Austria und Rapid in einer Wien-Wien-Situation

Die Salzburg-Verfolger: Alexander Gruenwald (Austria) gegen Stefan Schwab (Rapid)
Sollte Leader Salzburg straucheln, gibt es für die Wiener Klubs den Titel zu gewinnen.

Der Trainer ist neu (Óscar Garcia), der beste Spieler an Malaria erkrankt (Keita) und der Wunschstürmer ist nicht gekommen (Dabbur): Tabellenführer Red Bull Salzburg geht als Top-Favorit auf den Titel ins Frühjahr, und dennoch stehen viele Fragezeichen hinter dem ersten Auftreten des Meisters am Sonntag bei der Admira. Können die beiden ersten Verfolger, die Wiener Klubs Austria und Rapid, die Salzburger Ungewissheit womöglich zum Meister-Coup nützen?

Ein KURIER-Ausblick:

Die Austria startet in Grödig. Dort, wo die Wiener bisher noch nie gewinnen konnten. "Der Start ist sicherlich richtungsweisend für uns. Wenn wir in Grödig nicht gewinnen, müssen wir womöglich nach wenigen Runden die Ziele zurückschrauben", weiß der gesundheitlich etwas angeschlagene Trainer Thorsten Fink.

Das Ziel Das Ziel ist offiziell derzeit das Erreichen eines Europacup-Startplatzes. "Wir wollen die ersten beiden ärgern." Mathematisch schwierig, wenn man selbst Tabellenzweiter ist. Gemeint sind Salzburg und Rapid, die Fink für stärker hält als sein eigenes Team. Im Cup-Viertelfinale ist der LASK zu Gast.

Die Vorbereitung Mit der Vorbereitung war der Deutsche zufrieden. "Ich denke, dass wir da schon einen Schritt nach vorne gemacht haben. Aber die Vorbereitung zählt unterm Strich nichts, sondern das Spiel gegen Grödig."

Martschinko fieberte zu sehr dem Auftakt entgegen, er liegt mit 39 Grad flach und wird von Salamon ersetzt. Lucas Venuto, Neuverpflichtung aus Grödig, feiert ebendort sein emotionales Debüt für die Austria. Ansonsten vertraut Fink dem Stamm.

Das Potenzial Um die Titel-Sensation zu schaffen, benötigt die Austria eine stabile Abwehr und einen Robert Almer, der nach seiner Verletzung bald wieder die Nummer eins geben kann. Sein Comeback ist in vier Wochen geplant.

Kayode sollte die Form des Herbstes wieder erreichen, die Stützen Gorgon, Grünwald und Holzhauser müssten sich noch dazu steigern. Wenn der flinke Venuto seine Dynamik und Torgefahr ausspielen kann, dann wird die Austria um eine Facette unberechenbarer.

Herausforderung in Grün

In das letzte Halbjahr im Ausweichquartier Happel-Stadion startet Rapid um 18.30 Uhr gegen den WAC. Für das neue Zuhause, das Allianz-Stadion, wurden im Winter doch etwas überraschend über ein Crowd-Investment-Modell drei Millionen Euro (die Höchstsumme) eingesammelt.

Das Ziel Rapid ist als einziger Klub noch in drei Bewerben vertreten. Intern haben sich die Spieler auf den ersten Titelgewinn seit 2008 eingeschworen – in der Liga als Meister oder im Cup (Viertelfinalgegner Admira).

Die Vorbereitung Anders als in der perfekten Vorbereitung 2015 behinderten die vielen Verletzten den Trainingsplan. "Ab der Hälfte des Trainingslagers haben wir Fahrt aufgenommen", beobachtete Sportchef Müller. "Dafür werden wir im Lauf des Frühjahrs noch stärker, weil es mit den Comebacks einen Qualitätsgewinn geben wird", rechnet Coach Barisic.

Das Potenzial Das Mittelfeld ist ohnehin meisterwürdig. Und in der guten Abwehr ist schon bald mit dem Debüt des außergewöhnlichen Talents Wöber zu rechnen. Fragezeichen gibt es dafür bei den besonders wichtigen Positionen: ganz vorne und ganz hinten.

Mittelstürmer Matej Jelic kommt in Fahrt und wird schön langsam heimisch. Zu der Performance von Vorgänger Beric ist es aber noch ein weiter Weg. Im Tor fehlt der verletzte Novota – der Slowake hält zwar selten außergewöhnlich, macht aber kaum Fehler. Ersatz Richard Strebinger ist talentierter, war im Herbst aber ein Punkteräuber und wirkte auch in der Vorbereitung noch öfters gestresst. "Er kann alles, er darf sich nur nicht zu viel Druck machen", meint Tormann-Trainer Hedl.

Nur wenn vorne Jelic der Knopf aufgeht und hinten Strebinger die Fehler minimiert, wird es am Ende den 33. Meistertitel geben.

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