Kein weiteres Verfahren gegen Uli Hoeneß

Bayern Munich soccer club president Hoeness arrive
Foto: Reuters/THOMAS PETER Es läuft ganz gut für Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Der Bayern-Präsident kann sich über einen Teilerfolg freuen.

Etappensieg: Es ist kein zusätzliches Verfahren in Sachen Steuerhinterziehung gegen den Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß, geplant. „Es gibt kein neues Ermittlungsverfahren gegen Herrn Hoeneß“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Das Verfahren ist für uns mit der Klageerhebung abgeschlossen. “ Die Staatsanwaltschaft sieht keinen zusätzlichen strafbaren Tatbestand.

Das Magazin Stern hatte behauptet, Hoeneß habe in den Jahren vor 2008 mehr als 500 Millionen Schweizer Franken auf einem Konto in der Schweiz deponiert. Hoeneß sprach daraufhin von einer „absurden Unwahrheit“ und kündigte Klagen gegen den Stern an.

Die Vorgeschichte: Im Jänner dieses Jahres war bekannt geworden, dass der Bayern-Präsident über ein Konto in der Schweiz verfügt und Geld an den deutschen Steuerbehörden vorbeischleust. Es geht um Steuerschulden in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Nach einer Hausdurchsuchung zahlte Hoeneß eine Kaution von kolportierten fünf Millionen Euro .

Derzeit läuft es ganz gut für ihn. Laut Bild wird der Antrag seiner Anwälte auf eine Fristverlängerung vom Gericht akzeptiert werden. Das bedeutet, dass der Prozess wegen Steuerhinterziehung frühestens 2014 beginnen kann. Konsequenzen hatte die Steueraffäre bisher nicht. Der Aufsichtsrat des FC Bayern hat Hoeneß sowohl als seinen Vorsitzenden als auch als Vereinspräsident bestätigt.

Uli Hoeneß im Porträt

Auch ein Uli Hoeneß hatte einmal Haare: Dieses Foto zeigt ihn mit 21 Jahren (re., links Gerd Müller). Wegen chronischer Kniebeschwerden beendete Hoeneß seine Profi-Karriere schon mit 27 – und wurde Manager der Bayern. Über 40 Jahre war er der "Mr. Bayern", machte den Klub zu einer Weltmarke. Im reifen Funktionärsalter blickt er stolz auf das Erreichte zurück. "Der FC Bayern ist ein gesellschaftliches Ereignis", schwärmt er, der sich selbst gesellschaftlich oft zu Wort meldet. Sei es mit Kritik an Spekulanten oder mit Lob für Kanzlerin Angela Merkel. Hoeneß mit Trainer und Kumpel Jupp Heynckes: "Die müssen sich doch mal den Frust von der Seele saufen. Wir haben doch früher auch auf dem Oktoberfest die Maßen reingelassen." Kaum einer polarisiert wie Hoeneß, seine Spieler hat er stets verteidigt. "Uli Hoeneß ist die Marke und der Manager schlechthin. Ich glaube, so eine Managerleistung wird es im Fußball nicht wieder geben", sagt voller Hochachtung Christian Nerlinger, der bei den Bayern als Sportdirektor die schwere Nachfolge von Hoeneß im sportlichen Bereich angetreten hat - und an den hohen Erwartungen gescheitert ist. Auf sein Lebenswerk kann er stolz und glücklich blicken. "Wenn ich das so sehe, sind viele Dinge verwirklicht worden, wie ich mir einen Fußballverein vorstelle." Uli ist mit Susanne verheiratet, ist Vater zweier Kinder. Hoeneß gab sich stets volksnah, war und ist - im Gegensatz zu z. B. Karl-Heinz Rummenigge - bei den Fans populär. Einen "barocken Kraftprotz" nannte ihn die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. "Uli ist eine Art Feierbiest", bemerkt der langjährige Weggefährte Rummenigge. Hoeneß sei "eine außergewöhnliche Figur beim FC Bayern, der den Klub hochemotional sieht und geführt hat", würdigte der Vorstandschef. Beruflich hatte und hat er auch mit seiner Wurstfabrik Erfolg. Durch die Steueraffäre wurde sein Ruf allerdings beschädigt. Nach einer Haftstrafe ist aber nun alles für ein großes Comeback auf der großen Bühne angerichtet.
(kurier) Erstellt am
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