Köllerer am Klo disqualifiziert
Der Oberösterreicher musste sich unter fast schon bizarren Umständen in der ersten Runde des Challengers von Cordenons verabschieden.
Es gibt immer ein erstes Mal - auch für Daniel Köllerer.
DruckenSendenLeserbrief
kommentieren
Österreichs Tennis-Hitzkopf Daniel Köller ist immer für eine ungewöhnliche Schlagzeile gut. Doch selten war ein Ereignis um den Oberösterreicher so kurios, wie jenes beim Challenger-Turnier in der italienischen Stadt Cordenons.
Nach einem mit 1:6 gegen den Niederländer Robin Haase verlorenen ersten Satz, kämpfte er sich - mit gewohnt heftigen Gefühlsausbrüchen, die ihm eine Verwarnung einbrachten - zurück und gewann den zweiten 7:6(3).
So weit, so Köllerer. Kurios wurde es in der Pause vor dem dritten Satz. Der Welser erbat sich eine Toilettenpause. Dummerweise befand sich zu dieser Zeit - Zufall oder nicht - sein Touring-Coach Markus Egger ebenfalls am als still bekannten Örtchen.
"Komm' jetzt weiter so"
Nach eigenen Angaben hörte Köllerer Egger in der Nachbarkabine telefonieren. Viel mehr als ein "Komm' jetzt weiter so", will er allerdings nicht vernommen haben. Musste er auch nicht, schon allein dieser Satz verstößt gegen das Coaching-Verbot. Bereits beim Verlassen der Toilette wurde er von Supervisor Ed Hardisty disqualifiziert.
Durch den Faux-Pas und dem damit verbundenen Auftakt-Ausscheiden könnte es Köllerer in dieser Woche passieren, dass er in der Weltrangliste von Martin Fischer als zweitbester Österreicher abgelöst wird.
Folgen
Als Folge der Disqualifikation wurden Köllerer Preisgeld und Punkte vom im Doppel mit dem Deutschen Mischa Zverev davor erreichten Auftaktsieg aberkannt. Weitere Konsequenzen seien offen. "Ich habe einen Bericht verfasst und diesen meinem Chef weitergeleitet", sagte Ed Hardisty zu www.tennisnet.com. "Was dann passiert, wird man sehen. Das ist noch völlig offen."
Laut dem Supervisor sei es unerheblich, was gesprochen wurde. "Sie haben auf Deutsch miteinander geredet. Da muss ich davon ausgehen, dass es Coaching ist. Das ist nun einmal verboten." Hardisty war laut der Fach-Website von jenem Linienrichter auf die Regulativverletzung aufmerksam gemacht worden, der mit der Begleitung Köllerers zur Toilette beauftragt war.
Schon während der Partie sei Köllerer mit zahlreichen Obszönitäten gegen seinen Kontrahenten und den Stuhlschiedsrichter sowie der Beschimpfung eines Ballkindes ungut aufgefallen. "Mir ist so einiges dann erst Mittwoch am Morgen vom Deutschen auf Englisch übersetzt worden", erläuterte Hardisty, warum er abgesehen von zwei Verwarnungen nicht schon vorher gegen den Welser härter durchgegriffen hatte. "Alleine da waren längst genug gute Gründe dabei gewesen, ihn bereits vorher zu disqualifizieren."
Postings
(Netiquette)
Um einen Artikel kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
Die Registrierung/Anmeldung auf KURIER.at ist kostenlos, ermöglicht Ihnen aber die Nutzung praktischer Funktionen – zum Beispiel:
- Erinnerung an den Beginn Ihrer TV-Lieblingssendungen
- Aktivieren von Merklisten und Suchagenten für immoKURIER
- Posten von Kommentaren
- Teilnahme an Gewinnspielen oder
- Empfang von Newslettern
Kommentare werden geladen...



