Letztes Update am 18.05.2012, 15:59
Während des Relegationsspiels Fortuna gegen Hertha BSC brachen alle Dämme. Die Partie könnte ein Nachspiel haben.
Düsseldorf ist nach 15 Jahren wieder erstklassig. Nach dem 1:2-Auswärtssieg im Hinspiel reichte der Mannschaft von Trainer Norbert Meier am Dienstag daheim ein 2:2 gegen Hertha BSC. Doch die Umstände rund um das Spiel waren kein Ruhmesblatt für den Fußball. Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte die Partie in der Schlussphase für 20 Minuten unterbrechen müssen, nachdem Tausende Fortuna-Fans das Spielfeld gestürmt hatten und dort feierten. Erst als der Rasen wieder geräumt war, setzte Stark die Begegnung für die fehlenden eineinhalb Minuten fort.
Schlimmeres verhindert
Nur auf Bitten der Polizei kam die Mannschaft von Hertha für die restliche Spielzeit wieder aus der Kabine. "Der Schiedsrichter hat die Mannschaft nicht wegen des Fußballs auf den Platz zurückgeführt", sagte gestern Klub-Anwalt Schickhardt. "Er tat dies nur auf Bitten der Polizei, um eine Eskalation zu verhindern – man hat von einem Blutbad gesprochen." Hertha BSC habe seinen Beitrag dazu geleistet. "Es ging nur darum, Schlimmeres für den deutschen Fußball zu verhindern." Sollte der Klub gegen das Resultat Einspruch erheben, muss das bis spätestens heute, Donnerstag, erfolgen.
Fortuna Düsseldorf ist dagegen fest davon überzeugt, nicht nachträglich den Aufstieg noch abgesprochen zu bekommen oder eventuell ein Wiederholungsspiel bestreiten zu müssen. "Ich gehe fest davon aus, dass wir aufgestiegen sind", sagte Fortuna-Manager Wolf Werner im ARD-Morgenmagazin. "Die Fans sind nach einem Pfiff auf das Spielfeld gelaufen. Das sind unschöne Szenen, die sind unnötig", sagte er. Aber der Schiedsrichter habe die Begegnung wieder angepfiffen. "Der Spielablauf kann nicht infrage gestellt werden."
Nach dem Spiel ging es nach Angaben der Düsseldorfer Polizei in der Stadt friedlich zu. Allerdings wurde ein Sonderzug mit 750 Fans von Hertha BSC in Hamm (Nordrhein-Westfalen) von der Polizei gestoppt. Wegen zerschlagener Fensterscheiben stand der Zug drei Stunden im Bahnhof, einer der elf Waggons musste abgekuppelt und ausgetauscht werden.
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