Letztes Update am 01.09.2012, 17:52
Der Einzug in die Gruppenphase der Europa League erleichtert in Hütteldorf einige Aufgaben.
Viele Fragen gab es vor dem Aufstieg gegen PAOK. Ist Rapid stark genug für Saloniki? Wird’s zwischen den Fans krachen? Müssen in Hütteldorf wieder Spieler verkauft werden? Nach dem 3:0 gibt es grünes Licht für eine bessere Zukunft. Die Gründe:
Friedliche Stimmung Es ist also doch möglich: Extrem laute, motivierte, positive und disziplinierte Fans peitschten Rapid ohne Pyrotechnik oder Randale an einem spektakulären Europacup-Abend nach vorne. Einen einzigen Becherwurf gab es doch, durch einen betrunkenen Halbstarken auf der Nordtribüne. Der erfahrene Mitglieder-Referent Stefan Singer schritt ein und exekutierte den umgehenden Rauswurf des "Fans", der eine Europacup-Sperre provozieren hätte können.
Schöttels Schachzug Als zu vorsichtig und mutlos wurde Peter Schöttel von manchen gerne kritisiert. In einem echten Entscheidungsspiel bewies der Rapid-Trainer das Gegenteil: Auch gegen einen nominell besseren Gegner funktionierte die Offensiv-Variante mit dem gelernten Stürmer Trimmel als Rechtsverteidiger. Und beim Stand von 2:0 ersetzte der offensivere Prager mit Heikkinen den letzten Zerstörer, um den Aufstieg mit spielerischen Mitteln zu schaffen. "Fast alles, was wir geplant hatten, ist eingetroffen. Wir hatten aber auch das nötige Glück", blieb Schöttel bescheiden.
Team-Spirit Das vierte Tor von Deni Alar im vierten Europacup-Spiel; der auch mit 31 Jahren noch größer werdende Kampfgeist von Steffen Hofmann; die ausgelassenen Tänzchen der neuen Stützen Gerson und Terrence Boyd – das alles zeigt, dass Rapid wieder Potenzial und Team-Spirit hat. Schöttel hat Rückschläge einkalkuliert, ist aber sicher: "Die Erfahrungen der Gruppenphase werden uns in der Zukunft helfen. Außerdem bekommen alle im Kader bis Winter genug Auslauf."
Gestopftes Budgetloch Die Rücklagen aus den Verkäufen der Ära Hörtnagl und dem Einzug in die Gruppenphase unter Ex-Trainer Pacult (2009 und 2010) sind aufgebraucht, dementsprechend angespannt war Präsident Edlinger während der Entscheidung gegen PAOK. Mit dem 3:0 ist sichergestellt, dass das jährliche Finanzloch von rund 2,5 Millionen Euro gestopft werden kann, obwohl erstmals seit fünf Jahren die Transferzeit ohne Millionen-Verkauf endete.
Überschüsse gehen sich aber nur aus, wenn die UEFA das verhängte Geisterspiel in der zweiten Instanz zurücknimmt, die noch fällige Million aus dem Jelavic-Transfer aus Glasgow mit Verspätung überwiesen wird, oder Manager Kuhn doch noch mindestens einen Sponsor-Ersatz (OMV kürzte radikal, Ottakringer verlegte sich auf die Ausschank im Stadion) auftreiben kann.
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