Die Kehrseite der Dakar: 70 Tote in 39 Jahren

Lionel Baud, Thierry Dezeiraud
Foto: AP/Juan Karita Unfallfahrzeug: Mitsubishi-Pilot Lionel Baud überfuhr einen Fan

Am Samstag wurde ein 63-jähriger Zuschauer von einem Auto erfasst und getötet.

Das erste Todesopfer bei der Rallye Dakar 2016 nahmen die Starter des faszinierenden, aber auch lebensgefährlichen Rennens als schreckliche Normalität hin: Den Ruhetag am Sonntag nutzte das Teilnehmerfeld ungeachtet der Ereignisse des Vortages zur Vorbereitung auf die zweite Hälfte des umstrittenen Offroad-Abenteuers durch Argentinien und Bolivien. Am Samstag war ein 63-Jähriger am Streckenrand vom Auto des Franzosen Lionel Baud erfasst worden.

Tödliche Gefahr

Rund 70 Tote zählt die Dakar in ihrer 39-jährigen Geschichte bereits. Immer wieder waren auch Fans betroffen, die zu knapp am Streckenrand den Piloten zujubelten. Am Samstag verlor Mitsubishi-Pilot Baud auf der siebenten Etappe von der Salzwüste von Uyuni bis zum nordargentinischen Salta bei Kilometer 82 die Kontrolle über seinen Rennwagen. Ein Fan konnte nicht mehr ausweichen, das Auto erwischte den Mann frontal.

"Die Mediziner konnten leider nur noch den Tod der verletzten Person feststellen", teilten die Organisatoren mit. Ermittler der Polizei sollen nun die Gründe für den Unfall untersuchen.

Schon der Dakar-Auftakt war von erschütternden Szenen überschattet worden, als die Chinesin Guo Meiling aus dem hessischen X-Raid-Team mit ihrem Mini Cooper in eine Zuschauergruppe gefahren war. Einer der Verletzten soll noch immer in einem kritischen Zustand sein.

Grausame Bilanz

Negativschlagzeilen begleiten die Dakar damit auch bei ihrer 38. Auflage (2008 wurde das Rennen nach einer Terrordrohung abgesagt). Seit das Rennen 2009 nach Südamerika wechselte, kam in jedem Jahr mindestens ein Mensch während der Dakar ums Leben.

In diesem Jahr sind die Gefahren wegen des schlechten Wetters noch größer als sonst. Nach der Absage der ersten Etappe musste auch das siebente Teilstück am Samstag wegen schwerer Gewitter unterbrochen werden. Um die Gesamtwertung geht es trotzdem: Bei den Autos übernahm Sébastien Loeb (FRA/Peugeot) wieder die Führung. Und bei den Motorradfahrern verteidigte Paulo Goncalves (POR/Honda) seinen Spitzenplatz.

(kurier) Erstellt am
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