehrfach als großer Fan der Formel E und des von den Serienchefs verfolgten Konzepts. "Was sie für die Bekanntheit von nachhaltiger Mobilität tun, das ist einfach fantastisch." Auch für Elon Musk und dessen Tesla Motors Company hat Gemmell viel Bewunderung übrig. Dennoch habe ihn Payá erst davon überzeugen müssen, dass es mit dem Tesla Model S GT ein geeignetes Rennfahrzeug gebe, ehe er sich entschlossen habe, "mit einer brandneuen Motorsportkategorie weltweit aktiv zu werden."

CHINA FORMULA E BEIJING EPRIX Foto: APA/EPA/WU HONG Fahrer wie Sebastien Buemi verhalfen der Formel E zu Popularität. Der große Vorreiter in Sachen nachhaltiger Motorsport ist die Formel E. Im Jahr 2014 von Alejandro Agag ins Leben gerufen, ist die Rennserie schon in ihrer zweiten Saison bei den Fans angekommen und akzeptiert. Und das, obwohl - oder vielleicht gerade, weil - die Serie soviel anders macht als der "große Bruder" Formel 1. Das Konzept der Formel E ist frech: Einheitschassis, frei entwickelbare Antriebe, Stadtkurse. Während des Rennens müssen die Fahrer ihr Fahrzeug wechseln, weil die Batterie nicht für die ganze Distanz reicht. Das Konzept ging auf. Zahlreiche Ex-Formel-1-Fahrer wie Sebastien Buemi, Nick Heidfeld oder Bruno Senna taten als Publikumsmagnete ein Übriges.

Kein Wunder also, dass sich Gemmell am Konzept von Agag und der Formel E orientieren will. Ähnlich wie in der Formel E sollen zehn Teams insgesamt 20 Fahrzeuge einsetzen. Die Premierensaison 2017 wird sieben Rennen in Europa, Asien und den USA umfassen. Anders als die Formel E soll jedoch nicht auf Straßenkursen, sondern auf permanenten Rennstrecken gefahren werden.

Elektro-Rennsport muss etwas anders machen

Genau das könnte sich jedoch als problematisch erweisen - denn der Erfolg der Formel E gründet auf einem einfachen Konzept: Man muss den Sport zu den Leuten bringen. Die außerhalb der Städte gelegenen permanenten Rennstrecken meidet die Formel E auch in ihrer zweiten Saison konsequent. Diese würden laut Serienchef Agag kaum mehr als 5000 Zuschauer anziehen. Zum Vergleich: Das Finale der ersten Saison im Juni 2015 im Londoner Battersea Park sahen gut 60.000 Zuseher live an der Strecke. Am 12. März ist die Formel E erstmals auf der Grand-Prix-Strecke in Mexiko City unterwegs (live ab 22.45 auf Eurosport).

Mexico's Salvador Duran, driving for Amlin Aguri, … Foto: AP/Tim Ireland Der ePrix im Battersea Park war gut besucht. Die Electric GT World Series geht nun jedoch den umgekehrten Weg. Mit Rennen auf bekannten, aufregenden Strecken wie Donnington Park, Mugello oder Barcelona soll das "klassische" Rennsportgefühl erhalten bleiben, nur dass eben kein Benzin verbrannt wird. In Barcelona wurde das Fahrzeug unter Ausschluss der Öffentlichkeit auch schon getestet.

Payá verweist darauf, dass sich am Serienfahrzeug nicht viel ändern wird. "Wir führen nur kleine Änderungen durch, wie etwa verbesserte Bremsen und Aerodynamik. Der Rest - Antriebsstrang, Batterien - das ist alles wie im Original." Und auch für andere Hersteller soll die Serie offen sein. "Es wäre fantastisch, andere Hersteller in der Electric GT World Series zu sehen."

SWITZERLAND-AUTO-SHOW Foto: APA/AFP/FABRICE COFFRINI Der Rimac Concept One wäre ein möglicher Teilnehmer. Fahrzeuge, die dafür in Frage kommen, gibt es mittlerweile einige, wie etwa den Rimac Concept One. Aber auch Aston Martin hat jüngst ein rein elektrisches Fahrzeug, den RapidE, vorgestellt, der sich für die Serie eignen würde.

Genaue Informationen zu den Rennorten, Terminen oder möglichen Fahrern gibt es noch nicht. Der nächste Schritt sollte jedoch sein, sich die Unterstützung durch die FIA zu sichern, wie das auch die Formel E gemacht hat.

(Kurier) Erstellt am
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