Die traditionsreichs­ten Stadien der Welt

Seit über hundert Jahren begeistern diese Sportstätten die Zuschauermassen.

Im Jahr 1911 kaufte Charles H. Taylor, Herausgeber des Boston Globe, ein knapp drei Hektar großes Grundstück im Südwesten der von Boston. Ein knappes Jahr später wurde der Fenway Park, Heimat des Baseballteams der Boston Red Sox, feierlich eröffnet. Genau 100 Jahre später feierte der älteste noch bespielte "Ballpark" der MLB im Sommer Jubiläum. Ein Jahrhundert brachte zahlreiche Mythen und Geschichten um das Baseball-Stadion hervor, dass mittlerweile sogar als Platz in der US-Version des Brettspiels Monopoly vertreten ist. So bot der Platz in seiner langen Gesichte neben College-Fooball-Teams, auch den Patriots, den heutigen Washington Redskins Heimat oder dem Fußballteam der Boston Beacons Heimstätte - selbst Eishockey, in Form des NHL-Winter-Classic, wurde bereits hier gespielt. Einer der berühmtesten Plätze begrenzt das linke Outfield. "The Green Monster" - eine 73,2 Meter lange und über 11 Meter hohe Mauer, inklusive manuell bedienter Anzeigetafel - wirkte wohl nicht nur auf einen gegnerischen Outfielder gleichsam imposant wie einschüchternd. Der Fenway Park hält aber auch einen beeindruckenden Rekord. Seit dem 15. Mai 2003 waren alle Spiele ausverkauft. Im Yarra Park der australischen Stadt Melbourne öffnete der Melbourne Cricket Ground - kurz MGC - bereits 1853 seine Pforten. Nach einem fast eine halbe Millarde Euro teuren Umbau im Jahr 2006 fast das Stadionrund nun knapp 100.000 Zuschauer. Das älteste Fußballstadion der Welt steht dagegen an der Bramall Lane in Sheffield, England. Das erste Match am 30. April 1855 bestritten aber zwei Cricketteams. Das erste Fußballspiel gab es 1962 zwischen dem FC Sheffield und dem FC Hallam. Die lange Geschichte des Franklin Field der University of Pennsylvania reicht zurück bis ins Jahr 1895. Seit dem 20. April 1895 wird hier hauptsächlich American Football gespielt. Das Stadien mit den charakteristischen Backsteinbauten hinter den Endzonen beheimatet aber auch Leichtathletik-Wettkämpfe und viele andere Ballsportarten. Der älteste noch bespielte Sportplatz unseres Landes liegt dagegen im Wiener Westen, genauer gesagt in Dornbach. Der Sportclubplatz an der Hernalser Hauptstrasse existiert seit 1904, bedürfte allerdings dringend einer rundum Sanierung. Die älteste Rennstrecke findet man dagegen im US-Bundesstaat Wisconsin. Der Rundkurs der Milwaukee Mile wird seit 1903 befahren.
Das Lehener Stadion bot dem SV Austria Salzburg bis 2002 Platz. Zur Blütezeit kamen 18.000 Zuschauer zum UEFA-Cup-Spiel gegen Roter Stern Belgrad. 
(Eine Auswahl des KURIER) Anstelle des Fußballstadions entstand ein Stadtteilzentrum, unter anderem mit einer Bibliothek, Geschäften und einem Seniorenheim. Im Stadtteil Watergraafsmeer gelegen war das De Meer Stadion bis in das Jahr 1996 Heimstätte von Ajax Amsterdam. Noch im selben Jahr wurde es abgerissen. Anstelle des Stadions entstand das Wohngebiet "Park de Meer". Zehn Jahre später wurde im fernen England eine andere altehrwürdige Sportanlage abgetragen. Das "Highbury" beheimatete den FC Arsenal und blieb vor allem durch seine berühmte "Clock End" (Tribüne) in Erinnerung. Heute befindet sich dort mit dem "Highbury Square" eine Apartment-Anlage. Das Shea Stadium wurde bis 2008 von den New York Mets bespielt. Nachdem die Baseballer in das nahe Citi Field Stadion übersiedelten, musst es Parkplätzen weichen und wurde 2010 dem Erdboden gleichgemacht. Das Camp de Les Corts war von 1922 bis 1957 Spielstätte des FC Barcelona. Dort feierte man auch 1929 den ersten Meistertitel. Als die Mannschaft in das größere Camp Nou umzog, wurde es neun Jahre später abgerissen. Drei Monate später verkaufte der Verein das Grundstück um 226 Millionen spanische Peseten an eine Immobilienfirma. Das Giants Stadion, in New Jersey, beherbergte bis Juni 2010 mit den New York Giants, Jets und Red Bulls gleich drei Mannschaften... ...ehe es Parkplätzen für das nebenan errichtete MetLife Stadium weichen musste. Vor dem Abriss am 12. November ließen sich die Betreiber des Råsundastadions in Schweden ein Schmankerl für alle Fans einfallen. Jeder konnte sich ein Souvenir vom ehemaligen Nationalstadion mit nach Hause nehmen. Das Chicago Stadium wurde bis 1994 als Sportarena und Theater genutzt. Neben den Eishockey-Cracks der Chicago Blackhawks beheimatete es auch das erfolgreiche Basketballteam der Bulls. Nachdem die beiden Teams in das United Center umzogen, wurde das Stadion abgerissen und gegen Parkmöglichkeiten ersetzt. Das Rheinstadion wurde 1925 erbaut und war 1974 einer der Austragungsorte für die Fußball-WM in Deutschland. Die ehemalige Heimat der Fortuna Düsseldorf wurde 2002 gesprengt. Im Jahr 2004 wurde beinahe an der gleichen Stelle die multifunktionale Esprit Arena eröffnet.
(KURIER) Erstellt am
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