Irreguläres Kienast-Tor erlöst Sturm in Ried

FUSSBALL: TIPICO-BUNDESLIGA / SV JOSKO RIED - SK S
Foto: APA/EXPA/ROLAND HACKL Kristijan Dobras (Sturm) besiegte Dieter Elsneg (SV Ried).

Roman Kienast trifft für die Grazer in der Schlussphase zum 1:0.

Sturm Graz hat sich im vierten Anlauf über den ersten Frühjahrssieg freuen dürfen. Die Steirer setzten sich auswärts gegen Ried dank eines späten - aber irregulären - Tores von Roman Kienast (88.) knapp mit 1:0 durch. Die Grazer rückten damit vorerst fünf Punkte an die drittplatzierte Wiener Austria heran, die am Sonntag in Salzburg gastiert.

Für die Truppe von Chefcoach Franco Foda war es der erste Erfolg 2016 nach zuvor einer Niederlage und zwei Unentschieden. Der war absolut leistungsgerecht, hatten die Gäste doch vor allem nach der Pause das Geschehen diktiert. Dank Kienast wurden sie für den größeren Aufwand im Spiel auch noch belohnt, für den Stürmer war es der achte Saisontreffer. Die siebentplatzierten Rieder kassierten nach vier Siegen in Folge in der Keine-Sorgen-Arena wieder einmal eine Niederlage und verabsäumten es sich eine bessere Ausgangsposition im Abstiegskampf zu verschaffen.

Foda baute seine Mannschaft nach dem 0:2 gegen Rapid kräftig um. Lukas Spendlhofer bekam in der Innenverteidigung wieder einmal die Chance, Wilson Kamavuaka rückte dafür nach vor ins Mittelfeld. Dort kamen mit Kristijan Dobras und Marko Stankovic noch zwei Neue ins Team. Dobras ersetzte den nach dem Aufwärmen angeschlagenen Thorsten Schick.

Die Grazer waren es auch, die im Innviertel mehr vom Spiel hatten. Schon nach 50 Sekunden hätte es eigentlich 1:0 stehen müssen, Daniel Offenbacher schoss nach schöner Aktion aber Mitspieler Sascha Horvath an, der Ball wäre sonst ziemlich sicher im Tor gelandet. Sonst war wenig Gefährliches zu sehen, nach einer Dobras-Hereingabe kam Kienast nicht richtig zum Abschluss (29.). Die Rieder blieben völlig harmlos, Stürmer Thomas Fröschl konnte nicht richtig eingesetzt werden. Allgemein war die erste Hälfte von einer hohen Fehlpass-Quote geprägt, die spielerische Linie fehlte auf beiden Seiten.

Fehlentscheidungen

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gäste klar das Kommando. Der Foda-Truppe stand aber vorerst auch etwas Pech zur Seite. Nach einem Offenbacher-Freistoß blieb ein Bergmann-Handspiel wohl knapp innerhalb des Strafraums von Schiedsrichter Andreas Heiß ungeahndet (56.). Was wie schon einige Male im Herbst fehlte, war zudem lange Zeit die nötige Effizienz. Kienast scheiterte mit einem Schuss (59.) sowie Außenrist-Abschluss (67.) an Ried-Tormann Thomas Gebauer sowie verfehlte ein Gruber-Kopfballvorlage (83.).

Bei der letzten Chance klappte es dann aber doch noch mit dem Torerfolg. Nach einer Gruber-Hereingabe ließ der Ex-Rapidler dann Gebauer keine Chance (88.). Kienast hatte aber Glück, hatte er sich doch mit einem Foul seines Gegenspielers entledigt.

Für die Grazer war neben dem zweiten Sieg im dritten Saisonduell mit Ried auch das lang ersehnte Comeback von Donis Avdijaj ab der 65. Minute sehr positiv. Für die ohne Großchance gebliebenen Rieder war das Ende bitter, sie kassierten erst die zweite Niederlage in den jüngsten neun Runden. Damit drohte der Abstand auf Schlusslicht WAC eventuell auf einen Zähler zu schmelzen.

Ergebnisse, Tabelle

Spieldaten

SV Ried - SK Sturm Graz 0:1 (0:0)

Ried, Keine-Sorgen-Arena, 4.215, SR Heiß

Tor: 0:1 (88.) Kienast

Ried: Gebauer - Antonitsch, Reifeltshammer, Filipovic - Hart, Trauner (93. Sikorski), Polverino, Prada - Bergmann (60. Kreuzer), Elsneg (72. Honsak) - T. Fröschl

Sturm: Esser - Kayhan, Avlonitis, Spendlhofer, Lykogiannis - Kamavuaka, Offenbacher - Dobras (95. Potzmann), M. Stankovic (65. Avdijaj), Horvath (73. Gruber) - Kienast

Gelb-Rote-Karte: Antonitsch (94./Foul)

Gelbe Karten: Prada, Gebauer bzw. Kamavuaka, Kayhan, Avlonitis

Reaktionen

Gludovatz: "Haben in der zweiten Hälfte gegen 12 oder 13 gespielt"

Paul Gludovatz (Ried-Trainer): "Wir haben den angestrebten Punkt nicht erreicht. Unser Spiel war nicht so torträchtig, aber ein X wäre drinnen gewesen. Es ist natürlich schwer, als schwächeres Team dem Tempofußball von Sturm Paroli zu bieten. Ich habe mitten in der zweiten Hälfte etwas gespürt, was mir den Beruf verdirbt, nämlich Benachteiligung, die uns die Niederlage brachte. Wir haben in der zweiten Hälfte gegen 12 oder 13 gespielt, weil beide Assistenten hätten die Fouls gegen Kreuzer und Filipovic vor dem Tor anzeigen müssen. Schon vorher habe ich gespürt, dass es bei mindestens drei Situationen ein Ungleichgewicht gab."

Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Die erste Hälfte war ausgeglichen, über 90 Minuten hatten wir die besseren Torchancen. Es war von beiden Mannschaften kein gutes Spiel, es gab viele lange und zweite Bälle."

Zum Tor: "Ich habe im Spiel die Situation verfolgt, der Ball wurde in die Tiefe auf Gruber gespielt, in der Mitte gab es den Zweikampf Kienast gegen Filipovic und mein erster Eindruck war Foul. Ich habe erwartet, dass der Schiedsrichter pfeift. Ich bin für gerechten Fußball, das hätte er pfeifen können, aber vor einigen Monaten haben wir hier in Ried durch ein Abseitstor in der 88. Minute verloren. Ich kann also den Ärger von Paul nachvollziehen."

Roman Kienast (Sturm-Graz-Torschütze): "Ich habe versucht, mich zu lösen und den Rieder berührt, der deshalb aus der Balance gekommen ist. Das Foul kann man geben. Es war Glück für uns, wir haben lange auf den Sieg gewartet."

(kurier, apa / ab) Erstellt am
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