Lionel Messi: Lebende Legende mit Makel

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Foto: APA/AFP/OLIVIER MORIN Fußballerin des Jahres Carli Lloyd, Fußballer des Jahres Lionel Messi

Triumph um Triumph mit dem FC Barcelona, Scheitern um Scheitern mit Argentinien.

Auch nach seiner fünften Auszeichnung als Weltfußballer wirkte Lionel Messi am Montag in Zürich nicht wie der Imperator der Fußballwelt. Wichtiger als glänzende Trophäen bleibt dem großen Star des FC Barcelona der Ball am Fuß. "Ich weiß nicht, wie viele Ballon d'Or ich noch gewinnen werde, ich habe doch gerade erst diesen gewonnen", sagte Messi.

Cristiano Ronaldo hatte den Ort seiner Niederlage da schon wortlos verlassen. Der Portugiese ist mit seinen drei Ballon d'Or (2008, 2013, 2014) derzeit keine Referenzgröße mehr für Messi. Und der erstmals auf Platz drei gelandete Klub-Kollege Neymar kann es mit 23 Jahren noch nicht sein.

Huldigungen

In this photo provided on Thursday Feb. 12, 2015 b… Foto: AP/Bao Tailiang Der WM-Pokal fehlt Messi Alfredo di Stefano, Pele, Diego Maradona, Johan Cruyff, das sind die Größen seines Sports, zu denen sich der erst 28-jährige Messi gesellt. "Fünf Ballon d'Or machen ihn zu einer lebenden Legende, nicht nur im Fußball, sondern im gesamten Sport", schrieb die argentinische Zeitung La Nacion - und legte doch den Finger in die Wunde: "Es fehlt nur der WM-Titel." Alles hat er mit dem FC Barcelona gewonnen - aber nichts mit Argentinien.

Messis Makel bleibt sein konstantes Scheitern mit der "Albiceleste", das räumte "La Pulga" auch in Zürich selber ein. Alle fünf Weltfußballertitel würde er hergeben für den WM-Pokal, der ihm 2006, 2010 und 2014 immer durch Niederlagen gegen Deutschland verwehrt wurde. Dieses Manko trennt ihn auch von Maradona, den ewig verehrten Fußball-Heroen in seiner Heimat.

FBL-ESP-LIGA-BARCELONA-GRANADA Foto: APA/AFP/LLUIS GENE Mit Barcelona hat er alles gewonnen An der internationalen Heldenbewunderung ändert das nichts. In Spanien zierte sein Gesicht am Dienstag praktisch alle Titelseiten. Der Belobigte selbst konnte und wollte den erneuten Triumph nach seiner Siegesserie von 2009 bis 2012 bei der wichtigsten persönlichen Fußball-Auszeichnung gar nicht einordnen. "So richtig kann ich es erst beurteilen, wenn ich nicht mehr spielen werde."

Bis zum Karriereende will er für den FC Barcelona spielen, seinem Fixpunkt als sportlicher Heimat. Das versicherte Messi deutlich. 26 Titel hat er mit Barca geholt und eine Ära für den Club geprägt. Seit 2007 landete Messi immer auf Platz eins oder zwei der FIFA-Wahl. Eine solche Dominanz gab es noch nie im Weltfußball, wobei der Vergleich hinkt, denn ehemalige südamerikanische Größen wie Pele blieben vom lange europäischen Spielern vorbehaltenen Ballon d'Or ausgeschlossen.

So haben Teamchefs und Kapitäne abgestimmt

(apa / ab) Erstellt am
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