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KURIER

Letztes Update am 12.06.2012, 17:57

Slavek & Slavko: "Zwei Trolle auf LSD". Ballgefühl: Braucht eine Fußball-EM Maskottchen, fragt KURIER-Wirtschaftsredakteurin Anita Staudacher.

Anita Staudacher
Anita Staudacher ist Redakteurin in der KURIER-Wirtschaftsredaktion. - Foto: KURIER

Was wäre eine Fußball-WM oder -EM ohne ihr winkendes Elend – die Maskottchen? Slavek und Slavko heißen die bemitleidenswerten Kreaturen diesmal. "Zwei Trolle auf LSD", "Trix und Flix als Mumien", "Ostblock-Punker" sind noch die harmlosesten Kommentare für die beiden kickenden Buben aus den Gastgeberländern Polen und Ukraine. Seelenlose Geschöpfe des US-Unterhaltungsriesen Warner Brothers, dem Geschmack und Gespür offenbar ebenso fremd sind wie slawische Vornamen.

Kein Pole heißt nämlich Slavek und kein Ukrainer Slavko. Slavek ist ein tschechischer Vorname und Slavko in Serbien oder Kroatien zu Hause. Eigentlich ein Ausschluss-Foul für die UEFA, die damit vor allem in Polen für eine La Ola der Entrüstung sorgte. "Warum heißen die beiden nicht gleich Bida und Nedza – Armut und Elend, oder Pivko und Vodka – Bier und Vodka", ätzten Fußballfans zu Recht. In der Ukraine verpassten Frauen-Aktivistinnen Slavko einen Penis, um gegen die illegale Prostitution im Land zu demonstrieren.

Und wieder nimmt ein Maskottchen-Drama seinen Lauf. Wir erinnern uns: Erst vor zwei Jahren wurde der Leopard Zakumi im WM-Gastgeberland Südafrika geächtet, weil seine Stofftierversion doch angeblich von chinesischen Kinderhänden genäht wurde. Bei der Heim-EM 2008 blieben unsere nichtssagenden Fix-und-Foxi-Klone Trix und Flix selbst zum Abverkaufspreis um 50 Cent noch in den Regalen liegen. Und "Pleite"-Löwe Goleo versetzte nach der WM 2006 in Deutschland seinem bayrischen Hersteller Nici gar den Todesstoß.

Reicht das nicht? Braucht es noch mehr Opfer, damit die Funktionäre der UEFA endlich draufkommen, dass im Zeitalter von iPad, Facebook und PlayStation 3 kein noch so Fußball-begeistertes Kind solch winkende Staubfänger mehr haben will? Weder aus Plüsch, Plastik oder Pappe. Gar nicht.

Anita Staudacher ist Redakteurin in der KURIER-Wirtschaftsredaktion.

(kurier) Erstellt am 12.06.2012, 14:57

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