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Kurier Fotowettbewerb 2014
Paul K. wird seit Sonntag in den Appenzeller Alpen vermisst.
Paul K. wird seit Sonntag in den Appenzeller Alpen vermisst. - Foto: kba/team-paul-1001-400.jpg

Letztes Update am 06.03.2013, 18:51

Keine Hoffnung für Basejumper. 30-jähriger Extremsportler aus Graz in Schlucht gestürzt. Suche bisher ergebnislos.

Von Paul K. fehlt nach wie vor jede Spur. Der 30-jährige Basejumper aus Graz ist Sonntagmittag gemeinsam mit dem 25-jährigen Christopher, seinem oberösterreichischen Freund, von einem Absprungpunkt namens "Sputnik" in den Appenzeller Alpen in der Schweiz gestartet. Dieser anspruchsvolle Fall vom Gipfel des Hinterruggs in die Tiefe aus 2306 Metern Seehöhe kann nur mit Flügelanzügen – sogenannten Wingsuits – bestritten werden. Die Basejumper erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h. Während Christopher sicher in einer Wiese oberhalb von Walenstadt im Kanton St. Gallen landete, dürfte K. in der Schattenbachschlucht abgestürzt sein. Laut Augenzeugen war der Extremsportler, der seit Jahren in der Schweiz lebt und als Qualitätsmanager bei einem Gleitschirmhersteller arbeitet, ins Trudeln geraten. „Wir haben die Suche wegen akuter Lawinen- und Steinschlaggefahr einstellen müssen“, berichtet Polizeisprecher Hanspeter Krüsi dem KURIER. Es bestehe keine Hoffnung mehr, dass der Vermisste noch lebt.

Weltberühmt

Werner Schnider, Gemeindepräsident (Bezirkshauptmann, Anm.) von Walenstadt bedauert den Unfall, überrascht ist er aber nicht: „Wir sind seit Jahren ein echter Hotspot für Wingsuit-Basejumper. Irgendwann musste ja einmal etwas passieren.“


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Mit sogenannten Wingsuits stürzen sich Basejumper in die Tiefe und erreichen dabei bis zu 200 km/h - Foto: AP/HOEP
Der „Sputnik“-Absprung wurde im September 2011 weltberühmt, als der 37-jährige US-Amerikaner Jeb Corliss ein Video von seinem Flug drehte und auf Youtube stellte. Polizeisprecher Krüsi: „Wir wissen, dass K. nicht zum ersten Mal hier geflogen ist.“ Der 30-jährige Grazer gilt als erfahrener Mann, der bereits mehr als 200 Sprünge in Italien, Norwegen, Kroatien und in der Schweiz absolviert hat.

Matthias Aberer, ein steirischer Freund von K., kann sich den Unfall nicht erklären. „Paul war ein extrem vorsichtiger Mensch, besonders beim Material. Er hat stets alles mehrmals kontrolliert“, betont Aberer, der als Kameramann bei mehreren Extremsport-Filmen wie „Speedraid“ (2008) und „Brento base solo“ (2011) arbeitete, in denen K. der Hauptdarsteller war. Der 25-jährige Christopher ist nach dem tragischen Vorfall sofort nach Österreich zurückgekehrt. „Er ist schwer geschockt“, sagt Aberer.

Tiefe Trauer herrscht auch bei K.’s Arbeitskollegen. Auf der Firmen-Homepage (www.paratech.ch) schreibt Chef Wolfgang Lang: „Unsere Gedanken sind bei Pauls Familie, seiner Lebenspartnerin und allen, die mit ihm verbunden sind.“

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Foto: grafik/hinterrugg_schweiz.pdf

(kurier) Erstellt am 06.03.2013, 18:51


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