Letztes Update am 17.08.2012, 09:30
Es sei ihm nie um einen Stammplatz gegangen: "Auch ein Paul Scharner kann keinen Stammplatz fordern."
Schneller als erwartet ist Paul Scharner nach Hamburg zurückgekehrt. Via HSV-Homepage widerspricht er der ÖFB-Aussendung, er habe eine "Schlüsselrolle" im Nationalteam gefordert.
"Die Darstellung des österreichischen Fußballverbandes rund um meine Abreise aus dem Trainingslager der Nationalmannschaft ist absolut nicht zutreffend", ließ der 40-fache Internationale verlauten.
Es sei ihm nie um einen Stammplatz gegangen, lediglich um die entsprechende Wertschätzung. "Auch ein Paul Scharner kann keinen Stammplatz fordern", sagte er nach seiner Rückkehr nach Hamburg. Seine Abreise aus dem Teamcamp sei ihm von Teamchef Marcel Koller nahegelegt worden.
Kopfschütteln
Bei Koller sorgte Scharners Abgang auch am Donnerstag noch für Kopfschütteln. Der Schweizer wies Scharners via News geäußerte Kritik, mit ihm sei respektlos umgegangen worden, zurück.
"Ich versuche, jeden respektvoll zu behandeln. Wenn er das Gefühl hat, dass es bei ihm nicht so ist, wäre es auch respektvoll, wenn er zuerst mit mir darüber spricht und nicht an die Öffentlichkeit geht", erklärte Koller, der das von Scharner angekündigte Schreiben bereits erhalten hat: "Der Brief ist eine reine Selbstdarstellung von ihm."
Auch Scharners Vorwurf, er, Koller, habe sich im Sommer verändert, wies Koller zurück: "Das stimmt hundertprozentig nicht. Ich versuche immer, professionell und am besten für die Mannschaft und den Fußball zu entscheiden."
Der "Schnitzel"-Vergleich kostete Koller gerade einmal ein Lächeln. "Ich esse nicht jeden Tag ein Schnitzel, aber es schmeckt richtig lecker." Der 51-Jährige wunderte sich über den abrupten Meinungsumschwung bei Scharner. "Vorher war alles gut, und als er wusste, dass er nicht spielt, war auf einmal alles schlecht."
Laut Koller hätte der frühere Premier-League-Legionär, den er erst am Montag in den Mannschaftsrat berufen hatte, in der WM-Qualifikation durchaus eine tragende Rolle einnehmen können. "Wenn ich den Eindruck gehabt hätte, es reicht nicht fürs Nationalteam, hätte ich ihn nicht einberufen."
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