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Foto: Reuters/KIERAN DOHERTY

Letztes Update am 25.03.2013, 12:52

Russland fordert Beresowski-Geld. Die Todesumstände des russischen Oligarchen sind nach wie vor unklar - Russland will aber auf dessen Vermögen zugreifen.

Nach dem Tod des Kremlkritikers Boris Beresowski will Russland auf das Vermögen des in Moskau wegen zahlreicher Wirtschaftsverbrechen verurteilten Unternehmers zugreifen. Die Generalstaatsanwaltschaft strebe weiter eine Rückgabe von Besitztümern an, die Beresowski sich illegal angeeignet habe, teilte die Behörde nach Angaben der Agentur Interfax am Montag mit. Details wurden nicht genannt.

Der am Samstag tot in Großbritannien aufgefundene frühere Moskauer Machtpolitiker war nach seiner Flucht ins englische Exil von der russischen Justiz in gut einem Dutzend Verfahren in Abwesenheit verurteilt worden. Beresowski hatte die Prozesse als politische Rache gegen ihn kritisiert.


Vertraute glauben an Mord

A police cordon blocks road to Russian oligarch Be
Foto: Reuters/OLIVIA HARRIS
Der leblose Körper des 67-Jährigen war am Samstag im Badezimmer von Beresowskis Haus in Ascot bei London gefunden worden. Woran Beresowski gestorben war, blieb zunächst unklar. Die ermittelnden Beamten hätten bislang keinerlei Beweise dafür gefunden, dass Beresowski durch Fremdeinwirkung ums Leben gekommen sei.

Einzig ein Schal sei neben seinem Leichnam gefunden worden – was jedoch für die Vertraute des Wirtschaftsmagnaten ein Indiz für einen Mord sei: „Boris wurde erwürgt. Entweder er hat es selbst gemacht oder mit Hilfe einer anderen Person. Ich glaube nicht, dass es ein Selbstmord war. Das war nicht einfach nur ein normaler Tod“, wird Nikolaj Gluschkow, einer von Beresowskis ehemaligen Wirtschaftspartners. Auch die Ex-Frau des Tycoons, Galina, unterstütze diese These, berichtet der Guardian.

Die Polizei will den Spekulationen aber keinen Nährboden bieten. Beresowski habe angeblich seit längerem unter Depressionen gelitten; auch sein Unternehmen habe zuletzt nicht besonders gut dagestanden.

In Ungande gefallener Putin-Helfer

Boris Yeltsin, Boris Berezovsky
Foto: AP/RIA Novosti Kremlin
Boris Beresowski hatte nach dem Zerfall der Sowjetunion vor allem mit dem Import westlicher Autos sowie mit Öl- und Mediengeschäften viel Geld gemacht. Während der Amtszeit Boris Jelzins galt er als graue Eminenz im Kreml, geriet aber schon damals wegen Geschäften mit Tschetschenien im Visier der Justiz. Er gilt als einer jener einflussreichen Wirtschaftstycoons, die dem Ex-KGB-Mann Putin ins Amt verholfen haben sollen - als Beresowskis Einfluss im Kreml zu stark geworden sei, floh er ins Exil nach Großbritannien.

(APA/ep) Erstellt am 25.03.2013, 12:52

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