Durchhaltepa­ro­len bei Real Madrid

SPAIN SOCCER REAL MADRID
Foto: APA/KIKO HUESCA Iker Casillas' Dehnungsübungen sehen nur aus wie ein Gebet, Real könnte fußball-göttlichen Beistand derzeit allerdings gut gebrauchen.

Zuletzt hatten die Königlichen mit internen Querelen für Schlagzeilen gesorgt.

Neues Jahr, neues Glück für Real Madrid? Bei 16 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Barcelona und immer noch sieben auf Stadtrivalen Atletico Madrid wird auch viel Glück kaum reichen. Zumal der Verein zuletzt immer wieder mit internen Querelen für Schlagzeilen sorgte: Trainer Jose Mourinho gegen Iker Casillas, Fabio Coentrao gegen den Kalender (der Brasilianer überzog seinen Urlaub), Ronaldo gegen alle.

Also versucht man sich nach außen hin einig und kämpferisch zu geben: "Das wichtigste ist, dass wir gewinnen und zusammenhalten, die Mannschaft und die Fans. Es ist für uns mathematisch noch möglich, den Titel zu holen, und wir müssen bis zum Ende daran glauben. Es wird aber ein harter Kampf für uns". meint Ronaldo.

Für Casillas, der zwei Tage vor Weihnachten im Auswärtsspiel bei Malaga (2:3) von Mourinho überraschend auf die Ersatzbank gesetzt worden war, kommt "der Verein vor Casillas. Was wirklich zählt ist, dass die elf Spieler, die der Trainer auswählt, ihr Bestes geben. Wir müssen mehr laufen, mehr trainieren und hoffen, dass die Ergebnisse kommen."

Ausfälle

Die Vorzeichen für das Spiel am Samstag gegen Real Sociedad stehen jedoch nicht besonders günstig, mit den Verletzten Pepe und Marcelo sowie dem gesperrten Sergio Ramos fehlen gleich drei Verteidiger.

Außerdem deutet wenig auf eine länger andauernde Schwächephase Barcelonas hin Die Katalanen halten nach 17 Runden bei 16 Siegen und einem Remis, zudem war Lionel Messi nicht zu halten. Der Argentinier stellte im Jahr 2012 mit 91 Toren einen neuen Weltrekord auf.

Zu Wochenmitte ist auch Trainer Tito Vilanova zur Mannschaft zurückgekehrt. Nur zwei Wochen nach seiner Tumor-Operation hat der 44-Jährige am Mittwochnachmittag schon wieder das Training geleitet. Das sollte der Mannschaft weiter Motivation für einen guten Start ins neue Jahr zu Hause gegen den abstiegsbedrohten Stadtrivalen Espanyol geben.

Atletico Madrid ist beim ebenfalls abstiegsbedrohten Real Mallorca zu Gast, muss aber Stürmerstar Radamel Falcao, Spielmacher Arda Turan und Abwehrspieler Miranda (alle gesperrt) ersetzen.

Tabelle

Barcelona-Trainer Tito Vilanova (2.v.r) besuchte nach seiner Tumor-Operation Ende Dezember erstmals am Mittwochvormittag wieder seine Mannschaft am Trainingsplatz. Dabei wurde der 44-Jährige vor allem von Verteidiger Abidal (re.) herzlich empfangen. Der 33-jährige Barca-Spieler befindet sich gerade selber nach einer Lebertransplantation im Aufbautraining und auf dem Weg zurück. Die Nachmittagseinheit am Mittwoch fand dann wieder unter der Regie von Vilanova statt. Im November 2011 wurde der damalige Co-Trainer der Katalanen erstmals erfolgreich aufgrund eines Ohrspeicheldrüsenkrebs operiert. Er galt nach der OP als geheilt. Mehr als ein Jahr später erlitt er Mitte Dezember wieder einen Rückfall bei seiner Krebserkrankung. Nach einer neuerlichen Tumor-Operation verkündete Mannschaftskapitän Puyol: "Der Eingriff ist sehr gut verlaufen. Das hat dem Team nach der Schreckensnachricht wieder neuen Mut gegeben." Während seiner Abwesenheit wurde die Mannschaft von Co-Trainer Jordi Roura gecoacht. Im Liga-Spiel gegen Real Valladolid liefen die Barca-Kicker mit einem Vilanova-Leiberl auf. Bereits zwei Tage nach seiner Krebs-OP wurde der Barcelona-Trainer aus dem Krankenhaus entlassen. 
Derzeit unterzieht er sich einer sechswöchigen Chemotherapie. Klub-Präsident Sandro Rosell hatte bereits angekündigt, dass Vilanova früher als gedacht wieder auf der Trainerbank sitzen könnte. Gegen Espanyol Barcelona saß der Coach erstmals nach der Krebsoperation wieder auf der Bank der Katalanen. Sein Team schenkte ihm zur Rückkehr einen souveränen 4:0-Sieg.
(APA / wol) Erstellt am
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