Friday, May 25, 2012

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Thema: Fulda Challenge 2012

Was ist die Fulda Challenge?

Zum zwölften Mal findet im arktischen Yukon Territorium eine der härtesten Wintersport-Veranstaltungen statt. Der Zehnkampf fordert Ausdauer, fahrerisches Geschick und mentale Stärke.

Letztes Update am 17.01.2012, 08:09


Sport bei klirrender Kälte: Selbst abgeklärte Abenteurer stoßen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

Der deutsche Reifenhersteller Fulda unterstützte von 1996 bis 1999 den Yukon Quest, das längste und härteste Hundeschlitten-Rennen der Welt. Aus diesem Sponsoring entstand der Plan einen arktischen Zehnkampf zu veranstalten, der selbst abgeklärte Abenteurer an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit führt. Die Kulisse sollte auch das winterliche Yukon Territorium sein. Im Jahr 2001 wurde die Idee schließlich umgesetzt: Bei Temperaturen bis minus 40 Grad traten Athleten und Prominente bei der ersten Fulda Challenge gegeneinander an.

Die Athleten schlafen im Zelt


Zwischen den Bewerben müssen die Teilnehmer hunderte Kilometer auf vereisten Straßen zurücklegen.

Seither strapaziert die Fulda Challenge Mensch und Material. Disziplinen wie Halbmarathon, Biathlon oder Draisinen-Rennen fordern Ausdauer. Die Nächte im Freien und die klirrende Kälte Leidensfähigkeit. Neben Kondition, Kraft und Geschicklichkeit ist bei der Challenge zudem fahrerisches Talent gefragt. Mit Geländewagen, Quad und Ski-Doo werden Wettkämpfe gegen die Zeit ausgetragen.

Erschwerend kommt hinzu, dass zwischen den jeweiligen Wettkämpfen hunderte Kilometer im Auto auf vereisten Pisten zurückzulegen sind. Doch die Schönheit der rauen Landschaft, das Panorama und die Nordlichter lindern die körperlichen Strapazen.

Diese sportlichen Herausforderungen erwarten die Teilnehmer:

Ausdauer ist gefragt: Das Schneemobil-Rennen über einen gefroren See, der Cross-Country-Skilauf durch verschneite Wälder oder der Laufwettbewerb durchs nächtliche Dawson City sind nur drei der sportlichen Herausforderungen. An fünf Tagen müssen die Teilnehmer der Fulda Challenge insgesamt zehn Bewerbe im Yukon Territorium absolvieren und rund 1500 Kilometer im Auto zurücklegen. Was die Kandidaten genau erwartet und wo die Bewerbe stattfinden, lesen Sie hier.

Event 1- Schneemobil-Rennen am Summit Lake

Der erste Wettbewerb der Challenge findet auf dem Whitepass statt. Und zwar direkt an der kanadischen Zollstation in Fraser. Ein Teil der Rennstrecke führt über den gefroren Summit Lake. Gefahren wird mit 80 PS starken Yamaha Phaser RTX Schneemobilen. Die Startfolge wird ausgelost. Die Anzahl der Runden wird kurz vor dem Rennen bekanntgegeben.

Die Gegend rund um den Gebirgspass ist berüchtigt für seine "Whiteouts". Das Phänomen bezeichnet den Zustand, wenn Boden und Horizont aufgrund von Nebel oder Schneefall nahtlos ineinander übergehen. Der Betroffene erkennt dabei keine Konturen oder Schatten mehr. Er hat das Gefühl, sich in einem völlig leeren, unendlichen, weißen Raum zu befinden. Ein gefährlicher Zustand.

Event 2 – Schlittenziehen auf dem Broadway

Das Proviant-Schlitten-Ziehen findet in Skagway (Alaska) statt und soll an den mühsamen Marsch der Goldsucher erinnern. Ende des 19. Jahrhunderts starteten die Glückritter von Alaska aus mit ihren Schlitten Richtung Kanada. Rund 72 Kilometer mussten sie über den Chilkoot Pass steigen. Eine Tortur, denn die Schlitten waren mit Lebensmittel und Material für ein Jahr beladen und rund 450 Kilogramm schwer.

Die Teilnehmer der Fulda Challenge kommen im Vergleich zu den historischen Vorbildern komfortabel weg. Zu den 100 Kilogramm Grundgewicht werden zusätzlich 75 Prozent des Körpergewichts auf den Schlitten geschnallt. Der oder die leichteste Teilnehmerin startet zuerst. Die Punktevergabe erfolgt nach Schnelligkeit.

Event 3 – Cross-Country-Skirennen

Auf schmalen Skiern durch die weite Wildnis. Der Start des Cross-Country-Skilaufs erfolgt in der Gemeinde Tagish und endet rund 20 Kilometer später im Tagish Wilderness Ressort. Während die ersten 500 Meter aufgrund des Massenstarts im klassischen Stil angegangen werden, wechseln die Teilnehmer anschließend in den Freestyle. Die Punkte dieses Ausdauer-Events zählen doppelt.

Event 4 – Helicopter Drop

Auch wenn es zunächst so klingt, als bräuchten die Teilnehmer Stuntman-Qualitäten, hat der Helicopter Drop nichts mit Sprüngen aus großer Höhe zu tun. Viel eher ist Präzision und Kommunikation gefragt. Der Athlet nimmt neben dem Piloten im Cockpit Platz und dirigiert ihn vom Startplatz zu einem 150 Meter entfernten Stab, der senkrecht im Eis steckt. Unter dem Helicopter hängt ein Reifen an einem Seil. Ziel ist es, den Piloten punktgenau über den Stab zu dirigieren und im richtigen Moment per Knopfdruck den Reifen abzuwerfen. Dafür hat der Athlet nicht länger als fünf Minuten Zeit. Idealerweise ist der Reifen nach dem Abwurf aufgepfählt.

Die Startreihenfolge ergibt sich aus dem Ergebnis des Cross-Country-Ski-Rennens. Wer als erstes ankommt, startet auch als erstes beim Helicopter Drop.

Event 5 – Ski-Jöring

Beim "Ski-Jöring" in Whitehorse dient der Kia Sportage als Zugpferd. Die Wintersportart hat ihren Ursprung in Skandinavien und folgt dem Prinzip des Wasserski-Fahrens - nur nicht im warmen Wasser, sondern auf Schnee- oder Eis. Ein Sportler auf Skiern lässt sich an einer Schleppleine hängend vom anderen Teammitglied im Auto ziehen. Der Fahrer muss neben der Zeit auch den Kollegen auf Skiern im Auge behalten. Der sollte weder stürzen noch durch die Fliehkräfte von der Rennstrecke getragen werden.

Auf der 1000 Meter langen und 25 Meter breiten Startbahn wird mit Hütchen ein Slalomkurs gesteckt, der zum Ende hin – bedingt durch enger stehende Hütchen – deutlich schwieriger wird. Jedes ausgelassene bzw. umgestoßene Hütchen wird mit fünf Sekunden bestraft.

Event 6 – Dawson City-Goldrausch-Lauf

Beim "Dawson City Goldrush Run" handelt es sich um einen nächtlichen Stadtlauf bei arktischen Temperaturen. Die Athleten starten vor dem Downtown Hotel, laufen dann – vorbei am berühmten Casino von Diamond Tooth Gertie`s - die Queens Street zu 8th Avenue hoch, biegen rechts ab und rennen an den Häusern der Schriftsteller Robert Service und Jack London vorbei zur Turner Street.

Von dort geht es hinunter zur Front Street und vorbei an historischen Häuserfassaden Richtung Queens Street. Der Kurs ist exakt 2,5 km lang. Die Anzahl der zu laufenden Runden wird vor dem Rennen bekanntgegeben und hängt von Temperatur und Wind ab.

Event 7 – Offroad-Parcour auf dem vereisten Yukon River

Der Off-Road-Parcour findet ebenfalls in Dawson City statt. Genauer gesagt auf einer Eisbrücke über den Yukon und an dessen Ufer. Die Details werden kurz vor dem Rennen bekanntgegeben, beinhalten aber auf jeden Fall diverse Geschicklichkeitsübungen sowie schnelle Kurvenfahrten auf Eis.

Event 8 – Schneeschuh-Rennen aufs Dach der Welt

Der "Top of the World Highway" besteht seit 1955. Vor dem Bau des Klondike Highways war er die einzige Straßenverbindung nach Dawson City. Der Highway wird im Winter geschlossen und bildet die Kulisse für das Schneeschuh-Rennen auf das "Dach der Welt". Gestartet wird erneut in Dawson City. Die genaue Distanz und die exakte Streckenführung werden vor dem Rennen bekanntgeben. Auch hier haben Temperatur, Wind und Wetterverhältnisse entscheidenden Einfluss auf den Bewerb.

Event 9 – Lumberjack-Contest

Auch der "Baumsäge-Wettbewerb" findet in der Nacht vor dem Downtown Hotel statt. Jedes Team muss gemeinsam von Hand einen dicken Baumstamm durchsägen. Die Zeit bestimmt die Punktezahl. Sowohl Athlet als auch Athletin eines Teams bekommen die gleiche Punktezahl gutgeschrieben.

Event 10 – Canyon-Überquerung

Der letzte Event der Fulda Challenge: Jeder Athlet muss auf einem Seil den Miles Canyon, eine aus der Goldrauschzeit berühmt-berüchtigte Schlucht nahe der Stadt Whitehorse, überwinden. Die Zeit bestimmt die Punkteanzahl. Fällt der Athlet ins Seil, gibt es einen Strafpunkt.

Titelverteidigung


Die Österreicher Florian Grasl und Lisa Fail konnten die Challenge 2011 gewinnen. Der Preis: Ein Gold Nugget.

In diesem Jahr veranstaltet Fulda den Wettbewerb bereits zum zwölften Mal. Vom 12. bis zum 19. Jänner kämpfen sieben Teams im kanadischen Yukon um den Sieg. Die Mannschaften bestehen aus Prominenten sowie Teilnehmern, die sich über mehrere Vorrunden qualifiziert haben. Vergangenes Jahr konnten die österreichischen Amateur-Sportler Lisa Fail und Florian Grasel die Challenge für sich entscheiden. 2012 versuchen die Profi-Mountainbikerin Angelika Hohenwarter und der IT-Techniker Martin Zach den Titel zu verteidigen. Ihre Gegner kommen aus Deutschland, Kanada und der Schweiz.

Die Route des Goldes


Die Route der Fulda Challenge 2012 ist eine Hommage an die großen Abenteurer-Zeiten im Yukon. Von Skagway in Alaska führt sie bis nach Dawson City (Kanada) an den Fuß des Gebirgspasses "Top of the World". Die Strecke folgt dabei dem historischen Weg des Goldes. George Carmacks, ein Goldschürfer aus Kalifornien, und sein indianischer Schwager Skookum fanden am 16. August 1896 am Bonanza Creek, südlich von Dawson City, das erste glänzende Nugget und lösten damit den größten Goldrausch der Geschichte aus. Glücksritter von Nah und Fern machten sich auf, ihr eigenes Vermögen zu schürfen. Aber nicht alle hatten Erfolg: Viele verloren Hab und Gut, und nicht wenige ihr Leben.

Anmerkung: Wo genau die einzelnen Bewerbe stattfinden erfahren Sie in der Bildergalerie „Die Sportbewerbe der Fulda Challenge 2012“ (siehe oben). Einfach dem Link unter der Event-Beschreibung folgen ...


Letztes Update am 17.01.2012, 08:09


Artikel vom 04.01.2012 12:00 | KURIER | Pascal Sperger | « zurück zu Sport


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