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Eine junge Frau wartet unter Tränen auf eine Nachricht von ihrer Schwester, einer Lehrerin an der Schule in Newtown.
Eine junge Frau wartet unter Tränen auf eine Nachricht von ihrer Schwester, einer Lehrerin an der Schule in Newtown. - Foto: AP/Jessica Hill
Polizisten lotsen weinende Kinder aus dem Schulgebäude.
Polizisten lotsen weinende Kinder aus dem Schulgebäude. - Foto: Reuters/HANDOUT
Angehörige trauern um die toten Kinder.
Angehörige trauern um die toten Kinder. - Foto: Reuters/ADREES LATIF
Polizisten durchsuchen das Schulgelände
Polizisten durchsuchen das Schulgelände - Foto: Reuters/HANDOUT

Letztes Update am 14.12.2012, 18:27

Schießerei in US-Schule: 20 Kinder tot. Ein 20-jähriger Student eröffnete in der Grundschule in Newtown das Feuer. Insgesamt 27 Menschen kamen bei dem Amoklauf ums Leben.

Für die 600 Kinder der Grundschule und des Kindergartens im „Sandy Hook“-Komplex im verschlafenen Städtchen Newtown, US-Bundestaat Connecticut, war es der schlimmste Tag ihres   Lebens. Ein bewaffneter Mann stürmte in das Gebäude und begann sofort zu schießen.

„Ich habe mindestens hundert Schüsse gehört“, schilderte eine geschockte Augenzeugin, die sich in der Versammlungshalle befunden hatte, als die Schüsse gegen 9.35 Uhr losgingen. Sie  kauerte sich unter einen Tisch und rief die Polizei zu Hilfe. „Ich habe gedacht, ich komme hier nicht mehr lebend raus.“

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Ein weinender Schüler wird vor dem Schulgebäude in Newtown getröstet - Foto: Reuters/MICHELLE MCLOUGHLIN

Schreckliche Bilanz des schlimmsten Schulmassakers in der amerikanischen Geschichte: Mindestens 27 Menschen kamen ums Leben. Erschossen wurden auch  Schuldirektorin  Dawn Hochsprung und der Psychologe der Schule. Unter den Getöteten sind  20 Kinder, die meisten von ihnen noch keine sechs Jahre alt.

Dass es nicht noch mehr Opfer gab, ist Direktorin Hochsprung zu verdanken. Sie hatte in einem Handgemenge mit dem Attentäter, für das sie mit dem Leben zahlte,  die Gegensprechanlage aktiviert. Schreie und Schüsse waren sofort überall in der Schule zu hören. Lehrer  begannen dadurch sofort, sich und ihre Schüler zu verbarrikadieren und zu verstecken. Alexis Wasik, eine zehnjährige Schülerin schilderte auf CNN  die Schreckensmomente: „Wir haben alle geschrien und geweint.“

Mörder seiner Mutter

Unklar blieb zunächst, ob der bewaffnete 20-jährige Student Adam L. sich selbst gerichtet hat oder ob er von der Polizei erschossen wurde. Der Leichnam des Mannes wurde in einem Klassenzimmer gefunden. Er trug eine Gesichtsmaske und eine kugelsichere Weste. Vier Handfeuerwaffen  soll er  bei sich gehabt haben, bisher wurden drei gefunden. Auch Lanzas jüngerer Bruder war mit ihm gekommen, er wurde auf dem Schulgelände verhaftet.

Lanzas Mutter war eine der Kindergärtnerinnen an der Schule. Sie war offenbar sein  wichtigstes Ziel. Er tötete sie – und feuerte dann auf die Allerkleinsten. Die Mehrheit der getöteten Kinder dürfte deshalb zur Gruppe der Allerjüngsten gehören.

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Ein betroffenes Elternpaar spendet sich gegenseitig Trost - Foto: Reuters/ADREES LATIF

Dass Lanza zu seiner Mutter wollte, erklärt auch, warum er überhaupt in die Grundschule durfte. Für alle Besucher der „Sandy Hook“-Schule gelten seit kurzem strenge Regeln: Sie müssen sich ausweisen und Verbindungen zur Schule nachweisen können. Als die Polizei Freitag Nachmittag das Geburtshaus des Studenten in Newtown stürmte, machten sie eine weitere, schreckliche Entdeckung: Drinnen lag der Leichnam von Lanzas Bruder.

„Wir sind hier eine friedliche kleine Stadt. Warum wir?“, weinte die  Mutter einer geretteten Schülerin. Als die Schießerei losging, waren einige Kinder in Panik aus den Klassen gestürmt und in die umliegenden Felder gelaufen. Die meisten anderen wurden weinend und in Todesangst in die nahe gelegen Feuerwehrstation gebracht.

„Es war einfach der Horror“, berichtete eine Mutter einer zitternden Drittklässlerin, die zur Schule geeilt war. Sie berichtete von blutüberströmten Kindern, die aus dem Schulgebäude gekommen seien. „Alle waren hysterisch und in Panik.“ Dutzende Krankenwagen und Polizeifahrzeuge mit Blaulicht trafen am Tatort ein. Schluchzende Eltern nahmen  ihre weinenden Kinder in die Arme.

APTOPIX Obama Connecticut School Shooting
Präsident Obama fordert bedeutsame Schritte - Foto: AP/Charles Dharapak

Erschütterter Obama

Fassungslos und  gegen die Tränen kämpfend rang gestern auch US-Präsident Barack Obama in einer kurzen Reaktion auf das Massaker um Worte: „Unsere Herzen sind gebrochen. Die Mehrheit der Opfer waren Kinder, wunderschöne Kinder, im Alter zwischen fünf und zehn Jahren. Sie hatten noch ihr ganzes Leben vor sich. Es gibt keine Eltern in Amerika, die heute nicht die gleiche Trauer fühlen wie ich“, sagte Obama und  musste sich mehrmals die Tränen aus den Augen wischen. Er mahnte: „Dieses Land hat Vorfälle wie diese schon zu oft erlebt.“

Das Massaker in Newtown gehört zu den schlimmsten Amokläufen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. 2007 hatte ein Amoklauf an einer Universität in Virginia die bisher meisten Todesopfer gefordert. 32 Menschen waren damals erschossen worden.

Die Washington Post hat eine interaktive Grafik mit den 12 schlimmsten Amokläufen in der US-Geschichte erstellt.

Einen Hintergrundbericht zur Macht der US-Waffenlobby finden Sie hier.

Lage der Schule in Newtown


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Weiterführende Links

Hartford Courant (Zeitung in Connecticut)

CNN

Live-Blog der New York Times


Bilder

Land der Schusswaffen

(KURIER) Erstellt am 14.12.2012, 18:27

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