Kühbauer und Admira trennen sich

FUSSBALL TIPP3-BUNDESLIGA: FC ADMIRA WACKER MÖDLIN
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER Kühbauer und Admira gehen künftig getrennte Wege.

Dietmar Kühbauer ist ab sofort nicht mehr Trainer des Bundesligisten.

Mit einem Paukenschlag begann bei der Admira einen Tag vor dem Trainingsauftakt die neue Saison: Dietmar Kühbauer ist nicht mehr Trainer in der Südstadt.

Nach einer ausführlichen Analyse der abgelaufenen Saison und einem finalen Gespräch vor dem Trainingsauftakt einigten sich der FC Admira Wacker Mödling und Trainer Didi Kühbauer auf eine einvernehmliche Auflösung des bis 30. Juni 2014 laufenden Vertrages. Mit diesem mageren Text verkündete der Verein das Ende der Zusammenarbeit, die im November 2008 begonnen hat.

Kurze Freude

Kühbauer selbst hielt sich im ersten Moment bedeckt. Aber an eine ausführliche Analyse konnte er sich nicht erinnern. Am 26. Mai hatten ihn Spieler und Funktionäre noch auf den Schultern getragen, weil unter seiner Leitung der Klassenerhalt mit einem 1:0-Sieg in Mattersburg geschafft wurde.

Jetzt zog der 42-jährige Burgenländer die Reißleine, obwohl er noch ein Jahr Vertrag gehabt hätte. Er sagte lapidar: „Ich verzichte auf das Geld.“ Kühbauer hatte 2008 seine aktive Karriere bei Mattersburg beendet. Im November jenes Jahres wurde bekannt gegeben, dass er die Amateure der Admira trainieren werde. 2010 trennten sich die Südstädter von Walter Schachner, Kühbauer trat sechs Runden vor Schluss dessen Nachfolge an, gewann alle Spiele, stieg aber trotzdem nicht auf. In der folgenden Saison gelang der Aufstieg in die Bundesliga, wo die Mannschaft sofort die Qualifikation für den Europacup geschafft hat. Im Sommer verließ mit Verteidiger Dibon eine Stütze den Verein in Richtung Salzburg. Während der abgelaufenen Saison wurden zudem noch Hosiner (Austria) und Sabitzer (Rapid) verkauft, dazu kam dann auch noch Verletzungspech. Erst in der letzten Runde schaffte Kühbauer mit den Südstädtern den Klassenerhalt.

Doch die Jubelstimmung hielt nicht lange an. Danach war mehr oder weniger Funkstille. Kühbauer war im Urlaub, die Klubführung traf ohne ihn Entscheidungen. So war schon Anfang Mai die Option auf einige Spieler gezogen worden, darunter Rene Schicker, der an Hartberg verliehen gewesen war und unter Kühbauer keine Rolle mehr gespielt hat.

Einsparungen

Die Admira hat die Lizenz für die kommende Saison erst im zweiten Anlauf bekommen. Die finanzielle Situation dürfte nicht die beste sein. Konditionstrainer Toni Beretzki hat Anfang Mai den Klub verlassen und ist zum US-Skiverband gegangen, der Job des Konditionstrainers wurde nicht nachbesetzt.

Nach der anstrengenden Saison und den Mühen der Planung für die nächste Saison freut sich Kühbauer nun auf eine geruhsamere Zeit, in der er sich um seine Familie mehr kümmern will. Sein Abgang dürfte auch manchen im österreichischen Schiedsrichterwesen freuen. Denn wie als Spieler war er auch als Trainer nicht immer ein Freund der Referees.

Bei der Admira war man nun auf der Suche nach einem Nachfolger. Die besten Karten hatte dabei Oliver Lederer. Der war von Kühbauer als Nachfolger auf der Trainerbank der Amateure forciert worden.

Die Karriere des Didi Kühbauer:

Dietmar "Didi" Kühbauer wurde am 4. April 1971 in Heiligenkreuz geboren und war seit April 2010 Trainer beim FC Admira Wacker Mödling. Der gebürtige Niederösterreicher feierte bereits mit 16 Jahren als Spieler bei Admira Wacker sein Debüt in der österreichischen Bundesliga und wechselte 1992 zu Rapid. Mit Rapid gewann Kühbauer den Cup-Titel 1995, die Meisterschaft 1996 und stand dazu im Europacup-Finale 1996 gegen Paris Saint-Germain. Den Rapid-Fans blieben nicht nur seine 33 Tore in 148 Bundesliga-Spielen für die Grün-Weißen in Erinnerung, sondern auch die legendären Derby-Auseinandersetzungen mit Ogris, Rachimov & Co. 1997 folgte der Wechsel in die spanische Primera Division zu Real Sociedad. Kühbauer brachte es in seiner Karriere auf 55 Länderspiele für die österreichische Nationalmannschaft und war fünfmal als Team-Torschütze erfolgreich. Außerdem war er ein fixer Bestandteil des WM-Teams 1998 in Frankreich. Nach drei Jahren in Spanien wechselte "Don Didi" im Jahr 2000 in die deutsche Bundesliga zum VfL Wolfsburg, wo er auch kurze Zeit Kapitän war. Zwei Jahre später kehrte er zum SV Mattersburg zurück, wo er als Nachwuchsspieler seine Fußballer-Karriere startete und avancierte zum Publikumsliebling. Nach sechs Jahren in Mattersburg gab Kühbauer nach der Saison 2007/08 seinen Rücktritt aus dem Profifußball bekannt. Nur wenige Monate später trat Kühbauer sein erstes Trainer-Engagement bei den Admira Amateuren an. Nach der Entlassung von Coach Waltner Schachner wurde er im April 2010 zum Cheftrainer der Kampfmannschaft befördert. In seiner ersten Saison gelang der Meistertitel in der Ersten Liga und der damit verbundene Aufstieg in die österreichische Bundesliga. Die Saison 2011/2012 beendete Kühbauer mit der Admira auf dem äußerst erfolgreichen dritten Tabellenplatz. In der verflixten zweiten Saison im Oberhaus ging es nicht mehr so gut. Admira sicherte sich erst in der letzten Bundesliga-Runde den Klassenerhalt. Am 11. Juni folgte die Trennung zwischen dem Heißsporn und dem Bundesligisten. Am letzten Tag der Sommer-Transferperiode wurde verkündet, dass Kühbauer den WAC übernommen hat. Mit dem WAC ging es dann nach anfänglichen Schwierigkeiten wieder bergauf. Im Februar 2014 verlängerte Dietmar Kühbauer seinen Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr. Der 42-jährige Burgenländer unterzeichnete bei den Kärntnern einen bis Sommer 2015 laufenden Vertrag. "Ich bin sehr glücklich in Wolfsberg. Ich habe keinen Grund gesehen, nicht hierzubleiben. Es taugt mir, jetzt und nächste Saison mit der Mannschaft zu arbeiten", sagte Kühbauer.
(kurier, apa) Erstellt am

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