Friday, May 25, 2012

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Grün ist die violette Hoffnung

Roman Kienast steht beim Derby im Blickpunkt. Der Austrianer trifft auf seinen Ex-Klub Rapid.

Letztes Update am 18.02.2012, 09:05


Im Fokus: Austria-Stürmer Roman Kienast kommt aus einer Rapid-Familie, soll im 300. Derby aber seinen neuen Klub zum Sieg schießen.

Ja, darf der Roman Kienast das überhaupt? Zwei Tage vor dem Derby mit einer Hobby-Truppe in der Halle kicken! Und das gleich im Doppelpack! In einer Fußballhalle in Floridsdorf trugen am Donnerstagabend gleich zwei Austria-Fans ihr neu erworbenes Kienast-Trikot mit der Nummer 42 stolz zur Schau.

Kienast, wohin man schaut. Der 27-jährige Neuzugang steht auf der violetten Bestseller-Liste im Fanshop tatsächlich ganz oben, obwohl er erst seit Ende Jänner für die Austria spielt. Am Samstag (18.30 Uhr/live auf Sky) trifft er im 300. Wiener Derby im Happel-Stadion auf seinen alten Klub Rapid.

Kienast-Doppel


Vergangenheit: Sieben Jahre war der junge Kienast bei Rapid.

Vor dem Anpfiff durch Schiedsrichter Thomas Einwaller begrüßt Rapid noch Derby-Legenden aus mehreren Jahrzehnten. Pikantes Detail am Rande: Eine der Legenden ist ausgerechnet Roman Kienasts Onkel Reinhard. Der 52-Jährige ist der jüngere Bruder von Romans Vater Wolfgang, der ebenfalls für Rapid spielte.

Reinhard Kienast, der ein Freund von Jahrhundert-Rapidler Hans Krankl ist, kickte sogar 14 Saisonen (1978–1992) in Hütteldorf. "Schön für ihn, dass er begrüßt wird. Er ist ja wirklich eine Rapid-Legende", wusste Roman im Vorfeld nichts von diesem Programmpunkt. "So kurz vor dem Spiel bin ich aber ohnehin auf das Derby konzentriert."

Wechselpass

Kienast ist der bisher letzte von mittlerweile über 60 Spielern, die als Profis für Grün und Violett einliefen. Während einige, wie etwa Roman Wallner, fortan von beiden Fan-Gruppen angefeindet wurden, legte Josef Hickersberger einen bemerkenswerten Spagat hin.

Nur der Ex-Teamchef schaffte es, für beide Klubs zu spielen und danach auch beide zu trainieren. Außerdem genießt der 63-jährige Vater von Rapids Co-Trainer Thomas Hickersberger weiterhin allgemeine Anerkennung.

Während in der Saison 1996/’97 sieben Ex-Austrianer für Rapid spielten (und kein Derby verloren), ist derzeit kein violetter Ex-Profi für Rapid zu sehen. Christoph Saurer wurde nach Wiener Neustadt verliehen, Lukas Königshofer und Christian Thonhofer spielten lediglich im Austria-Nachwuchs.


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Sängerknaben

Roman Kienast stürmte von 1999 bis 2006 in Hütteldorf und ist mit aktuellen Rapid-Spielern befreundet. Während sich Sturm Graz 2010 im Gegensatz zu seinem Stammverein um eine Rückkehr aus Norwegen in die Bundesliga bemühte, hätte Rapid-Trainer Peter Schöttel den 27-Jährigen nach dieser Saison im Sommer gerne ablösefrei zurückgeholt. Doch der Erzrivale war schneller.

Kienast sieht die Angelegenheit unaufgeregt: "Bei Rapid war ich damals nicht einmal Stammspieler. Außerdem hatte ich einige Zwischenstationen in den letzten Jahren." Mit Schmähgesängen der Rapid-Fans rechnet er jedenfalls nicht: "Ich wüsste nicht, warum. Und wenn’s trotzdem so ist, dann bin ich aufs Spiel fokussiert."

Parallelen

Mit einem Derby-Tor würde er sich in die Herzen so manch skeptischer Austria-Anhänger schießen. "Ich will generell so viele Tore wie möglich erzielen. Aber heute zählt in erster Linie der Sieg." Beim 2:0 gegen Ried überzeugte der Stürmer als Vorbereiter und mit einer starken Vorstellung. "Kritiker kann man nur mit Leistungen überzeugen."

Trainer Ivica Vastic hatte einst Beschimpfungen zu hören bekommen, als er als Aktiver mit der Austria seinen Ex-Verein Sturm Graz besuchte. "Auf dem Platz bekommt man aber nicht viel davon mit. Roman ist alt genug, um damit umzugehen."


Letztes Update am 18.02.2012, 09:05


Artikel vom 17.02.2012 15:57 | KURIER | Alexander Strecha, Alexander Huber | « zurück zu Fußball


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