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KURIER
Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Letztes Update am 12.05.2013, 19:35

Arnautovic: "Das tut mir weh". Marko Arnautovic würde seiner Mannschaft lieber auf dem Platz helfen, als auf der Tribüne sitzen zu müssen.

Österreichs Fußball-Star Marko Arnautovic ist nach einer nächtlichen Auto-Raserei derzeit von seinem Klub Werder Bremen suspendiert. "Das tut mir weh, wenn ich die Mannschaft spielen sehe und ich dabei auf der Tribüne sitzen muss", sagte der 24-jährige Wiener in der ORF-Sendung "Sport am Sonntag". "Ich denke mal, dass jeder Fußballer spielen will. Wenn man ihm den Ball wegnimmt, ist das wie der Tod für ihn. Ich habe immer gesagt: 'Nimm mir alles, aber nicht den Ball.'"

Arnautovic, der in der Nacht auf 26. April um 3.13 Uhr in seinem Porsche deutlich zu schnell unterwegs gewesen war, hat aber Verständnis für die Entscheidung der Bremer, ihn in dieser Saison nicht mehr einzusetzen. "Es ist nicht toll, wenn man um drei Uhr in der Nacht von der Polizei aufgehalten wird. Die Entscheidung von der Mannschaft war richtig. Ich dachte aber, es wird eine andere Strafe geben", erklärte der Teamspieler, der sich aktuell mit Training bei der zweiten Bremer-Mannschaft für das WM-Qualifikations-Heimspiel am 7. Juni gegen Schweden fit hält.


Unverständnis

Dass ihm und seinem ebenfalls wegen der Raserei suspendierten Klubkollegen Eljero Elia (NED) aggressives Verhalten von der Polizei vorgeworfen wird, versteht er jedoch nicht. "Es war eine ganz normale Kontrolle. Wir haben unsere Papiere hergegeben und sind dann ausgestiegen. Da hat der Polizist wohl Angst bekommen und sich gefragt: 'Warum stehen alle draußen?' Er hat Verstärkung geholt, wir haben aber nichts gemacht", betonte Arnautovic.

Die Kontrolle passierte übrigens bei der Heimfahrt aus den Niederlanden. "Wir haben in Holland (das Europa-League-Halbfinal-Hinspiel) Fenerbahce gegen Benfica mit Kollegen angeguckt. Das war nicht klug. Ich habe mir dabei nichts gedacht, kann aber sagen, dass ich zu Hause auch nicht um neun Uhr am Abend schlafen gehe", gab der Offensivspieler zu Protokoll.

Schlechtes Image

Dass er nun schon vermehrt durch Negativschlagzeilen aufgefallen ist, liege auch daran, dass "oft genug bei mir aus einer Ameise ein Elefant gemacht" werde, so Arnautovic, der seinen schlechten Ruf als "Skandalboy" unbedingt ablegen will. "Es ist nicht leicht, das Image zu ändern. Es ist immer leichter, vom guten zum schlechten Image zu kommen als vom schlechten zum guten. Ich muss versuchen, ruhig zu bleiben und mich nur auf Fußball zu konzentrieren."

Arnautovic weiß aber, dass er in der Vergangenheit einiges falsch gemacht hat: "Ich mache immer das, was ich in dieser Sekunde machen will. Danach denke ich mir: 'Warum habe ich nicht nachgedacht?' Deswegen ist das alles passiert." Nach der Geburt seiner Tochter Emilia im vorigen Sommer sei er aber "menschlich ruhiger geworden".

Ob er in der kommenden Saison noch in der deutschen Bundesliga spielen wird, ist weiter ungewiss. "Ich habe noch ein Jahr einen Vertrag mit Werder Bremen. Man wird sehen, ich weiß selber nicht, wie meine Zukunft aussieht. Ich hoffe, dass ich mich wieder mit den Besten messen kann", sagte Arnautovic, der nun "Gas geben" und sein volles Potenzial ausschöpfen will, damit er wieder mit positiven Leistungen in die Medien kommt. "Ich muss Konstanz in mein Spiel bringen, dann hat nicht nur der Verein, sondern auch das Nationalteam Spaß mit mir."


Erlösung

Bremen fixiert Klassenerhalt

In München steigt die große Meisterparty. Hoffenheim steht vor dem Abstieg.

Bei Werder Bremen ist das Zittern beendet. Mit einem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt fixierten die Hanseaten am Samstag in der vorletzten Runde der deutschen Bundesliga-Saison den Klassenerhalt. Fünf Jahre nach ihrem vielbestaunten Einstand steht 1899 Hoffenheim hingegen vor dem Abstieg. Der Tabellen-Vorletzte verlor gegen den Hamburger SV mit 1:4 und liegt damit weiter zwei Punkte hinter Relegationsplatz 16 zurück. Den hat nach dem 0:3 bei Meister Bayern München weiter der FC Augsburg inne.

Im Kampf um die Champions-League-Qualifikation musste Schalke 04 durch ein 1:2 gegen den VfB Stuttgart einen Rückschlag hinnehmen. Mit 52 Punkten gehen die Schalker am kommenden Samstag in ein "Endspiel" um Platz vier beim SC Freiburg (51), der beim Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth mit 2:1 gewann. Chancen auf die Königsklasse hat auch noch Frankfurt (50).

Ivanschitz-Tor

Mainz 05 unterlag Mönchengladbach 2:4, wobei sich Andreas Ivanschitz mit einem Elfmeter-Tor in der 91. Minute von den Mainzer Fans verabschiedete. Wolfsburg und Dortmund trennten sich 3:3, Leverkusen schlug Hannover 3:1.

Genau 14 Jahre nach seinem Amtsantritt entledigte sich Trainer Thomas Schaaf mit Werder wie auch damals aller Abstiegssorgen. Kevin de Bruyne (22.) traf zunächst für die mit Sebastian Prödl eingelaufenen Bremer, ehe Srdjan Lakic (51.) für den Ausgleich sorgte. Zlatko Junuzovic kam bei den Hausherren erst nach einer Stunde auf das Spielfeld. Werder verfiel durch das Gegentor in alte Spielmuster zurück, agierte zu ängstlich und riskierte eine Niederlage. Trotz bereits zwölf Spielen ohne Sieg durften die Bremer nach Schlusspfiff aber feiern.

Meisterparty

FC Bayern München - FC Augsburg
Foto: dpa/Peter Kneffel
Der FC Bayern stimmte sich mit dem Derby-Sieg auf die Meisterparty am Abend ein. Vor der Partie bereiteten die Fans dem scheidenden Coach Jupp Heynckes einen stimmungsvollen Abschied. Augsburg mit Alexander Manninger im Gehäuse stand in München dann lange vor einer Überraschung, dann machten Thomas Müller (70.), Xherdan Shaqiri (82.) und Luiz Gustavo (87.) den 600. Bundesliga-Heimsieg der im Bestformation samt David Alaba eingelaufenen Bayern perfekt.

Die Bayern können feiern

Schalke bereitete sich selbst ein unwillkommenes Endspiel gegen Freiburg. Während die Schwarzwälder in Fürth die Partie zu einem Sieg drehten, kassierten die mit Christian Fuchs in der Startelf angetretenen Königsblauen eine Heimpleite gegen Stuttgart. Doppel-Torschütze Vedad Ibisevic (24., 66.) versetzte der Stimmung auf Schalke nach der Vertragsverlängerung mit Trainer Jens Keller einen Dämpfer. Daran änderte auch das Eigentor von Stuttgarters Georg Niedermeier in der Nachspielzeit nichts mehr.

Mönchengladbach meldete sich in Mainz eindrucksvoll im Kampf um Europa zurück. Der dreimal erfolgreiche Branimir Hrgota (39., 59., 80.) und Mike Hanke (65.) wendeten das Blatt, nachdem Shawn Parker (12.) die Hausherren in Führung gebracht hatte. Ivanschitz (91./Foulelfmeter) konnte in seinem letzten Heimspiel nur noch verkürzen.

Ergebnis

Samstag, 11.05.2013
FC Schalke 04 - VfB Stuttgart 1:2
Schalke: Fuchs spielte durch, Stuttgart: Harnik bis 89., Holzhauser ab 83.

Bayer 04 Leverkusen - Hannover 96 3:1
Greuther Fürth - SC Freiburg 1:2

Bayern München - FC Augsburg 3:0
Bayern: Alaba spielte durch, Augsburg: Manninger im Tor

1899 Hoffenheim - Hamburger SV 1:4

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 3:3

FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 2:4
Mainz: Ivanschitz spielte durch und traf zum 2:4/91./Elfmeter, Baumgartlinger spielte durch, Gladbach: Stranzl spielte durch

Fortuna Düsseldorf - 1. FC Nürnberg 1:2
Düsseldorf: Almer auf der Bank, Nürnberg: Ildiz verletzt

Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 1:1
Bremen: Prödl spielte durch, Junuzovic ab 62.

Tabelle Bundesliga

 

(apa/ab) Erstellt am 12.05.2013, 19:35

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